Archive for ‘Prof. Alexandra Manzei’

28. Juni 2013

Organspende – ja oder nein?

von kinesiana

Nimm deine Organe nicht mit in den Himmel – Diskussionen um eine umstrittene Spende

Ein Zitat aus dem lesenswerten Beitrag des WDR5:

„Der amerikanische Neurologe Alan Shewmon erforschte 12.000 Fälle von Hirntoten, die nicht zur Organspende freigegeben waren. Er fand so viele Patienten, die als Hirntote noch über Jahre weiter lebten, dass er das Hirntod-Konzept nicht länger befürwortet. Shewmon kam zu dem Schluss, das Gehirn steuere nicht allein die Körperfunktionen, sondern die Gesamtheit des Körpers sei daran beteiligt.“

Quelle: http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Lebenszeichen/2012/Manuskripte/130310ms_Mueser.pdf

Zu Wort kamen neben anderen auch Herr Gebhardt Focke, der sein Kind zur Organspende freigab und Frau Prof. Manzei

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8. Mai 2013

Interview mit Prof. Manzei zum Thema Hirntod und Organspende

von kinesiana

Ein aufschlussreiches Interview mit der Medizinsozilogin Prof. Alexandra Manzei zum Thema Hirntod und Organspende anlässlich einer Fachtagung zum Thema in der Katholischen Akademie München am 1.März 2013
Prof. Manzei war, bevor sie ihr Soziologiestudium begann und sich habilitierte, Intensivschwester. Sie spricht aus Erfahrung.

„Man möchte eben nicht hören, dass diese Spender eben nicht so tot sind wie andere Leichen auch, weil man dann die Ambivalenz, die damit drin steckt, eigentlich als unerträglich empfinden müsste…“ (Zitat Prof. Manzei). Auch spricht sie darüber, ob vielleicht ökonomische Interessen und Konkurrenzdruck eine Rolle spielen. Warum haben bestimmte Akteure ein Interesse daran, das Thema nur bis zu einem bestimmten Punkt aufzuarbeiten?

31. August 2012

Was steht (noch) nicht im Organspendeausweis?

von kinesiana

In der Sendung Frontal 21 vom 28.08.12 wird im Beitrag „Das neue Organspendegesetz“ umfassend aufgeklärt: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/Frontal-21/2942216/24069134/71531d/Das-neue-Organspendegesetz.html

Flotte Werbung und Ansprache des Mitgefühls und der Nächstenliebe sollen jeden Bürger ab 16 Jahren dazu bringen, seine Organe zu spenden. Doch weiß der Bürger wirklich, was er unterschreibt? Frontal 21 klärt vielseitig auf.

Hierbei kommen auch Kontroversen zur Sprache:

Der Transplantationsmediziner Professor Gundolf Gubernatis vertritt die Überzeugung, dass eine vielschichtige und kritische Aufklärung stattfindet. Er befürchtet, dass die einfachen Werbekampagnen das Gegenteil des gewünschten Effenkts bewirken können, da der mündige Bürger sich über den Tisch gezogen fühlen könnte.

Interviewte Menschen zeigen sich ängstlich, dass Kriminalität im Spiel sein könnte und dass sie vielleicht schneller abgeschaltet werden, weil dringend Organe gebraucht werden.

Wissen SIE zum Beispiel, dass ein Kreuz beim JA ohne Einschränkungen bedeutet, dass alle tranplantierbaren Organe, Augenhornhaut und andere Gewebe zum Teil für die klassische Organspende, aber auch die pharmakologische Weiterverarbeitung verwendet werden?

Wissen SIE, dass der Hirntod nicht dasselbe wie der Tod ist? Gehirn- und Atemzentrum fallen zwar aus, aber andere Organe funktionieren noch. Organentahme kann aber nur bei Hirntoten erfolgen, nicht bei Leichen, denn sie müssen frisch sein. Es handelt sich um lebende Menschen, die sich in ihrem Sterbeprozess befinden.

Wissen SIE, dass der Patient noch Stunden bis Tage intensivmedizinisch am Leben gehalten wird? Daher besteht auch ein Widerspruch zur Patientenverfügung, die für einen würdevollen Tod lebenserhaltende Maßnahmen ablehnt. Frau Prof. Manzei sagt hierzu: „Mit einem würdevollen Tod hat das nichts zu tun.“

Wissen SIE, dass der Hirntod als Todesdefinition sowohl national als auch international diskutiert wird?

Wissen Sie, dass auch Ärzte nicht sicher wissen können, was Patienten auf tieferen Ebenen als denen des Wachbewusstseins noch erleben und wahrnehmen?

Wissen Sie, dass auch ein Teil der Juristen den Hirntod sehr kritisch sieht?

Prof. Gubernatis empfiehlt, dass der Tod als gesellschaftliches Thema auch gesellschaftlich diskutiert werden sollte. Einen naturwissenschaftlichen Beweis gebe es nicht!