Posts tagged ‘Schwangerschaft’

8. November 2011

Podcast: Warum der Hirntod nicht der Tod sein kann…

von kinesiana

Cornelia Menichelli Pixelio

… erklärt in diesem hochinformativen Podcast Dr. Paolo Bavastro – und der muss es wissen, denn er begleitete eine schwangere Patientin mit der Diagnose Hirntod 84 Tage bis zur Geburt ihres Kindes. Können Tote Kinder bekommen? Wie lässt sich das vereinbaren mit der immer wieder dargebrachten Aussage, dass ein Mensch, bei dem der Hirntod diagnostiziert wurde, sowieso höchstens noch ein paar Tage „lebt“? Das war nicht der einzige Fall, wie man unschwer im Internet herausfinden kann, in dem ein Mensch mit Hirnversagen – das ist der passendere Ausdruck – noch viele Wochen bis Monate, ja sogar bis zu 14 Jahre gelebt hat.

Erläutert wird auch die Frage, wer denn die Menschen über Organspende wirklich aufklären kann – auch darüber, dass der Hirntod nicht den Tod bedeutet, das Herz noch schlägt und der Patient bis zum Ende des Procederes beatmet wird.

Hier können Sie alles selbst hören:

Quelle: http://www.podcast.de/episode/2402912/Hirntod-Debatte_1%3A_Wann_ist_das_Leben_zu_Ende%3F

16. September 2011

DER SPIEGEL 25/2011 – Aus einer Leiche geboren

von kinesiana

Dieser aktuelle Spiegel-Bericht wirft nochmals die Frage auf, ob das derzeitige Hirntod-Kriterium noch tragbar ist.

Nachdem der Stuttgarter Arzt die letzten Wochen einer schwangeren Frau, Mutter eines heute 20jährigen jungen Mannes Namens Max Siegel, der in diesem Artikel vorgestellt wird, miterleben durfte wird er von einem Satz begleitet: „Hirntot ist nicht gleich tot“.

Quelle:

DER SPIEGEL 25/2011 – Aus einer Leiche geboren.

14. September 2011

Der Hirntod: Kein sicheres Todeszeichen!

von kinesiana

Quelle: alt_f4/pixelio.de

Ganz allgemein ist es ein wesentliches Kennzeichnen für »lebende« Systeme, einen geordneten Zustand aufrecht zu erhalten bzw. einen solchen bei Störungen wieder anzustreben. Der Tod führt dagegen zu einem Zerfall des Organismus, zur Auflösung in seine biologischen und physikalischen Bestandteile. Bei einem »Hirntoten« unter maschineller Beatmung ist aber gerade keine zunehmende Desintegration, kein Zerfall der Organe, Gewebe und Zellen zu beobachten. Es ist vielmehr in erheblichem Umfang Ordnung und Integration zu erkennen: das Rückenmark nimmt weiterhin seine Funktionen wahr, der Blutkreislauf, das Stoffwechsel- und das Immunsystem bestehen fort, der für die Beatmung unerlässliche Gasaustausch in der Lunge funktioniert etc. Am eindruckvollsten ist jedoch, dass „hirntote“ schwangere Frauen sogar in der Lage sind, über Wochen und Monate ein Kind auszutragen. Gerade Letzteres zeigt, dass hier sehr komplexe Interaktionen zwischen verschiedenen Organen von Mutter und Kind stattfinden, was zweifellos ohne die Fähigkeit zur Integration unmöglich wäre.

Quelle: Auszug aus: „Der Hirntod: Kein sicheres Todeszeichen!“ erschienen im LebensForum http://www.rainerbeckmann.de/wp-content/uploads/2011/02/Beckmann_Hirntod_LF1-2010.pdf


					
25. August 2011

Die Würde des Menschen ist unantastbar!

von kinesiana

Auf diesen Seiten möchten wir wissenschaftliche Fakten über das Thema Hirntod und Organspende, aber auch Anregungen und Gedankenanstöße zum Thema Menschenwürde zur Verfügung stellen.

Wir – das sind betroffene Angehörige ebenso wie Ärzte und Wissenschaftler, die mit dieser Thematik Erfahrungen vorweisen und für Aufklärung plädieren.

Zur Einstimmung hier nun ein Interview aus dem Deutschlandradio vom Stuttgarter Kardiologen und Chefarzt Dr. Bavastro, der eine schwangere hirntote Patientin behandelt hat, deren Kind auch durch Kaiserschnitt auf die Welt kommen durfte:

Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen!

Lange Zeit – fast bis dato – war für mich der Organspendeausweis ein Akt der Nächstenliebe. Welche Schattenseiten sich dahinter verbergen, war mir ebenso wenig bewusst wie wohl den allermeisten Mitmenschen auch. Ich dachte, wenn ich tot bin, dann merke ich nichts mehr und somit kann ich ohne eigenes Leid kranken Menschen einen lebensrettenden Dienst erweisen.

Aber:

Wann ist ein Mensch wirklich tot? Wenn bestimmte Areale des Gehirns nicht mehr funktionieren? Wenn das Herz nicht mehr schlägt? Wenn er nicht mehr selbständig atmen kann? Wenn er nicht auf Reize reagieren kann? Wenn das hormonelle System versagt?

Wenn all das als vorübergehender Zustand als akzeptabel toleriert wird: Wie lange darf die Regeneration dauern?

Wann ist ein Leben noch lebenswert? Ab welchem Grad zu erwartender Restschäden wird ein Mensch zur Belastung? Für wen und wer entscheidet das, wenn er nicht mehr ansprechbar ist?

Wie sicher ist die Hirntoddiagnose wirklich und wie hoch ist das zu duldende Restrisiko einer Fehldiagnose?

Wie behandelt man einen Menschen im Koma? Meiner Meinung nach so, als würde er jedes Wort verstehen und jede Berührung wahrnehmen, auch wenn er nicht offensichtlich dazu in der Lage ist, darauf zu reagieren. Doch ist das der Alltag am Krankenbett – der respektvolle sensible Umgang mit schwer kranken Menschen?

Mit diesen Fragen mussten wir uns befassen, da wir knallhart mit der Realität konfrontiert wurden. Teile unserer Geschichte werde ich niederschreiben während ich mich derzeit noch im Verarbeitungsprozess eines schmerzhaften Verlustes befinde.

Kranke Menschen brauchen ihre individuelle Zeit zur Genesung. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die hier mit Quellenangaben veröffentlicht werden, belegen, dass auch schwerst schädel-hirn-traumatisierte Menschen, auch schwere hypoxische Schädigungen, nicht aussichtslos sind, nicht zum Tode verurteilt sein müssen. Wenn kein Hirntod sicher festgestellt wurde, und auch über diese Sicherheit möchten wir diskutieren, besteht die Möglichkeit und der Anspruch – wenn auch nicht die Gewissheit! – auf Frührehabilitation und gezielte intensive Förderung. Auch beatmete Patienten haben den Anspruch und die Chance auf eine solche Rehabilitation. Erst im Laufe der Zeit und unter Beobachtung eines längeren Verlaufes lassen sich die Prognosen sicherer einschätzen.

Liegt nun entweder eine Zustimmung zur Organentnahme vor oder der Patient hat ein gewisses Alter erreicht, werden leider „manchmal“ diese Chancen nicht wahrgenommen und die Schädigungen vorschnell als irreversibel bezeichnet.

Ich bitte jeden Leser uns seine persönlichen Erfahrungen mitzuteilen. Auch wissenschaftliche und medizinische Informationen sind sehr willkommen, denn uns liegt nicht an reißerischen Reportagen aus Profitgründen sondern daran, realistische Aufklärung für Laien, auch für potentielle Organspender, zu erwirken.


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