Posts tagged ‘Reanimation’

6. September 2015

Reanimationsdauer mindestens 35 Minuten

von kinesiana

Gerd Altmann Pixelio.deForscher der Universitätsklinik in Kanazawa (Japan) fanden heraus, dass mit einer Reanimationsdauer bis zu 35 Minuten gute Ergebnisse erzielt werden können!
„Bei 99,1 Prozent der Überlebenden und 99,2 Prozent jener mit gutem neurologischen Zustand hatte binnen 35 Minuten Reanimation der Blutkreislauf wieder spontan eingesetzt.“
Berücksichtigt wurde dabei das Überleben sowie der neurologische Zustand des Patienten.

Quelle: http://www.univadis.de/medical-news/53/Reanimation-ausserhalb-der-Klinik-sollte-ueber-30-Minuten-dauern?u=g7Nnk16ewgsNvJfVfnBrdt4DTS8%2F7GnwicULEMUyos31NliT3Qbos6TxkGKLWOfc

Foto: Gerd Altmann Pixelio.de

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30. April 2013

Darf man einen Organspender bei aussichtsloser Prognose anders behandeln als man es ohne die geplante Spende täte?

von kinesiana

Stellen Sie sich bitte vor, dass ein junger Mann mit schweren Schädelverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird. Dort werden mit CT-Aufnahmen Hirnblutungen festgestellt, bei einer Kontrollaufnahme einige Stunden später haben diese sich noch ausgeweitet. Der Blutdruck ist stabil, der Hirnstamm also noch teilweise aktiv, da der Kreislauf dort reguliert wird. Die Pupillen zeigen keine Reaktionen mehr auf Lichteinstrahlung. Durch die fortschreitende Blutung ist die Diagnose infaust und die Eltern gehen davon aus, dass ihr Sohn unter diesen Umständen nicht weiter am Leben gehalten werden möchte.

Doch was ist in diesem Fall zu tun? Eigentlich möchte der Sohn nach Aussage der Eltern unter den aussichtslosen Bedingungen sterben, einen Organspendeausweis besitzt er nicht. Sollen sie zustimmen, dass er so lange weiter beatmet wird, bis der Hirntod getestet werden kann, damit er Organe spenden kann?

Darf man einen potentiellen Organspender anders behandeln als man es ohne die Option der Organentnahme getan würde?

Weiter gedacht: Dürfte man einen Organspender im Falle eines Herzversagens sogar reanimieren, auch wenn seine Prognose völlig hoffnungslos ist und die Wiederbelebung nur der Ermöglichung der Organentnahme dient?

Hier geht es zum Positionspapier: http://campus.uni-muenster.de/fileadmin/einrichtung/egtm/pbsurvey/GTE/WS_2011/BSS_ST_red_27.09.Schoene-Seifert_et_al.Positiospapier.pdf

4. September 2012

Mehrfach reanimiert – hypoxischer Hirnschaden – Patient lebt und fotografiert wieder

von kinesiana

Dieser Mann hat eine Odyssee hinter sich. Er lebt, weil seine Frau verhinderte, dass seine Geräte abgeschaltet werden.

Nach einem Fotoshooting in Rumänien erlitt er einen Herzinfarkt, wurde lange reanimiert und seine Chancen zu überleben standen nach Aussagen der Ärzte äußerst gering – bis unmöglich… Seine Ehefrau, Heilpraktikerin, wurde von einer Ärztin gefragt, ob die Geräte abgestellt werden sollten, da die Aussichten Ihres Ehemannes äußerst gering seien – sie verneinte.

Sie verhielt sich so, als würde ihr Mann wach sein, nur nicht antworten und reagieren können und verbrachte viel Zeit bei ihm. Sie verabreichte ihm homöopathische Medikamente, umsorgte ihn und gab nie auf, ihm zu zeigen, dass sein Platz weiterhin bei ihr sein soll. Sie schirmte ihn ab von Nachrichten, die ihm Angst machen können. (Wie oft wird am Bett eines Komapatienten wohl darüber geredet, dass seine Geräte nun abgeschaltet werden sollten, da ihm nicht mehr geholfen werden kann??)

Auch Prof. Zieger vertritt die Meinung:

Inzwischen ist es wissenschaftlich erwiesen, dass Komapatienten taktile und andere Reize wahrnehmen, verarbeiten und unter anderem mit einer Herzfrequenzänderung beantworten„. Und mit einem veränderten Herzschlag verändern sich Atmung, Blutdruck und Körperspannung, was wiederum durchaus ein Erwachen anregen kann.

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,416203,00.html

Warum ein überlebter Herzinfarkt in diesem Blog erscheint, der vorwiegend über Hirntod und Organspende berichtet?

Dieser jetzt wieder glücklich mit seiner Frau lebende Mensch wäre nicht am Leben, wenn nicht alles für ihn getan worden wäre. Hätte die Frau der Aussage der Ärztin geglaubt, dass man für ihren Mann nichts mehr tun kann, dann wäre dieser Mann jetzt tot – am hypoxischen Hirnschaden verstorben.

In einem Bog lässt sie uns teilhaben an ihrem Schicksal: Danke für Ihre Berichte, danke fürs Mutmachen und alles Gute!

http://hypoxischer-hirnschaden.blogspot.de/2012/08/er-fotografiert-wieder.html

28. November 2011

Noch eine Fehldiagnose, Non heart-beating donor

von kinesiana

Stell dir vor, du wirst wach und liegst im OP – zur Organentnahme…

So geschehen auch in Frankreich. Ein 45jähriger Mann hatte in Paris einen Herzinfarkt und konnte an Ort und Stelle trotz aller Bemühungen des Rettungsdienstes nicht reanimiert werden. Daraufhin wurde er in die Klinik Pitie Salpêtrière eingeliefert, in der Organe schon nach einem Herzstillstand entnommen werden dürfen. Nach 90 Minuten schon lag der Mann im OP – bereit zur Organentnahme. Gerade noch rechtzeitig begann er wieder zu atmen und seine Pupillen reagierten wieder auf Licht. Das war seine Rettung in letzter Sekunde!

Dieser Mann kann heute wieder sprechen und laufen.

Ein Einzelfall? Nun, auch diesen Einzelfall hätte es nicht gegeben, hätte er sich auch nur wenige Minuten später regeneriert… Es ist und bleibt einfach ein Mensch, über den hier verfügt wird und genau das wird auch an diesem Beispiel deutlich. Ein Mensch reagiert individuell und braucht seine individuelle Zeit für eine individuelle Situation. Da kann man nicht – auch nicht mit dem Argument, anderen Menschen damit das Leben zu retten – einfach eingreifen auf Grundlage mediznischer Berechnungen. Das Herz dieses Mannes hat länger stillgestanden, seine Atmung länger ausgesetzt, als die Überlebensfähigkeit physiologisch-wissenschaftlich möglich gewesen wäre. Wissenschaftlich war dieser Mann irreversibel tot. Aber als Mensch war er es trotz Sauerstoffmangel ganz offensichtlich nicht! Dieser Mann lebt, obwohl es doch nicht möglich ist nach derzeitigem Erkenntnisstand.

Das Pilotprojekt, als „Non heart-beating donor“ bekannt, soll die Wartelisten der Menschen verkürzen, die auf Organe warten. Anders als derzeit noch in Deutschland, erlauben Großbrittannien, Belgien, Spanien, Holland, Schweiz, Österreich und einige Staaten der USA die Entnahme eines Organs schon nach einem Herzstillstand…

Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,559972,00.html