Gesetz

Grundgesetz:

Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt. …

Artikel 2
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. …
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. …

Artikel 17
Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und an die Volksvertretung zu wenden.

Diese Worte sprechen für sich…

Hier nun der „aktuelle Eid des Hippokrates“, das aktuelle Gelöbnis eines jeden Arztes – die Genfer Deklaration:

http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Genf.pdf

Hierin steht eindeutig folgender Satz:

Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.

In Diskussionen habe ich nun schon mehrfach gehört und gelesen, dass ja mehr Menschen gerettet als durch Fehldiagnosen oder unterlassene Hilfeleistung getötet werden. Das mag sein. Aber welche Waage misst den Wert eines Menschenlebens??

Wenn ein Arzt dieses Versprechen abgibt, heißt es dann nicht, dass genau DIESER ihm anvertraute Patient seine volle Aufmerksamkeit bekommen sollte? Ohne wenn und aber und ohne Warteliste und Wahrscheinlichkeitsrechnungen, die subjektive Prognosen hervorbringen?

Statistik ist und bleibt Statistik. Auch wenn ein Mensch zu 99% keine Überlebenschance hat, dann besteht doch das 1% Chance, mit dem ein Überleben möglich ist. Anders gesagt: Wenn 99 Menschen tatsächlich an ihrer Verletzung sterben, muss dann der Eine, der noch leben könnte auch sterben, nur weil es sowieso zu erwarten und wahrscheinlich war?

Dieses (fiktive) 1% Überlebenschance, das immer besteht, sei es durch die Grenzen der technischen Darstellungsmöglichkeiten oder auch durch die so oft belegten Spontanremissionen oder Wunder, die sich kein Mensch erklären kann, dieses 1% sollte oberstes Gebot des Handelns sein – so steht es im Text!

Dieser Mensch liegt vor dem Arzt und hat einen Anspruch auf seine Hilfe solange bis er wirklich maustot IST! Solange bis trotz aller Maßnahmen der Körper – nicht nur das Gehirn – signalisiert, dass nun der unwiderrufliche Sterbeprozess einsetzt. Und dieser Sterbeprozess kann unterschiedlich lange dauern und sollte in Ruhe und Würde stattfinden, denn es ist ein ebenso wichtiger Schritt im Leben des Menschen wie dessen Geburt.

Also: Wenn ein Arzt am Krankenbett steht, dann darf nur dieser Patient gelten, mit all den Möglichkeiten, die diesem Menschen noch helfen können, unabhängig von Alter und Grad der zu erwartenden Behinderung. Seine Aufgabe sollte es sein nach Lebenszeichen und individuellen Therapie-Möglichkeiten zu suchen anstatt nach Todeszeichen, die die statistisch wahrscheinliche Prognose untermauern.

Dass dieser Mensch Organe besitzt, die anderen Menschen das Leben retten könnten, darf in dieser Situation keine Rolle spielen, denn dieser Mensch besitzt noch das Lebensrecht wie alle anderen auch! Der Arzt hat sich verpflichtet:

Die Gesundheit meines Patienten soll oberstes Gebot meines Handelns sein.

Richtlinien zur Organtransplantation:
http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/RiliOrgaAerztlBeurteilung.pdf

Prof. Ralph Weber von der Uni Rostock beschreibt den Kernpunkt folgendermaßen:

Es „muß der Tod als Endpunkt des biologischen Lebens … eine biologische Größe bleiben, weil es zwischen Tod und Leben keinen dritten Zustand geben kann. Tertium non datur. Eine Todesdefinition, die sich nicht an der physischen Existenz orientiert, sondern dem Menschen aufgrund des Fehlens bestimmter kognitiver Fähigkeiten das Recht …, auf sein Leben abspricht, ist schon deshalb mit Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG nicht vereinbar. Das bedeutet, daß der Tod des Menschen nur und erst bei einem Funktionsverlust beider wesentlicher Systeme, des Bewußtseins und des physischen Organismus, eintritt; der irreversible Ausfall nur eines dieser Systeme reicht nicht aus, um vom Todeseintritt zu sprechen.“

Quelle: http://www.aktion-leben.de/Organspende/sld04.htm

Nachfolgend die Beschreibung der Hirntodfeststellung der Bundesärztekammer:
http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Hirntodpdf.pdf

Und eine der Gegenstimmen:

http://www.initiative-kao.de/09-anna-bergmann.mp3

Organverpflanzungen gelten beim ersten Hören als bewundernswerte Leistung der High-Tech-Medizin, und sie werden idealisiert als Akt christlicher Nächstenliebe. „Der Organempfänger bekommt doch durch das Spenderorgan ein zweites Leben geschenkt“, wird gesagt.

Doch wenn man weiß, dass die Organe einer Leiche nicht geeignet sind für eine Transplantation, sondern nur Organe, die noch leben, also vitale Organe, dann kann man ahnen, dass sich hinter diesem medizinischen Fortschritt ungeahnte Abgründe auftun.Verpflanzt werden können nur vitale Organe, d. h. Organe, die man aus einem noch lebendigen Körper entnommen hat. Wenn ein Mensch einen Herz-Kreislauf- und Atemstillstand erlitten hat, also wenn er eine Leiche ist, dann sind die Organe unbrauchbar. Einem noch lebenden Menschen darf man aber keine Organe entnehmen.

Was tut die Medizin, um diesem Dilemma zu entkommen? Sie erklärt einen Patienten als hirntot, während sein Körper noch künstlich am Leben erhalten wird, d. h. der Kreislauf wird aufrecht erhalten, die Atmung, der Herzschlag. Erst durch die Hirntod-Definition sind Ärzte in der Lage, in einem bestimmten Stadium des Sterbeprozesses lebendfrische Organe zu entnehmen.Daraus ergeben sich die Fragen:
– Bis wann ist jemand lebendig?
– Wann befindet sich ein Mensch im Sterben?
– Ab wann ist ein Mensch endgültig tot?Aus dieser Situation ergeben sich eine Fülle von Problemen: Was bedeutet die Organentnahme für den Menschen, der noch nicht gestorben ist, aber hirntot erklärt wird? Was bedeutet die Organentnahme für Angehörige und das Pflegepersonal? Was bedeutet es für den oder die Empfängerin des Organs? Darüber sprach Dr. Anna Bergmann bei den 5. Caritas-Gesprächen im Bildungshaus St. Arbogast in Götzis.Quelle: http://vorarlberg.orf.at/magazin/klickpunkt/focus/stories/261949/
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