Archive for ‘Juristische Aspekte’

13. August 2014

Doku auf Phoenix

von kinesiana

Gerd Altmann Pixelio.de

Gerd Altmann Pixelio

Morgen, am 14.August, kommt bei Phönix – leider sehr spät (23″45) –  noch einmal eine ARD-Dokumentation von 2012:

Wer bestimmt am Lebensende? (Silvia Matthies)
Der Film ist unter anderem deshalb interessant, weil es u.a.  um einen chronischen Hirntod geht. Obwohl  vor allem ein Einzelfall geschildert wird, wirft die Dokumentation grundsätzliche  juristische und ethische Fragen auf.
* Darf ohne Zustimmung des Betreuers eine Hirntoddiagnostik durchgeführt werden?
* Dürfen nach Ablehnung der Organspende durch die Ehefrau die  persönlichen Daten des Patienten an die DSO weitergegeben werden?
* Wenn die Familie nach der Hirntodiagnostik Zweifel an der Qualität der Diagnose hat und verlangt, dass der  Angehörige weiterbeatmet wird – wer kommt dann für die immensen Kosten auf, die auf der Intensivstation entstehen?
Das Strafverfahren wurde letzte Woche (teilweise wegen Geringfügigkeit) eingestellt, das Zivilverfahren läuft.
18. Februar 2014

Zweifel an der Hirntoddiagnostik

von kinesiana

Wie in der Huffingtonpost und der all-in.de aktuell zu lesen ist, liegen der Süddeutschen Zeitung Unterlagen vor, die den Leser an der Sicherheit der Hirntoddiagnostik hierzulande zweifeln lassen.

Es wird berichtet, dass schon ausgestellte Totenscheine korrigiert werden mussten, weil der Hirntod in einigen Fällen nicht nach den dafür vorgesehenen Richtlinien diagnostiziert worden sei, was den mangelnden Erfahrungen des medizinischen Personals zugeschrieben wurde. Der ehemalige geschäftsführende Arzt Dr. Gundolf Gubernatis beklagte der SZ gegenüber diesbezüglich ein Qualitätsdefizit in der Ausbildung der Ärzte.

Es sei nach den vorliegenden Unterlagen zur Feststellung des Hirntodes trotz Betäubung gekommen oder auch der Atemtest nicht korrekt durchgeführt worden.

Die Bundesärztekammer hält jedoch die Qualität der Hirntoddiagnostik für ausreichend. Der Vorstand der DSO, Rainer Hess, betonte, dass es in den vergangenen Jahren nur zwei mal zu einer Organentnahme nach einer regelwidrigen Hirntodfeststellung gekommen sei.

Bei Patienten, die keine Organspender sind, werden nach dieser Diagnose in der Regel die lebenserhaltenden Maschinen abgeschaltet, da rechtlich gesehen der Tod eingetreten ist.

Quellen:

http://www.all-in.de/nachrichten/deutschland_welt/boulevard/SZ-Menschen-in-deutschen-Krankenhaeusern-werden-oft-faelschlicherweise-fuer-hirntot-erklaert;art15814,1539541#sthash.4cJ6oMlx.YoY3Wm2e.dpuf

http://www.huffingtonpost.de/2014/02/17/bericht-patienten-werden-faelschlicherweise-fuer-hirntot-erklaert_n_4804893.html

3. Oktober 2013

Buchtipp

von kinesiana

Regina Breul im Gespräch mit Wolfgang Waldstein. Hirntod – Organspende: Und die Kirche schweigt dazu.

Für kaum ein anderes bioethisches Thema wird von verschiedenen Stellen so massiv Werbung betrieben wie für die Organspende. Mit oft fragwürdigen Methoden wird für die Bereitschaft zur Zustimmung einer Organentnahme nach dem sogenannten Hirntod geworben. Im Gespräch mit dem renommierten Juristen Prof. Dr. Wolfgang Waldstein will Frau Dr. Regina Breul umfassend über die andere Seite der Transplantationsmedizin informieren, insbesondere über das umstrittene Hirntodkriterium zur Todesfeststellung.

http://www.amazon.de/Hirntod-Organspende-Kirche-schweigt-dazu/dp/3981594355/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1381012396&sr=1-1&keywords=regina+breul

3. Oktober 2013

Offener Brief zur Organspende bei TimeToDo-TV

von kinesiana

Ungefähr bei Minute 30 beginnt das Thema Organspende und der offene Brief von Andrea von Wilmowsky wird vorgelesen.

Nachzulesen ist der Brief u.a. auch hier: http://www.diagnose-hirntod.de/?page_id=391

 

 

 

20. Juli 2013

Interessante Umfrage

von kinesiana

Nach den Manipulationen an der Warteliste ist das Vertrauen deutscher Bürger in die Organspende erschüttert. Die DSO  (Deutsche Stiftung Organtransplantation richtet sich nun organisatorisch neu aus – unter anderem sollen Bund und Länder künftig im Stiftungsrat mitbestimmen.

Auf die Frage, o die Änderungen der DSO ausreichen, das Vertrauen der Deutschen in die Organspende zu stärken fiel eindeutig aus:

  • 27,6% der Befragten waren der Meinung, dass die DSO zukünftig gut genug aufgestellt sein wird, um das Vertrauen der Bürger zurück zu gewinnen
  • 71,4% waren der Meinung, dass sich das verspielte Vertrauen nur mit staatlicher Kontrolle wieder aufbauen lässt
  • 2% hatten keine Meinung

Dr. Harald Terpe, Bundestagsabgeordneter der Grünen, bezeichnet die neuen Veränderungen der DSO als „reine Kosmetik“, da die Ministerialbeamten, denen nun das Stimmrecht gewährt wurde, in der Praxis leicht von den anderen Mitgliedern überstimmt werden können.

Sowohl Dr. Terpe als auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordern eine staatliche Rechtsaufsicht.

Quelle: http://www.gerechte-gesundheit.de/debatte/umfragen.html

 

 

4. Juli 2013

Grauzone Organspende

von kinesiana

3. Juli 2013

Reduzierte Überlebensrate nach Lebertransplantation in Essen

von kinesiana

LeberAm Uniklinikum Essen liege die 3-Jahres-Überlebensrate nach Lebertransplantation bei nur 57,5% – das geht laut der Süddeutschen aus dem Tätigkeitsbericht der Klinik hervor. Liegt das daran, dass dort Organe wie in Deutschland üblich nach Dringlichkeit vergeben werden (an die kränksten Patienten) oder werden in Essen möglicherweise Lebern mit reduzierter Qualität transplantiert? 

Im internationalen Schnitt liegt die Erfolgsrate zwischen 70 und 80%. Die meisten anderen deutschen Lebertransplantationszentren erreichen diese Werte ebenfalls.

Quellen:

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/organspende/article/842021/leber-transplantation-qualitaetsproblem-dementi.html

http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/organspende-skandal-neue-auffaelligkeiten-bei-leber-transplantationen-1.1709468

Und weil´s zum Thema passt:

Der ehemalige Leiter des Transplantationszentrums Rechts der Isar Prof. Uwe Heemann äußert sich in einer Fachzeitschrift zu den Hintergründen des Skandals mit klaren Worten. Für ihn scheint klar, dass eine „Hauptmotivation der Wunsch nach vermehrten Lebertransplantationen“ war. Da Deutschland bereits vor dem Skandal eine niedrige Spenderrate im internationalen Vergleich gehabt habe, sei dies nur über eine Manipulation der Warteliste möglich gewesen.

Ob Prof. Heemann nach seiner öffentlichen Stellungnahme noch seine Funktionen in der Deutschen Transplantationsgesellschaft ausüben darf, ist nun fraglich.

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/25j38r/1393123/Chefarzt-aeussert-schweren-Verdacht.html

22. April 2013

Spiegelartikel von 1968 zum Thema Hirntod und Organspende

von kinesiana

Bereits im Jahr 1968 gab es Kontroversen zur Organspende. Der Transplanteur Barnard erklärte seine Haltung  mit den allseits bekannten Argumenten, dass dem Spender nicht mehr geholfen, das Leben des Empfängers jedoch gerettet werden könne.

Bereits 1964 wurde in England ein nach einer Schlägerei tödlich verletzter Mann eingeliefert, reanimiert und anschließend beatmet. Nach englischem Gesetz war dieser Patient am Leben. Nach 24 Stunden entfernte man ihm eine Niere und transplantierte sie einem anderen Patienten – nach der Organentnahme wurde die Beatmung abgeschaltet.

Kritiker befürchteten laut diesem 45 Jahre alten Spiegelartikel jedoch Organhandel auf dem Schwarzmarkt, Meuchelmorde und Ärzte, die voreilig zu den Herzen noch nicht gestorbener Patienten greifen könnten.

Als Ausgleich hierzu befürwortete Prof. De-Bakey bereits zu jener Zeit die Konstruktion automatischer Organe wie Nieren, Lungen und Herzen aus Transistoren, Stahl und Plastik!

Originalartikel Spiegel 1968: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45465397.html

25. November 2012

Infobrief zum Hirntodkonzept

von kinesiana

Makrodecher Pixelio.de

Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages veröffentlichte eine kritische Betrachtung des Hirntodkonzepts unter medizinischen, juristischen und ethischen Aspekten:

http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2012/Hirntod.pdf

15. November 2012

Strafanzeige gegen DSO-Chef Kirste wegen Falschaussage

von kinesiana

Sowohl der amtierende Vorsitzende Günter Kirste als auch ein weiterer Mitarbeiter der DSO – Deutsche Stiftung Organtransplantation – sollen eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben haben. 

http://taz.de/taz-stellt-Strafanzeige-gegen-DSO-Chef/!105617/