Posts tagged ‘Dr. Paolo Bavastro’

11. November 2012

Physikalische Todesdefinition

von kinesiana

Einen Ausschnitt aus einem sehr interessanten Vortrag von Dr. Paolo Bavastro möchte ich hier vorstellen.

„Ich möchte die Frage von einer anderen Seite beleuchten: hören wir dazu Ausführungen eines Physikers. E. Schrödinger, der Vater der Quantenmechanik, hatte 1944 die Frage gestellt „Wie lassen sich die Vorgänge in Raum und Zeit, welche innerhalb der räumlichen Begrenzung eines lebenden Organismus vor sich gehen, durch die Physik und die Chemie erklären?“ „Was ist das Kennzeichen des Lebens?“ Seine Antwort: „Wenn es fortwährend etwas tut, sich bewegt, mit der Umwelt Stoffliches austauscht usw. und zwar während eines viel längeren Zeit, als wir unter gleichen Bedingungen von einem unbelebten Stück Materie erwarten, dass es in Bewegung bleibe. Damit verschwindet die ganze Körperhaftigkeit, und übrig bleibt ein totes, träges Stück Materie… Der Physiker nennt dies den thermo-dynamischen Gleichgewichtszustand oder den Zustand maximaler Entropie“ Das „Kennzeichen des Lebens“ sei der Widerstand, den es dem Niedergang entgegensetzt – nicht seine Fähigkeit, sich zu reproduzieren, zu wachsen, sich zu entwickeln, sondern dass es in der Lage ist, für eine so lange Zeit „in Bewegung zu bleiben“. Der Kunstgriff, den Tod des Individuums abzuwehren, liegt nach Schrödinger in der „eigentümlichen Anordnung der Moleküle, für die die gewöhnlichen Gesetze der Physik nicht gelten“, begründete (24). Solange ein Mensch, ein Organismus lebt, gelten für ihn die gewöhnlichen Gesetze der Physik nicht; er entzieht sich dem Zerfall, er befreit sich von der Entropie, er entzieht sich dem Gleichgewicht mit der Umgebung: Erst im Tod, nach „Abschluss“ des Sterbeprozesses gelten die Gesetze der Physik, der Entropie: Der Organismus zerfällt, die Organe lösen sich auf, ein thermodynamisches Gleichgewicht wird angestrebt.

Nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, also unter rein physikalischen Betrachtungen, ist der Mensch im Hirnversagen ein Lebender! Wir können Organe eines Menschen im Hirnversagen deshalb funktionsfähig transplantieren, weil sich ein solcher Spender noch nicht dem Zustand der Entropie „verfallen“ ist, also noch lebt!

Halten wir also an dieser Stelle in aller Deutlichkeit fest: Es handelt sich bei den sogenannten „Hirntoten“ biologisch, phänomenologisch, physikalisch und nicht zuletzt sprachlich um lebende Menschen! Es sind schwerstkranke, sterbende Menschen, ein Sterbender ist aber ein noch lebender Mensch. Der Zustand ist medizinisch korrekt zu beschreiben als irreversibles, nekrotisierendes Ganzhirnversagen: diese Patienten sterben trotz intensiv-medizinischer Behandlung in Stunden oder Tagen.“

24 – Fox Keller, Das Leben neu denken, 1998; Schrödinger, Mein Leben, meine Weltansicht, 1989; Schrödinger, Was ist Leben, 1987.

 

gefunden: http://www.initiative-kao.de/vortrag-p-bavastro-01-12-07-organspende-ethische-diskussion.html

16. Oktober 2012

Interview zum Herztod mit dem Kardiologen Dr. Bavastro

von kinesiana

Zum Hören und Lesen bezüglich der aktuellen Diskussion „Herztod und Organspende“.

Bisher ist in Deutschland nur der Hirntod akzeptiert als Tod des Menschen und somit als Voraussetzung zur Organspende. Da die Organe knapp, der Bedarf groß sind, fordert die Deutsche Transplantationsgesellschaft die Indikation Herztod hinzuzunehmen. Somit könnten einem potenziellen Organspender nicht nur bei seinem festgestellten Hirntod, sondern auch beim Herzversagen Organe entnommen werden.

Der Kardiologe Dr. med. Paolo Bavastro im Interview bei Deutschlandradio Kultur zum Thema Herztod:
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1893928/

25. Mai 2012

„Der Hirntod ist nicht der Tod“ – Dr. Paolo Bavastro vastro

von kinesiana

Der Mediziner Paolo Bavastro kritisiert die Formulierung im Organspendeausweis, dass Menschen nach ihrem Tod spenden.

Auch wenn laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu lesen ist, dass der Hirntod ein sicheres Zeichen sei, wird in Fachkreisen debattiert, ob der Hirntod wirklich mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen ist.

Dr. Bavastro plädiert für den Begriff „Hirnversagen“. Bei Nieren, die ihre Funktion einstellen redet man auch nicht vom „Nierentod“…

Menschen mit Hirnversagen leben noch, sie sind, wenn die Diagose stimmt, Sterbende, aber keinesfalls tot! Daher ist Vollnarkose in einigen Ländern auch Pflicht, denn diese Menschen empfinden (unbewussten) Schmerz, was daraus hervor geht, dass Blutdruck und Stresshormone ansteigen wie bei jedem anderen Patienten auch, wenn das Skalpell angesetzt wird.

Für Dr. Bavastro ist eine Organtransplantation eine Tötung, sollte aber möglich sein und straffrei bleiben. Voraussetzung ist seiner Meinung nach allerdings der Satz im Organspendeausweis:

„Ich bin bereit, Organe zu spenden, obwohl ich nicht tot, sondern ein im Hirnversagen Sterbender bin.“

Quelle: „Der Hirntod ist nicht der Tod“ – Kölner Stadt-Anzeiger.

10. Mai 2012

Radiobeitrag – Hirntote sind nicht tot!

von kinesiana

http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/theologik/bis-zum-letzten-atemzug-stirbt-beim-hirntod-der-ganze-mensch100.html

Der Arzt Paolo Bavastro erklärt, warum hirntot nicht tot ist und klärt auf, dass die Aussage auf dem Organspendeausweis, dass NACH dem Tod Organe und Gewebe entnommen werden, so nicht stimmt…!

11. Februar 2012

Mehrere Sendetermine – anschauen!

von kinesiana

Gerd Altmann Pixelio

Diese hochinformative Sendung aus Odysso wird noch mehrfach auf EinsPlus ausgestrahlt:

So, 12.02. 22.45 Uhr

Mo 13.02. 01.15 Uhr und 14.30 Uhr

Di 14.02. 10.45 Uhr

Mi 15.02. 07.30 Uhr

Do 16.02. 04.30 Uhr

Zu Wort kommen u.a. auch Professor Fritz Muthny, der bist vor Kurzem die Gesprächstrainings der DSO, Deutsche Stiftung Organspende, leitete und den Vorgehensweisen skeptisch gegenübersteht und Dr. Paolo Bavastro, der klare Worte zum Hirntod äußert. Unbedingt anschauen!!

Quelle und umfangreiche Informationen: http://www.swr.de/odysso/-/id=1046894/nid=1046894/did=9079656/mg8suj/index.html

8. November 2011

Podcast: Warum der Hirntod nicht der Tod sein kann…

von kinesiana

Cornelia Menichelli Pixelio

… erklärt in diesem hochinformativen Podcast Dr. Paolo Bavastro – und der muss es wissen, denn er begleitete eine schwangere Patientin mit der Diagnose Hirntod 84 Tage bis zur Geburt ihres Kindes. Können Tote Kinder bekommen? Wie lässt sich das vereinbaren mit der immer wieder dargebrachten Aussage, dass ein Mensch, bei dem der Hirntod diagnostiziert wurde, sowieso höchstens noch ein paar Tage „lebt“? Das war nicht der einzige Fall, wie man unschwer im Internet herausfinden kann, in dem ein Mensch mit Hirnversagen – das ist der passendere Ausdruck – noch viele Wochen bis Monate, ja sogar bis zu 14 Jahre gelebt hat.

Erläutert wird auch die Frage, wer denn die Menschen über Organspende wirklich aufklären kann – auch darüber, dass der Hirntod nicht den Tod bedeutet, das Herz noch schlägt und der Patient bis zum Ende des Procederes beatmet wird.

Hier können Sie alles selbst hören:

Quelle: http://www.podcast.de/episode/2402912/Hirntod-Debatte_1%3A_Wann_ist_das_Leben_zu_Ende%3F

27. September 2011

Ist die Organspende noch aufrecht zu erhalten?

von kinesiana

In einem sehr interessanten Artikel aus der TAZ erwähnen die Autoren Fakten, die jeden wirklich mitfühlenden und -denkenden Menschen innehalten lassen sollten, die die Organspende als einen Akt der Nächstenliebe bezeichnen. Es werden viele Missstände angesprochen von der nicht auszuschließenden Schmerzempfindung der auf dem OP-Tisch liegenden „Leiche„, die sogar der bis Juli 2011 geschäftsführende Arzt der DSO, Prof. Lauchert, einräumte bis hin zu den Geldern, die in diesem Geschäftszweig fließen…

Wer kritische Zusammenhänge wirklich nahegebracht kommen möchte, sollte diesen Artikel unbedingt lesen!

Quelle: http://www.taz.de/Anmerkungen-zur-Organtransplantation/!78828/

16. September 2011

DER SPIEGEL 25/2011 – Aus einer Leiche geboren

von kinesiana

Dieser aktuelle Spiegel-Bericht wirft nochmals die Frage auf, ob das derzeitige Hirntod-Kriterium noch tragbar ist.

Nachdem der Stuttgarter Arzt die letzten Wochen einer schwangeren Frau, Mutter eines heute 20jährigen jungen Mannes Namens Max Siegel, der in diesem Artikel vorgestellt wird, miterleben durfte wird er von einem Satz begleitet: „Hirntot ist nicht gleich tot“.

Quelle:

DER SPIEGEL 25/2011 – Aus einer Leiche geboren.

25. August 2011

Die Würde des Menschen ist unantastbar!

von kinesiana

Auf diesen Seiten möchten wir wissenschaftliche Fakten über das Thema Hirntod und Organspende, aber auch Anregungen und Gedankenanstöße zum Thema Menschenwürde zur Verfügung stellen.

Wir – das sind betroffene Angehörige ebenso wie Ärzte und Wissenschaftler, die mit dieser Thematik Erfahrungen vorweisen und für Aufklärung plädieren.

Zur Einstimmung hier nun ein Interview aus dem Deutschlandradio vom Stuttgarter Kardiologen und Chefarzt Dr. Bavastro, der eine schwangere hirntote Patientin behandelt hat, deren Kind auch durch Kaiserschnitt auf die Welt kommen durfte:

Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen!

Lange Zeit – fast bis dato – war für mich der Organspendeausweis ein Akt der Nächstenliebe. Welche Schattenseiten sich dahinter verbergen, war mir ebenso wenig bewusst wie wohl den allermeisten Mitmenschen auch. Ich dachte, wenn ich tot bin, dann merke ich nichts mehr und somit kann ich ohne eigenes Leid kranken Menschen einen lebensrettenden Dienst erweisen.

Aber:

Wann ist ein Mensch wirklich tot? Wenn bestimmte Areale des Gehirns nicht mehr funktionieren? Wenn das Herz nicht mehr schlägt? Wenn er nicht mehr selbständig atmen kann? Wenn er nicht auf Reize reagieren kann? Wenn das hormonelle System versagt?

Wenn all das als vorübergehender Zustand als akzeptabel toleriert wird: Wie lange darf die Regeneration dauern?

Wann ist ein Leben noch lebenswert? Ab welchem Grad zu erwartender Restschäden wird ein Mensch zur Belastung? Für wen und wer entscheidet das, wenn er nicht mehr ansprechbar ist?

Wie sicher ist die Hirntoddiagnose wirklich und wie hoch ist das zu duldende Restrisiko einer Fehldiagnose?

Wie behandelt man einen Menschen im Koma? Meiner Meinung nach so, als würde er jedes Wort verstehen und jede Berührung wahrnehmen, auch wenn er nicht offensichtlich dazu in der Lage ist, darauf zu reagieren. Doch ist das der Alltag am Krankenbett – der respektvolle sensible Umgang mit schwer kranken Menschen?

Mit diesen Fragen mussten wir uns befassen, da wir knallhart mit der Realität konfrontiert wurden. Teile unserer Geschichte werde ich niederschreiben während ich mich derzeit noch im Verarbeitungsprozess eines schmerzhaften Verlustes befinde.

Kranke Menschen brauchen ihre individuelle Zeit zur Genesung. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die hier mit Quellenangaben veröffentlicht werden, belegen, dass auch schwerst schädel-hirn-traumatisierte Menschen, auch schwere hypoxische Schädigungen, nicht aussichtslos sind, nicht zum Tode verurteilt sein müssen. Wenn kein Hirntod sicher festgestellt wurde, und auch über diese Sicherheit möchten wir diskutieren, besteht die Möglichkeit und der Anspruch – wenn auch nicht die Gewissheit! – auf Frührehabilitation und gezielte intensive Förderung. Auch beatmete Patienten haben den Anspruch und die Chance auf eine solche Rehabilitation. Erst im Laufe der Zeit und unter Beobachtung eines längeren Verlaufes lassen sich die Prognosen sicherer einschätzen.

Liegt nun entweder eine Zustimmung zur Organentnahme vor oder der Patient hat ein gewisses Alter erreicht, werden leider „manchmal“ diese Chancen nicht wahrgenommen und die Schädigungen vorschnell als irreversibel bezeichnet.

Ich bitte jeden Leser uns seine persönlichen Erfahrungen mitzuteilen. Auch wissenschaftliche und medizinische Informationen sind sehr willkommen, denn uns liegt nicht an reißerischen Reportagen aus Profitgründen sondern daran, realistische Aufklärung für Laien, auch für potentielle Organspender, zu erwirken.


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