Posts tagged ‘Sicherheit’

14. Juni 2015

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt…

von kinesiana

Foto: Tim Reckmann  / pixelio.de

Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Ein Artikel aus dem Jahr 2004 beschreibt, dass der zur Hirntoddiagnostik erforderliche Apnoe-Test nicht so ungefährlich ist wie es in der Regel dargestellt wird: Bei mehr als 2/3 der Patienten traten Komplikationen auf, bei einigen sogar lebensgefährliche Herzprobleme.

“Clinical problems during the apnea test were detected in more than two thirds of patients, including: arterial hypotension (12%), acidosis (68%), and hypoxemia (23%). Four patients developed major complications, including: pneumothorax, cardiac arrest, bradycardia, atrial fibrillation and myocardial infarction. Conclusion: The apnea test is not an innocuous procedure. Complications during the AT are more common than reported and limit organ procurement for transplantation. Guidelines for performing the AT should be followed in order to avoid clinical complications.”

Quelle: http://www.neurologyindia.com/article.asp?issn=0028-3886;year=2004;volume=52;issue=3;spage=342;epage=345;aulast=Saposnik

29. November 2013

Organverteilungsskandal und Hirntodzweifel

von kinesiana

Der leitende Oberarzt der Chirurgie und Spezialist für Transplantationsmedizin der Uniklinik Regensburg Dr. Marcus Scherer räumte in einem Vortrag in Ingolstadt ein, dass die Zweifel der Bevölkerung nicht ausschließlich dem „Organverteilungsskandal“ zuzuschreiben seien, sondern dass auch das „Tabuthema Hirntod“ und die „möglichen Fehler, die bei der Feststellung des Todes vor einer Organentnahme entstehen können“ möglicherweise zur Verunsicherung beitragen.
Es sei zwar eine sichere Methode, den Hirntod festzustellen, bekannt, jedoch nicht in jeder Klinik die Möglichkeit dazu vorhanden. Hierbei handelt es sich um das Spect-Röntgenverfahren.
Dr. Scherer spricht sich für die Widerspruchslösung aus, nach der jeder Mensch, der die Organspende nicht kategorisch ausgeschlossen hat, ein potenzieller Spender ist.
Vorgeschrieben ist in Deutschland bis dato zur Hirntodfeststellung die wiederholte klinische Untersuchung sowie der Atemstillstand-Test, der sogenannte Apnoe-Test. EEG und andere Möglichkeiten werden nur unter besonderen Umständen und fakultativ eingesetzt.
18. August 2013

Studie zur Untersuchung des BSD (Brain Stem Death) in Großbritannien

von kinesiana

Eine in Großbritannien durchgeführte Studie zeigt überraschende Ergebnisse.

In den Richtlinien zur Feststellung des Hirntodes bzw. dort vorgeschriebenen Hirnstamm-Todes wird – wie in Deutschland übrigens auch – darauf verwiesen, dass die klinische Untersuchung eine medikamentös bedingte Intoxikation ausschließen muss. Sedativa wie z. B. Thiopental können die Ergebnisse möglicherweise beeinflussen und müssen daher rechtzeitig abgesetzt werden, wenn eine Hirntoddiagnostik geplant wird.

Unterschiedliche Faktoren wie Dosis, Einnahmedauer, Leber- und Nierenfunktion, aber auch die Zuverlässigkeit serologischer Laboruntersuchungen spielen dabei eine Rolle und können für unterschiedliche Wartezeiten sorgen, die bis zur möglichen Diagnostik der klinischen Untersuchung einzuhalten ist.

Erstaunlicherweise führten laut Quellenangabe nicht alle befragten neurologischen Intensivzentren eine Bestimmung des Thiopental-Spiegels durch, obwohl eine trotz Intoxikation durchgeführte klinische Diagnostik ohne apparative Zusatzuntersuchung möglicherweise falsche Ergebnisse liefern kann.

Wie häufig in den befragten Zentren Großbritanniens apparative Zusatzdiagnostik angewandt wird und wie zuverlässig Ärzte die verschiedenen Methoden einstufen ist ebenfalls hier nachzulesen:

http://www.diagnose-hirntod.de/?p=372

Originalquelle:

Quelle: http://journal.ics.ac.uk/pdf/1403250.pdf

© The Intensive Care Society 2013

22. November 2012

Tabuthema Hirntod thematisiert in Report München

von kinesiana

Gibt es berechtigte Zweifel an der Qualität der Hirntoddiagnostik in Deutschland?

Nach gründlichen Recherchen wird nun berichtet, dass Informationen über zweifelhafte Hirntoddiagnosen nicht selten zurückgehalten worden seien.

Zunächst wird das aktuelle Beispiel der Carina Melchior aus Dänemark erläutert. Die Familie des Mädchens wurde bereits gefragt, ob sie bereit sei Organe zu spenden, da Carina angeblich nicht mehr geholfen werden könne. Weil die Angehörigen einer Organspende zustimmen, wird Carina am Leben erhalten – und beginnt wieder selbstständig zu atmen. Sie erwachte aus dem Koma und ist jetzt bis auf kleine Einschränkungen wieder hergestellt.

Es stellt sich die Frage, ob dies auch in Deutschland passieren könnte. Auch wenn dies bisher verneint wurde, lässt eine Studie des Neurologen Dr. Deutschmann Zweifel aufkommen. Dr. Deutschmann untersuchte als ehemaliger Leiter eines Bereitschaftsteams der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) von 2000 bis 2005 230 Fälle im Raum Niedersachsen. Das Ergebnis überrascht: nach seinen Aussagen wurde das Team relativ häufig zu Patienten gerufen, bei denen der Hirntod vorgelegen haben soll, aber nach Überprüfung der DSO-Mitarbeiter noch garnicht eingetreten war. Er berichtet von 30% vergeblicher Einsätze, teilweise wegen Dokumentationsfehlern, zum Teil aber auch um falsch gestellte Diagnosen. Dies zeigt ihm, dass das Thema Hirntoddiagnostik noch nicht bei allen Ärzten und Intensivmedizinern angekommen sei.

Mit dieser Ansicht steht Dr. Deutschmann nicht allein. Auch der Transplantationsmedizinier Prof. Gundolf Gubernatis kritisiert die mangelnde Ausbildung der Ärzte in diesem hochsensiblen Bereich. Er benennt die Mindeststandards, die er sich im Notfall für sich wünschen würde:

  • Ein Arzt sollte diese Untersuchung schon gesehen haben
  • Er sollte sie auch unter Anleitung durchgeführt haben und
  • Der untersuchende Arzt sollte Kenntnis der besonderen im Gesetz vorgegebenen Umstände besitzen

Der Hirntod kann z. B.  durch verschiedene Medikamente vorgetäuscht werden, weshalb Prof. Gubernatis und Dr. Deutschmann eine umfangreiche Labordiagnostik für unerlässlich halten. Die beiden Ärzte fordern eine zertifizierte Ausbildung für Hirntoddiagnostik nach Richtlinien der Bundesärztekammer, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.

Dr. Deutschmann begründet das auch mit einem Beispiel. Er selbst erlebte, dass bei einem Kind eine Nullinie im EEG befundet worden sei, er aber einen wesentlichen Ausschlag feststellen konnte und auch niemals eine Nulllinie vorgelegen habe. Außerdem habe das Kind bei der klinischen Untersuchung noch geatmet. Hiermit sei der Hirntod eindeutig auszuschließen. Zugrunde lag eine fehlerhafte Bewertung einer technischen Untersuchung.

Bisher wurden strittige Fälle „wie heiße Kartoffeln jahrelang in den Gremien weitergereicht“ – so heißt es in dieser Reportage.

Das aktuellste Beispiel ist nun aus der Presse bekannt. Eine Mitarbeiterin der DSO hatte bereits 2008 als sie in einer Sitzung von einer zweifelhaften Organentnahme in 2005, bei der angeblich nicht alle Protokolle vorgelegen haben, erfuhr den Fall der Überwachungskommission der Bundesärztekammer gemeldet. Bei den Nachforschungen habe es Widersprüche unter den Beteiligten gegeben. Obwohl der Bericht nun seit 2010 vorlag, wurde er erst vor Kurzem herausgegeben.

Auch Prof. Hans-Fred Weiser, der Präsident der leitenden Krankenhausärzte, bekam den Bericht erst jetzt vorgelegt. Er äußert sich, dass – sollten die Fakten so sein wie sie im Prüfbericht erscheinen – sofort und unverzüglich eine Meldung an die Staatsanwaltschaft hätte erfolgen müssen.

Er ist überzeugt davon, dass Durchführung und Kontrolle der Transplantationsmedizin nicht weiter in einer Hand liegen sollten, sondern die Kontrollen von Fachexperten durchgeführt werden müssen, die nicht Teil des Systems selber sind.

Ob wohl mit einer staatlichen Aufsicht das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen ist?

 

 

 

 

 

 

29. August 2011

Organspenden von Toten: Neue Zweifel am Hirntod – taz.de

von kinesiana

Organspenden von Toten: Neue Zweifel am Hirntod – taz.de.

Experten melden Zweifel an…

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29. August 2011

Willst du dein Herz mir schenken? GralsTV

von kinesiana

Die Or­gan­trans­plan­ta­ti­on gilt heute als Meis­ter­leis­tung der Chir­ur­gie und als le­bens­ret­tend für viele Men­schen, die auf Spen­der­or­ga­ne an­ge­wie­sen sind. Doch Trans­plan­ta­tio­nen haben Schat­ten­sei­ten, über die meist nicht ge­spro­chen wird. Die­ser Film­bei­trag be­leuch­tet sie und zeigt alar­mie­ren­de Fak­ten.

25. August 2011

Organentnahme statt lebenserhaltender Therapie?

von kinesiana

In seinem Interview spricht Prof. Coimbra auch über die richtige Behandlung von schwerst Schädelhirnverletzten, die oftmals für hirntot erklärt werden. Er berichtet über die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse auf diesem Gebiet.

25. August 2011

Artikel zur Sicherheit der Hirntoddiagnostik in der Ärztezeitung.de

von kinesiana

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/608610/sicher-derzeitige-diagnostik-des-hirntodes.html