Posts tagged ‘Studie’

6. September 2015

Reanimationsdauer mindestens 35 Minuten

von kinesiana

Gerd Altmann Pixelio.deForscher der Universitätsklinik in Kanazawa (Japan) fanden heraus, dass mit einer Reanimationsdauer bis zu 35 Minuten gute Ergebnisse erzielt werden können!
„Bei 99,1 Prozent der Überlebenden und 99,2 Prozent jener mit gutem neurologischen Zustand hatte binnen 35 Minuten Reanimation der Blutkreislauf wieder spontan eingesetzt.“
Berücksichtigt wurde dabei das Überleben sowie der neurologische Zustand des Patienten.

Quelle: http://www.univadis.de/medical-news/53/Reanimation-ausserhalb-der-Klinik-sollte-ueber-30-Minuten-dauern?u=g7Nnk16ewgsNvJfVfnBrdt4DTS8%2F7GnwicULEMUyos31NliT3Qbos6TxkGKLWOfc

Foto: Gerd Altmann Pixelio.de

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2. April 2014

Koma und Bewusstsein – neue Studie

von kinesiana

Bei der tDCS, der transcranialen Gleichstromstimulation, wird ein leichter Strom durch die Schädeldecke ins Gehirn geleitet und verändert dort die Ladung. Bekannt ist das Verfahren als Therapieansatz gegen Schmerzen und Depressionen.

Nun liegen die Ergebnisse einer Studie vor, in der Patienten mit schweren Hirnschäden und Bewusstseinsstörungen untersucht und stimuliert wurden. Es stellte sich heraus, dass durch die Stimulierung durch tDCS auch lange Zeit nach Eintritt des Komas signifikante Verbesserungen erreicht werden konnten.

Der Gedanke liegt nahe, dass hier weiter geforscht werden sollte und diese Stimulationstherapie möglicherweise ein hervorragender Ansatz zur Verbesserung der Prognose bei Komapatienten darstellen könnte.

Die Studie wurde durchgeführt von

  1. Aurore Thibaut , MSc ,
  2. Marie-Aurélie Bruno , PhD ,
  3. Didier Ledoux , MD, PhD ,
  4. Athena Demertzi , PhD und
  5. Steven Laureys , MD, PhD

und erschien in der Zeitschrift Neurology 2014

Quelle: http://www.neurology.org/content/early/2014/02/26/WNL.0000000000000260 

 

 

21. Juli 2013

Widerstand beim Öffnen der Augen als Bewusstseinstest

von kinesiana

 

Wie auf dem 23. Meeting der ENS (Europäischen Neurologengesellschaft) vor 3000 Experten bekannt gegeben wurde entdeckte der Komaforscher und Leiter der Coma Science Group einen einfachen Nachweis für Bewusstsein.

Bei Menschen mit eingeschränktem Bewusstsein lässt sich oft ein Widerstand beobachten, wenn versucht wird ihnen die Augen manuell zu öffnen. Nun untersuchten die Wissenschaftler in einer Studie, ob dies als Reflex oder als Zeichen für gewollte Abwehr, also Bewusstsein, zu werten ist.

Bei fast allen untersuchten Patienten wurden Zornesfalten und Hornhautreflexe beobachtet, jedoch nur 22 von 108 zeigten einen Widerstand beim Öffnen der Augen. Die meisten dieser Patienten befanden sich im Wachkoma oder im minimales Bewusstseinszustand. Es stellte sich heraus, dass ihr Bewusstseinsgrad höher war als ursprünglich angenommen.

Prof. Laureys hält es für sehr unwahrscheinlich, dass es sich beim Widerstand gegen das Augenöffnen um einen reinen Reflexmechanismus handelt, sondern er deutet es als Vorzeichen dafür, dass ein Befehl ausgeführt wird.

Da der Bewusstseinslevel bei den meisten Betroffenen meistens schwankt, plädiert Laureys für wiederholte Beurteilungen. Pflegende könnten diesen Test im Alltag einfach wiederholt ausführen, damit ließe sich die Beurteilung einiger komatöser Patienten möglicherweise verändern. (APA/red, 10.6.2013)

Quelle: http://derstandard.at/1369363156044/Komapatienten-Reflex-oder-gewollter-Widerstand

 

 

21. Juli 2013

Unterschied zwischen Hirntod und Wachkoma

von kinesiana

Prof. Laureys und sein Team, Lüttich/Belgien, konnten in einer Studie mittels Magnetresonanz (MRT) den Unterschied zwischen Hirntod und Wachkoma nachweisen. Die MRI-Daten haben gezeigt, dass bei Wachkomapatienten noch Verbindungen zwischen bestimmten neuronalen Netzwerken gibt, wenn auch weniger als bei Gesunden. Diese Verbindungen seien bei hirntoten Patienten nicht mehr nachweisbar.

Quelle: http://www.medicinebook.de/load.php?name=News&file=article&sid=1432

22. November 2012

Tabuthema Hirntod thematisiert in Report München

von kinesiana

Gibt es berechtigte Zweifel an der Qualität der Hirntoddiagnostik in Deutschland?

Nach gründlichen Recherchen wird nun berichtet, dass Informationen über zweifelhafte Hirntoddiagnosen nicht selten zurückgehalten worden seien.

Zunächst wird das aktuelle Beispiel der Carina Melchior aus Dänemark erläutert. Die Familie des Mädchens wurde bereits gefragt, ob sie bereit sei Organe zu spenden, da Carina angeblich nicht mehr geholfen werden könne. Weil die Angehörigen einer Organspende zustimmen, wird Carina am Leben erhalten – und beginnt wieder selbstständig zu atmen. Sie erwachte aus dem Koma und ist jetzt bis auf kleine Einschränkungen wieder hergestellt.

Es stellt sich die Frage, ob dies auch in Deutschland passieren könnte. Auch wenn dies bisher verneint wurde, lässt eine Studie des Neurologen Dr. Deutschmann Zweifel aufkommen. Dr. Deutschmann untersuchte als ehemaliger Leiter eines Bereitschaftsteams der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) von 2000 bis 2005 230 Fälle im Raum Niedersachsen. Das Ergebnis überrascht: nach seinen Aussagen wurde das Team relativ häufig zu Patienten gerufen, bei denen der Hirntod vorgelegen haben soll, aber nach Überprüfung der DSO-Mitarbeiter noch garnicht eingetreten war. Er berichtet von 30% vergeblicher Einsätze, teilweise wegen Dokumentationsfehlern, zum Teil aber auch um falsch gestellte Diagnosen. Dies zeigt ihm, dass das Thema Hirntoddiagnostik noch nicht bei allen Ärzten und Intensivmedizinern angekommen sei.

Mit dieser Ansicht steht Dr. Deutschmann nicht allein. Auch der Transplantationsmedizinier Prof. Gundolf Gubernatis kritisiert die mangelnde Ausbildung der Ärzte in diesem hochsensiblen Bereich. Er benennt die Mindeststandards, die er sich im Notfall für sich wünschen würde:

  • Ein Arzt sollte diese Untersuchung schon gesehen haben
  • Er sollte sie auch unter Anleitung durchgeführt haben und
  • Der untersuchende Arzt sollte Kenntnis der besonderen im Gesetz vorgegebenen Umstände besitzen

Der Hirntod kann z. B.  durch verschiedene Medikamente vorgetäuscht werden, weshalb Prof. Gubernatis und Dr. Deutschmann eine umfangreiche Labordiagnostik für unerlässlich halten. Die beiden Ärzte fordern eine zertifizierte Ausbildung für Hirntoddiagnostik nach Richtlinien der Bundesärztekammer, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.

Dr. Deutschmann begründet das auch mit einem Beispiel. Er selbst erlebte, dass bei einem Kind eine Nullinie im EEG befundet worden sei, er aber einen wesentlichen Ausschlag feststellen konnte und auch niemals eine Nulllinie vorgelegen habe. Außerdem habe das Kind bei der klinischen Untersuchung noch geatmet. Hiermit sei der Hirntod eindeutig auszuschließen. Zugrunde lag eine fehlerhafte Bewertung einer technischen Untersuchung.

Bisher wurden strittige Fälle „wie heiße Kartoffeln jahrelang in den Gremien weitergereicht“ – so heißt es in dieser Reportage.

Das aktuellste Beispiel ist nun aus der Presse bekannt. Eine Mitarbeiterin der DSO hatte bereits 2008 als sie in einer Sitzung von einer zweifelhaften Organentnahme in 2005, bei der angeblich nicht alle Protokolle vorgelegen haben, erfuhr den Fall der Überwachungskommission der Bundesärztekammer gemeldet. Bei den Nachforschungen habe es Widersprüche unter den Beteiligten gegeben. Obwohl der Bericht nun seit 2010 vorlag, wurde er erst vor Kurzem herausgegeben.

Auch Prof. Hans-Fred Weiser, der Präsident der leitenden Krankenhausärzte, bekam den Bericht erst jetzt vorgelegt. Er äußert sich, dass – sollten die Fakten so sein wie sie im Prüfbericht erscheinen – sofort und unverzüglich eine Meldung an die Staatsanwaltschaft hätte erfolgen müssen.

Er ist überzeugt davon, dass Durchführung und Kontrolle der Transplantationsmedizin nicht weiter in einer Hand liegen sollten, sondern die Kontrollen von Fachexperten durchgeführt werden müssen, die nicht Teil des Systems selber sind.

Ob wohl mit einer staatlichen Aufsicht das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen ist?

 

 

 

 

 

 

2. November 2011

Ärztezeitung: Krebsrisiko nach Organtransplantation verdoppelt

von kinesiana

Wie eine neue großflächig angelegte Studie ermittelte, erkranken Empfänger von Organtransplantaten doppelt so häufig wie andere Menschen an Krebs. Eric Engels vom US-National Cancer Institute in Bethesda führt dieses Ergebnis auf das Risiko der lebenslänglich einzunehmenden immunsupprimierenden Medikamente zurück. Diese können sowohl eine Infektion mit onkogenen Viren wahrscheinlicher machen als auch das Risiko einer Reaktivierung früherer Infektionen erhöhen.

Quelle und nähere Informationen: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/47901/Krebsrisiko_nach_Organtransplantation_verdoppelt.htm

Einen Gedanken noch hierzu:

Es geht nicht darum, den Menschen, die auf Organe angewiesen sind hiermit Angst zu machen, denn sie haben es schwer genug. Vielmehr sollten die Leser – und am Besten natürlich Verantwortliche – aufhören, das alleinige Heil in der Werbung zur Organspende zu suchen und nur diese Wahrheit in der Bevölkerung zu verteilen – ganz nach dem Motto „Wenn genügend Menschen aktiviert werden können, einen Organspendeausweis bei sich zu tragen, ist das Problem gelöst und die Kranken auf der Transplantationsliste sind gerettet und können ein langes gesundes Leben leben…“ Das ist offensichtlich nicht die ganze Wahrheit wie auch diese neue Studie wieder zeigt.

Es wäre sehr traurig und aussichtslos nur auf die hohe Krebsrate zu verweisen, wenn es keine Alternativen gäbe. Allerdings gibt es diese und ich würde mir sehr wünschen, dass all diese Forschungszweige finanziell unterstützt werden und damit die zweifelhafte Organspende so bald wie irgend möglich der Vergangenheit angehört. Damit wäre sowohl den Empfängern gedient als auch den Menschen, die in Ruhe und Würde im Beisein ihrer Angehörigen sterben können, nachdem sich die ärztliche Heilkunst ausschließlich auf sie gerichtet hat.