Archive for ‘Lazarus-Syndrom’

14. Juni 2012

Können Hirntote Schmerzen empfinden?

von kinesiana

Die ehemalige Krankenschwester Alexandra Manzei behandelte 15 Jahre lang Komapatienten. Den Umgang mit „Hirntoten“ konnte sie nicht länger ertragen und spircht heute als Soziologieprofessorin öffentlich über die Themen Hirntod und Organspende.

Thommy Weiss pixelio.de

Frau Prof. Manzei spricht also nicht nur theoretisch, sondern aus ihrer persönlichen langjährigen Erfahrung heraus, wenn sie beschreibt, dass klare Schmerzreaktionen wie Blutdruckanstieg, Schwitzen, Zucken und Gesichtsrötungen nicht nur zufällig auftreten, sondern regelrecht ausgelöst werden können. Wenn der Bauchraum zur Organentnahme geöffnet wird steigen Blutdruck und Herzfrequenz schlagartig an, obwohl den „Hirntoten“ in einigen Fällen Beruhigungs- und Schmerzmittel verabreicht werden. Diese Maßnahme erfolgt aber vor allem zugunsten des Personals und damit während der Organentnahme keine reflexartigen Bewegungen ausgelöst werden.

Das Interview ist hier nachzulesen:

http://www.berliner-zeitung.de/politik/organspende-reform-im-bundestag-wer-noch-warm-ist–ist-nicht-tot,10808018,16092604.html

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5. Juni 2012

Hirntod als Geschäftsmodell?

von kinesiana

Ein lesenswerter Artikel im Konkret-Magazin: http://www.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/geschaeftsmodell-hirntod.html

Was hat es auf sich mit den Skandalen der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) und den rückläufigen Spenderzahlen?

Die DSO, Eurotransplant und die Bundesärztekammer sind „nichtstaatliche Akteure“, die darüber entscheiden unter welchen Bedingungen Organe entnommen und nach welchen Richtlinien sie verteilt werden sollen.

In politischen Debatten ist man sich einig: Organentnahmen sind positiv, denn sie können Leben retten. Das scheint einstimmig und einleuchtend, denn die gängige Meinung ist, dass dabei ja nur Nutzen entsteht und niemandem Schaden zugefügt wird, denn der Mensch, dem die Organe entnommen werden, ist schon tot… Hier besteht kein Diskussionsbedarf, da die Sachlage klar ist – oder etwa doch nicht?

Wann ist ein Mensch tot? Tritt der Tod wirklich mit dem Hirntod ein und ist das unumstritten sicher?

Nein, das ist sicher nicht unumstritten, sondern scheint eher als „normative Verabredung“. Ein Mensch, der Organe spendet muss noch leben – er muss durchblutet sein, das Herz muss noch schlagen, er wird bei der Organentnahme weiterhin beatmet. Dabei zeigt er auch noch vegetative Reaktionen, die Stressreaktionen gleichen.  Es ist ein Sterbeprozess, der noch nicht abgeschlossen ist – auch ohne Hirnfunktionen kann das Herz noch weiterschlagen, die Ausscheidungen funktionieren, Kinder können ausgetragen werden usw.

Zitat Bundesärztekammer in einer Anmerkung zu ihren Richtlinien zur Feststellung des Hirntods (3. Fortschreibung 1997):

„Beim Hirntoten können spinale Reflexe und Extremitäten-Bewegungen (z. B.: Lazarus-Zeichen) sowie die Leitfähigkeit des peripheren Abschnittes von Hirnnerven, die periphere Erregbarkeit und spontane Entladungen im Elektromyogramm der Gesichtsmuskeln vorübergehend noch erhalten bleiben oder wiederkehren, solange der Körper-Kreislauf und die Beatmung aufrechterhalten werden.“

Ist die Einwilligung zur Organspende im Sinne der Patientenverfügung, die beinhaltet, dass Menschen nicht durch Apparatemedizin künstlich amLeben erhalten werden möchten?

Nein, die Geräte und Schläuche sind zwingend notwendig, wenn eine Organentnahme stattfindet! Die Vitalfunktionen werden unterstützt und aufrecht gehalten, um die „Frische“ der entnommenen Organe zu gewährleisten. Bis zum Schluss. Das widerspricht der Patientenverfügung, die viele Menschen abgeschlossen und unterzeichnet haben. Die Patientenverfügung wird mit dem Unterzeichnen des Organspendeausweises wirkungslos.

Fest steht, dass es an ehrlicher umfassender Aufklärung mangelt. Wo wird man denn darüber informiert, dass der Hirntote noch Reflexe hat, dass das Herz bei der Explantation noch schlägt und damit sogar die Patientenverfügung unwirksam ist?

Erreicht werden soll nun eine Steigerung der Organspenden – aber um welchen Preis?

Über weitere rechtliche Konsequenzen können Sie sich im Originalartikel informieren.

1. Juni 2012

Wie tot sind Hirntote?

von kinesiana

Sabine Müller beschreibt auf der Homepage des Deutschen Bundestages, dass bei 2 von 30 hirntoten Spendern bei der Explantation Stressreaktionen auftreten, die gleichen physiologischen Reaktionen, wie sie bei starken Schmerzreizen beobachtet werden.

Blutdruck und Puls steigen sprunghaft an, ebenso die Konzentration der Botenstoffe Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin. Dies zeigte eine Untersuchung von Hans-Joachim Gramm et al. (Vgl. Hans-Joachim Gramm et al., Hemodynamic responses to noxious stimuli in brain-dead organ donors, in: Intensive Care Medicine, 18 (1992) 8, S. 493ff.)

In Deutschland ist eine apparative Zusatzdiagnostik (EEG, Doppler-Sonografie u. a.) nur unter besonderen Umständen vorgeschrieben, um die Unumkehrbarkeit des Hirntodes, die Irreversibilität, nachzuweisen.

Quelle: http://www.das-parlament.de/2011/20-21/Beilage/001.html

25. Mai 2012

Organspende: Was Hirntod eigentlich bedeutet

von kinesiana

Zur Definition des Hirntodes und der Diagnose:

Kann es sein, dass ein Mensch tot ist, obwohl sein Körper noch warm ist, schwitzt und Stressreaktionen zeigt?

Handelt es sich um einen toten oder um einen sterbenden Menschen?

Wie sicher ist die Hirntod-Diagnostik wirklich?

Die American Academy of Neurology bescheinigte der von ihr selbst vorgeschriebenen Hirntoddiagnostik aus dem jahre 1995 eine mangelnde wissenschaftliche Fundierung: es gebe weder

  • ausreichende Nachweise für die notwendige Beobachtungszeit um die Unumkehrbarkeit des Hirntodes sicher festzustellen noch
  • sei die Zuverlässigkeit der Atemstillstandstests und der verschiedenen apparativen Verfahren – die in Deutschland nicht in jedem Fall durchgeführt werden müssen! – zweifelsfrei bewiesen

Heiner Lauterbach beruhigt jedoch den deutschen Bürger: „Der Hirntod kommt einer Enthauptung gleich“. Daher müsse sich niemand davor fürchten als Ersatzteillager missbraucht zu werden.

Denke jeder was er will – mir wird es dabei grummelig im Bauch…

Quelle: Organspende: Was Hirntod eigentlich bedeutet | Politik – Frankfurter Rundschau.

 

5. Oktober 2011

Zweckgerichtete Hirntod-Definition

von kinesiana

von Prof. Linus Geisler

zum Beitrag von Martina Lenzen-Schulte „Geschichtsklitterung in der Hirntoddebatte“ (F.A.Z., „Natur und Wissenschaft“ vom 27. Oktober):

Die Empfehlung der Harvard Kommission von 1968, das nicht mehr umkehrbare Koma als neues Todeskriterium anzuerkennen, gilt für die Transplantationsmedizin als historische Legitimation zur Organentnahme bei hirntoten Menschen. Wer das Original kennt, kann gar nicht anders als darin eine eindeutige Verknüpfung zwischen Hirntod als Todeskriterium und Organtransplantation zu erkennen. Als Grund für das neue Todeskriterium wird angegeben:

„Überholte Kriterien zur Bestimmung des Todes können zu Meinungsverschiedenheiten hinsichtlich einer Entnahme von Organen zwecks Transplantation führen“ (Übersetzung: Helen Siegburg, Uwe Herrmann). Freilich wurde im Harvard-Papier neben Nulllinien-EEG und anderen Kriterien als obligates Kennzeichen gefordert: keine Bewegungen, keine Reflexe.

Sterbende Menschen, die die heute bei uns gültigen Hirntodkriterien erfüllen, „dürfen“ jedoch sehr wohl spontane Bewegungen (sog. Lazarus-Zeichen) und eine ganze Reihe spinaler (d.h. vom Rückenmark ausgehender) Reflexe aufweisen. Nach der Harvard-Deklaration hätten sie also 1968 nicht als Tote angesehen und folglich auch nicht zur Organentnahme herangezogen werden können. 

Diese Tatsache und dass in der Folgezeit weltweit an die 30 unterschiedliche „Hirntod-Sets“ publiziert wurden, zeigt eindeutig den zweckgerichteten Verabredungscharakter der Hirntoddefinition und die Fragwürdigkeit auf diesem Wege zu einer anthropologisch akzeptablen Definition des menschlichen Todes zu kommen. Dass im Hinblick auf das anbrechende Zeitalter der Transplantationschirurgie nach der ersten gelungenen Herztransplantation durch Barnard 1967 die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie 1968 eine Publikation zum „Kriterium des Todes“ herausgab (Dtsch. Ärzteblatt. 19, 1968, 1113-1114), ist im gleichen Lichte zu sehen. 

Dass das neue Todeskriterium erarbeitet wurde, um besondere Engpässe bei der intensivmedizinischen Behandlung von Hirntoten zu vermeiden, ist wenig glaubhaft, da Hirntodesfälle insgesamt gesehen sich selten ereignen (in Deutschland kommen von den ca. 900.000 jährlichen Sterbefällen maximal 5000 Menschen für eine Organentnahme in Betracht). Der Tod des Menschen hat sich nicht geändert; der Hirntod als „unsichtbarer Tod“ (der Terminus erinnert an des Kaisers neue Kleider) ist ein Resultat der zeitlupenhaften Ausdehnung dieser Sterbephase durch Maßnahmen der Intensivmedizin. Nichts geändert hat sich auch an der Erkenntnis, dass der Umgang einer Kultur mit ihren Sterbenden und Toten ein guter Maßstab für ihre Einstellung zu den Lebenden ist.

 

Quelle: http://www.linus-geisler.de/artikel/9911faz_hirntod.html

7. September 2011

Sichere Hirntoddiagnose?

von kinesiana

Immer wieder wird uns versichert, dass die Hirntoddiagnose absolut sicher ist. Allerdings ist es inzwischen weltweit anerkannt,dass für hirntot erklärte Patienten nicht tot sind.
Die Wahrheit wird ignoriert.

In diesem Video werden Reaktionen auf äußere Reize wie Blutdruckanstieg und Adrenalinerhöhung dokumentiert – eindeutige Antworten auf Umweltreize!