Archive for ‘Herztod’

6. September 2015

Reanimationsdauer mindestens 35 Minuten

von kinesiana

Gerd Altmann Pixelio.deForscher der Universitätsklinik in Kanazawa (Japan) fanden heraus, dass mit einer Reanimationsdauer bis zu 35 Minuten gute Ergebnisse erzielt werden können!
„Bei 99,1 Prozent der Überlebenden und 99,2 Prozent jener mit gutem neurologischen Zustand hatte binnen 35 Minuten Reanimation der Blutkreislauf wieder spontan eingesetzt.“
Berücksichtigt wurde dabei das Überleben sowie der neurologische Zustand des Patienten.

Quelle: http://www.univadis.de/medical-news/53/Reanimation-ausserhalb-der-Klinik-sollte-ueber-30-Minuten-dauern?u=g7Nnk16ewgsNvJfVfnBrdt4DTS8%2F7GnwicULEMUyos31NliT3Qbos6TxkGKLWOfc

Foto: Gerd Altmann Pixelio.de

26. September 2013

Hirntod = Tod?

von kinesiana

Den für eine Organspende erforderlichen Hirntod mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen ist längst nicht mehr unumstritten.

In diesem spannenden Hörfunkbeitrag kommen Dr. Jürgen in der Schmitten, Dr. Tanja Krones und Prof. Dieter Birnbacher zu Wort.

Nicht wenige Ärzte halten das derzeit bestehende Hirntodkonzept für überholt. Nach dem noch gültigen Konzept soll der Mensch, dessen Gehirn vollständig abgestorben ist, tot – hirntot – sein. Für einige Ärzte sind Hirntote Sterbende und werden durch die Organentnahme erst getötet. Dr. Jürgen in der Schmitten, Institut für Allgemeinmedizin der Universität Düsseldorf, schlägt einen offenen Umgang mit der Thematik vor. Patienten, bei denen der Hirntod festgestellt wurde, sollten nicht für tot erklärt werden, sondern stattdessen gesetzlich verankert werden, dass der Tod im Operationssaal bei einer Organentnahme erst eintritt. Vom ehrlichen Umgang mit der umstrittenen Thematik erhofft sich in der Schmitten eine steigende Akzeptanz in der Bevölkerung.

Zweifel werden laut: Man könne nicht sicher sein, dass im Falle des Hirntodes wirklich alles im Gehirn abgestorben ist – so Dr. Tanja Krones, leitende Ärztin für Klinische Ethik am Universitätsspital Zürich.

Irritierende Berichte über Reaktionen von Hirntoten lassen Zweifel aufkommen. Bei Organentnahmen soll es vorkommen, dass Blutdruck und Herzfrequenz sprunghaft ansteigen. Sind das Nervenreflexe oder vielleicht doch noch Schmerzempfinden? 

In Deutschland bestehe Sorge darüber, dass Menschen die Organspende ablehnen könnten, wenn man über diese Problematik öffentlich spricht. Es gibt hier keine Vollnarkose zur Explantation, Schmerzen und Empfindungen werden offiziell abgestritten. Anders in der Schweiz, dort ist eine Vollnarkose zur Organentnahme Pflicht.

Die Debatte ums Hirntodkonzept ist nicht mehr im stillen Kämmerlein zu halten und wird international geführt. Es ist auch von Hirntod-Fehldiagnosen die Rede wie vor Kurzem bei der 40jährigen Patientin in den USA. Sie hatte eine Überdosis von muskelentspannenden Medikamenten und ihre Pupillen zeigten keine Reaktion. Auch in den weiteren Tests zeigte die Frau keinerlei Reaktion. So wurde die Patienten als hirntot diagnostiziert und für die Organentnahme vorbereitet. Am 5. Tag nach Einnahme der Medikamente bewegte sich die „Hirntote“ und überlebte ohne bleibende Nervenschäden.

Solche Fehlentscheidungen, aber auch die Diskussion um den tatsächlichen Eintritt des Todes zeigen uns, dass in der Diskussion um den Hirntod noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/2265762/

9. Juli 2013

Kurz vor der Organentnahme erwacht…

von kinesiana

… ist zufolge des Nachrichtenmagazins http://www.scienceworldreport.com die hirntot geglaubte Caroline Burns.

Elisa Al Pixelio.de

Elisa Al Pixelio.de

Die Ärzte waren bereits dabei, sich auf die Organentnahme vorzubereiten als um Mitternacht die 41-jährige Frau Burns die Augen öffnete. Laut dem U.S. Department of Health and Human Services soll die Hirntoddiagnostik nicht korrekt durchgeführt worden sein (s. HSS-Report). Die Ärzte sollen übersehen haben, dass die Patientin Zehen, Nasenflügel, Mund und Zunge bewegte. Auch soll sie trotz Beatmungsgerät alleine geatmet haben.

Caroline Burns wurde bewusstlos aufgefunden inmitten von Medikamenten wie Xanax, Benadryl, Muskelrelaxantien und Entzündungshemmern. Sie war unterkühlt mit schwachem Puls, aber sie lebte.
Toxikologische Tests ergaben eine Überdosierung und die Fachärzte empfohlen mit Aktivkohle die Medikamente aus dem Körper auszuleiten. Der Bericht zeigt jedoch, dass dies nie stattgefunden hat, ebenso wenig wie die erforderlichen toxikologischen Untersuchungen, die den Restbestand der Medikamente im Körper feststellen sollten.

Trotz einiger Anfälle blieb das CT normal. Eines Tages erklärten die Ärzte dennoch den Angehörigen, dass die Hirnschäden irreversibel seien und die Patientin einen Herzstillstand erlitten habe. Sie trafen daher die Entscheidung, die Organe zu spenden.

Fakt ist diesen Berichten zufolge, dass die Hirnschäden NICHT IRREVERSIBEL waren und auch kein Herzstillstand erfolgt war.

Obwohl Caroline Burns ihren angeblichen Hirntod überlebte, leiteten die Angehörigen keine Klage ein.

Quellen:

http://www.scienceworldreport.com/articles/8026/20130709/patient-caroline-burns-wakes-up-doctor-prepares-remove-organs.htm

http://abcnews.go.com/Health/patient-wakes-doctors-remove-organs/story?id=19609438#.UdxSMvl7KSp

HSS-Report: http://de.scribd.com/doc/148583905/U-S-Centers-for-Medicare-and-Medicaid-Services-report-on-St-Joe-s

5. Mai 2013

Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand

von kinesiana

Der Organmangel wächst – es braucht neue Lösungen für das Dilemma. Nicht zum ersten Mal soll nun deswegen laut Focus über die Einführung des Herz-Kreislauf-Stillstands als Kriterium zur Organentnahme diskutiert werden. Wenn der Kreislauf ca. 10 Minuten stillsteht, dürften in diesem Fall Organe entnommen werden.

Hier spricht man also vom NHBD – non heart beating donor – die postmortale Organspende nach Herzstillstand ist in einigen Ländern bereits erlaubt. In Deutschland war bisher einzig der sogenannte Hirntod Voraussetzung für eine postmortale Organentnahme.

Im Medizin-Forum ist nachzulesen, dass sich im Zeitraum von 5-20 Minuten eine Wiederherstellungsrate von 50% ergibt, nach 25 Minuten immerhin noch 40%. Es gibt Berichte von Menschen, die nach langen Reanimationszeiten wieder ein normales Leben führen konnten.

Auch Prof. Nagel, Arzt und Medizinethiker sprach sich gegen die NHBD-Variante aus, da es sich beim Herzstillstand eben nicht um ein sicheres, sondern um ein unsicheres Todeszeichen handle. Ebenso erkannte die Bundesärztekammer bereits 1998 die Todesfeststellung nach Herz-Kreislauf-Stillstand nach 10 Minuten nicht an.

Es muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er den Stillstand des Herzens als gegeben hinnehmen möchte oder ob er eine Reanimation wünscht um ein Weiterleben zu ermöglichen – gegebenenfalls das Weiterleben eines anderen Menschen.

Quellen:

http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-19-2013-ethikrat-befasst-sich-mit-todesfeststellung-bei-organspende_aid_980513.html

http://www.medizin-forum.de/index.php?option=com_content&task=view&id=68&Itemid=141

http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Herzstillstand.pdf

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1889782/