Archive for ‘Von Ärzten und Wissenschaftlern’

11. Juli 2015

Bewusstsein und die Definition des Todesaugenblicks

von kinesiana

„Dr. Klaus Volkamer im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt.

Wann ist ein Mensch wirklich tot? Was hat die Feinstofflichkeit mit Transplantation und Organspende zu tun?

Spannende Sichtweisen vom Wissenschaftler Dr. Klaus Volkamer im Interview mit Michael Friedrich Vogt.

 

18. Februar 2014

Zweifel an der Hirntoddiagnostik

von kinesiana

Wie in der Huffingtonpost und der all-in.de aktuell zu lesen ist, liegen der Süddeutschen Zeitung Unterlagen vor, die den Leser an der Sicherheit der Hirntoddiagnostik hierzulande zweifeln lassen.

Es wird berichtet, dass schon ausgestellte Totenscheine korrigiert werden mussten, weil der Hirntod in einigen Fällen nicht nach den dafür vorgesehenen Richtlinien diagnostiziert worden sei, was den mangelnden Erfahrungen des medizinischen Personals zugeschrieben wurde. Der ehemalige geschäftsführende Arzt Dr. Gundolf Gubernatis beklagte der SZ gegenüber diesbezüglich ein Qualitätsdefizit in der Ausbildung der Ärzte.

Es sei nach den vorliegenden Unterlagen zur Feststellung des Hirntodes trotz Betäubung gekommen oder auch der Atemtest nicht korrekt durchgeführt worden.

Die Bundesärztekammer hält jedoch die Qualität der Hirntoddiagnostik für ausreichend. Der Vorstand der DSO, Rainer Hess, betonte, dass es in den vergangenen Jahren nur zwei mal zu einer Organentnahme nach einer regelwidrigen Hirntodfeststellung gekommen sei.

Bei Patienten, die keine Organspender sind, werden nach dieser Diagnose in der Regel die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet, da rechtlich gesehen der Tod eingetreten ist.

Quellen:

http://www.all-in.de/nachrichten/deutschland_welt/boulevard/SZ-Menschen-in-deutschen-Krankenhaeusern-werden-oft-faelschlicherweise-fuer-hirntot-erklaert;art15814,1539541#sthash.4cJ6oMlx.YoY3Wm2e.dpuf

http://www.huffingtonpost.de/2014/02/17/bericht-patienten-werden-faelschlicherweise-fuer-hirntot-erklaert_n_4804893.html

9. Dezember 2013

N24 Diskussionsrunde zum Thema Organspende

von kinesiana

Interessante Diskussion mit Gebhard Focke / KAO, Daniel Bahr und dem Herzchirurgen Prof. Hetzer

Leider werden derzeit nur die Informationsschriften der BZgA von politischer Seite empfohlen und eine diesbezügliche Aussage des langjährigen Gesundheitsministers Daniel Bahr macht Hoffnung, dass auch die KAO-Aufklärung bald einen offiziellen Platz dort findet. Er wünscht sich, dass mehr Menschen sich mit dem Thema Organspende auseinander setzen und ist Herrn Focke und dem Verein KAO dafür dankbar, dass sie dazu beitragen, dass sich die Bevölkerung mit der Thematik auseinandersetzt.

Thematisiert werden in dieser Runde die Themen Hirntod, Organspendeausweis, Transplantationsskandal und Aufklärung

13. September 2013

Umfassende Aufklärung zu Hirntod und Organspende

von kinesiana

Dieser umfassende offene Brief informiert über Hirntod und Organspende. Die Entstehung der Diagnose wird ebenso erklärt wie die Durchführung der Hirntoddiagnostik.

Dieser Brief beinhaltet Informationen, die in keiner Aufklärung zur Organspende fehlen dürfen!

 

Offener Brief über die dunkle Seite der Organspende

 

„Zur Zeit ist ein Thema mal wieder in aller Munde: Die Organspende. Krankenkassen schicken uns Aufklärungsmaterial und Ausweise zu, die Schulen werben darum und Prominente aller Couleur  machen in mehr oder weniger witzigen Werbespots auf dieses Thema aufmerksam.

Was ist los und was ist dran an diesem Hype?

Zunächst einmal hängt er mit dem neuen Organspendegesetz zusammen, das im vergangenen Herbst in Kraft getreten ist. Von der Politik unseres Landes gewollt, sollen sich die Menschen mit der Organspende auseinandersetzen und dazu Stellung beziehen. Eine Pflicht zur Entscheidung oder zum Ausfüllen des Ausweises besteht nicht.

Aber warum ist das Thema gerade jetzt so brisant?

Weil mit dieser Werbeaktion unsere Spendenbereitschaft wieder gesteigert werden soll. Die hatte durch die Klinikskandale der letzten Zeit erheblich gelitten. Man lässt sich das auch einiges kosten: Viele schöne bunte Broschüren und witzige Fernsehspots sollen Lust darauf machen, seine Organe einem anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. Ja, man bekommt schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn man sie nach seinem Tode für sich behalten will!

Nach seinem Tode…  Damit geht es auch schon los. Ihr seid nämlich noch gar nicht tot, wenn die Organe entnommen werden. Wusstet Ihr das? Ihr seid zu Tode definiert und das ist ein Riesenunterschied. …“

 

Bitte hier weiter lesen:

http://www.diagnose-hirntod.de/?page_id=391

21. Juli 2013

Widerstand beim Öffnen der Augen als Bewusstseinstest

von kinesiana

 

Wie auf dem 23. Meeting der ENS (Europäischen Neurologengesellschaft) vor 3000 Experten bekannt gegeben wurde entdeckte der Komaforscher und Leiter der Coma Science Group einen einfachen Nachweis für Bewusstsein.

Bei Menschen mit eingeschränktem Bewusstsein lässt sich oft ein Widerstand beobachten, wenn versucht wird ihnen die Augen manuell zu öffnen. Nun untersuchten die Wissenschaftler in einer Studie, ob dies als Reflex oder als Zeichen für gewollte Abwehr, also Bewusstsein, zu werten ist.

Bei fast allen untersuchten Patienten wurden Zornesfalten und Hornhautreflexe beobachtet, jedoch nur 22 von 108 zeigten einen Widerstand beim Öffnen der Augen. Die meisten dieser Patienten befanden sich im Wachkoma oder im minimales Bewusstseinszustand. Es stellte sich heraus, dass ihr Bewusstseinsgrad höher war als ursprünglich angenommen.

Prof. Laureys hält es für sehr unwahrscheinlich, dass es sich beim Widerstand gegen das Augenöffnen um einen reinen Reflexmechanismus handelt, sondern er deutet es als Vorzeichen dafür, dass ein Befehl ausgeführt wird.

Da der Bewusstseinslevel bei den meisten Betroffenen meistens schwankt, plädiert Laureys für wiederholte Beurteilungen. Pflegende könnten diesen Test im Alltag einfach wiederholt ausführen, damit ließe sich die Beurteilung einiger komatöser Patienten möglicherweise verändern. (APA/red, 10.6.2013)

Quelle: http://derstandard.at/1369363156044/Komapatienten-Reflex-oder-gewollter-Widerstand

 

 

21. Juli 2013

Unterschied zwischen Hirntod und Wachkoma

von kinesiana

Prof. Laureys und sein Team, Lüttich/Belgien, konnten in einer Studie mittels Magnetresonanz (MRT) den Unterschied zwischen Hirntod und Wachkoma nachweisen. Die MRI-Daten haben gezeigt, dass bei Wachkomapatienten noch Verbindungen zwischen bestimmten neuronalen Netzwerken gibt, wenn auch weniger als bei Gesunden. Diese Verbindungen seien bei hirntoten Patienten nicht mehr nachweisbar.

Quelle: http://www.medicinebook.de/load.php?name=News&file=article&sid=1432

18. Juli 2013

Wie stehen Neurologen zum Hirntod?

von kinesiana

Leider liegt mir die Auswertung des DIVI-Kongresses in Hamburg noch nicht vor. Nähere Angaben hierzu finden Sie hier: http://www.welt.de/regionales/hamburg/article111878835/Wie-wuerden-Aerzte-beim-Hirntod-am-liebsten-handeln.html

Ja, wir dürfen immer noch gespannt auf die Antworten sein…

Dennoch gibt es Zahlen, hier aus den USA: 2012 wurden dort 500 Neurologen schriftlich befragt, ob für sie der Hirntod mit dem Tod gleichzusetzen sei und welche Kriterien ihrer Meinung nach den Hirntod ausschließen. Hiervon antworteten 44%.
Von den eingegangenen Antworten glaubten nur 27%, dass der Hirntod dem Tod gleichzusetzen sei. Einige von ihnen begründeten ihre Antwort damit, dass der irreversible Verlust des Bewusstseins der Tod des Menschen sei. Andere wiederum argumentierten, dass die lebenswichtigen Funktionen des Körpers nicht aufrecht erhalten werden können.
Viele Neurologen antworteten, dass gewisse noch bestehende Hirnfunktionen nicht mit dem Hirntod vereinbar seien – wie z. B. EEG-Aktivität, evozierte Potenzialaktivität sowie weiterhin bestehende neuroendokrine Funktionen des Thalamus (Hormon-Stoffwechsel). Für viele der befragten Ärzte ist ein noch vorhandener Blutfluss im Gehirn ebenso wenig mit der Diagnose Hirntod kompatibel wie ein nicht vollständig zerstörter Hirnstamm.
Das Fazit der Befragung lautet diesen Angaben zufolge, dass amerikanische Neurologen sich weder darüber einig sind, ob der Hirntod den Tod darstellt noch sind sie sich bezüglich der diagnostischen Tests vollkommen einig.
Quelle: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3310851/

3. Juli 2013

Wissenschaftler erstellen funktionstüchtiges Lebergewebe aus Stammzellen

von kinesiana

Japanischen Wissenschaftlern ist es gelungen menschliches Lebergewebe aus Stammzellen herzustellen.

Takanori Takebe gelang es mit seinem Team menschliches Lebergewebe heran wachsen zu lassen, indem er pluripotente Stammzellen mit anderen Zellen mischte und als 5mm große Gewebeklümpchen in das Gehirn einer Maus verpflanzte (in einem gläsernen Schädel). Dort entwickelte sich daraus menschliches Lebergewebe inclusive Blutversorgung.

Im Bericht der „Nature“ heißt es, dies sei das erste aus pluripotenten Stammzellen hergestellte funktionierende Organ. Davor konnten Organe nur aus embryonalen Stammzellen hergestellt werden, was ethische Kontroversen entstehen ließ. Die pluripotenten Stammzellen (iPS) jedoch werden aus Hautzellen des Patienten entnommen und in einen unspezifischen Zustand umprogrammiert, von dem aus sie sich in jede Zellform entwickeln können.

Laut Takebe übernimmt das Lebergewebe auch die leberspezifischen Funktionen.

Prof. Malcolm Alison, Stammzellbiologe an der Queen Mary University in London, geht davon aus, dass Menschen mit Leberversagen durch diese Mini-Lebern aus Hautzellen geholfen werden kann.

Prinzipiell, so Tabeke, besteht die Möglichkeit auch Nieren, Lungen und Bauchspeicheldrüsenteile so herzustellen – allerdings wird bis dahin noch einige Zeit vergehen.

Quelle: http://medicalxpress.com/news/2013-07-scientists-human-liver-stem-cells.html

 

28. Juni 2013

Organspende – ja oder nein?

von kinesiana

Nimm deine Organe nicht mit in den Himmel – Diskussionen um eine umstrittene Spende

Ein Zitat aus dem lesenswerten Beitrag des WDR5:

„Der amerikanische Neurologe Alan Shewmon erforschte 12.000 Fälle von Hirntoten, die nicht zur Organspende freigegeben waren. Er fand so viele Patienten, die als Hirntote noch über Jahre weiter lebten, dass er das Hirntod-Konzept nicht länger befürwortet. Shewmon kam zu dem Schluss, das Gehirn steuere nicht allein die Körperfunktionen, sondern die Gesamtheit des Körpers sei daran beteiligt.“

Quelle: http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Lebenszeichen/2012/Manuskripte/130310ms_Mueser.pdf

Zu Wort kamen neben anderen auch Herr Gebhardt Focke, der sein Kind zur Organspende freigab und Frau Prof. Manzei

28. Juni 2013

Wann ist ein Mensch tot?

von kinesiana

Ein interessanter Beitrag aus „Leonardo – Wissenschaft und mehr“ von WDR5:
http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2010/11/Manuskripte/ms101124Wannistmantot.pdf

Teilnehmer:

  • Prof. Eckhard Nagel, ärztlicher Direktor des Uniklinikums Essen und Mitglied im Deutschen Ethikrat
  • Stephan Sahm, Arzt und Medizinethiker
  • Dr. Sabine Müller, Charite Berlin

Erwähnt wird in diesem Artikel u.a., dass der US-amerikanische Bioethikrat 2008 zu dem Schluss kam, dass eine naturwissenschaftliche Begründung des Hirntodes nicht mehr gerechtfertigt sei.

175 dokumentierte Fälle sollen laut diesem Bericht belegen, dass hirntote künstlich beatmete Patienten noch zwischen 1 Woche bis zu 14 Jahre überlebt haben. Hiermit habe sich die Behauptung, der Hirntod sei der Tod des Menschen, als unhaltbar erwiesen.

Die vormals naturwissenschaftlich-biologische Frage nach dem Hirntod wird nun verwandelt in die philosophische Fragestellung, was denn das Leben ausmacht.