Archive for ‘Ethische Aspekte’

10. Februar 2017

Organspende – Pro und Contra aus buddhistischer Sicht – Bodhimitra

von kinesiana

Advertisements
19. März 2015

Stellungnahme des deutschen Ethikrates zu Hirntod und Organspende

von kinesiana

Unter diesem Link kann die Stellungnahme des Deutschen Ethikrates komplett gelesen und herunter geladen werden:

http://www.ethikrat.org/dateien/pdf/stellungnahme-hirntod-und-entscheidung-zur-organspende.pdf

 

Schlagwörter: , ,
28. Dezember 2013

Wenn´s schneller gehen soll… Hier eintragen!

von kinesiana

Diese nicht profitierende Organisation findet das passende Organ vom lebenden altruistischen Spender für Sie. jahrelange Wartezeiten sind nun vorbei, häufig findet sich ein passendes Organ schon innerhalb von 6 Monaten.

Auf dieser englischsprachigen Website können sich sowohl Menschen auf der Empfängerseite als auch Menschen auf der Spenderseite registrieren. Offene Fragen werden über eine Hotline beantwortet.

Verwunderlich ist, dass Firmen wie Pfizer und Novartis und andere, ihre Werbung auf http://www.matchingdonors.com schalten.

Übrigens ist es auch ok, wenn Sie keine Niere spenden möchten, Ihr Auto oder andere finanziellen Zuwendungen erfüllen auch ihren guten Zweck.

Ganz ehrlich, ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus…

3. Oktober 2013

Buchtipp

von kinesiana

Regina Breul im Gespräch mit Wolfgang Waldstein. Hirntod – Organspende: Und die Kirche schweigt dazu.

Für kaum ein anderes bioethisches Thema wird von verschiedenen Stellen so massiv Werbung betrieben wie für die Organspende. Mit oft fragwürdigen Methoden wird für die Bereitschaft zur Zustimmung einer Organentnahme nach dem sogenannten Hirntod geworben. Im Gespräch mit dem renommierten Juristen Prof. Dr. Wolfgang Waldstein will Frau Dr. Regina Breul umfassend über die andere Seite der Transplantationsmedizin informieren, insbesondere über das umstrittene Hirntodkriterium zur Todesfeststellung.

http://www.amazon.de/Hirntod-Organspende-Kirche-schweigt-dazu/dp/3981594355/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1381012396&sr=1-1&keywords=regina+breul

26. September 2013

Hirntod = Tod?

von kinesiana

Den für eine Organspende erforderlichen Hirntod mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen ist längst nicht mehr unumstritten.

In diesem spannenden Hörfunkbeitrag kommen Dr. Jürgen in der Schmitten, Dr. Tanja Krones und Prof. Dieter Birnbacher zu Wort.

Nicht wenige Ärzte halten das derzeit bestehende Hirntodkonzept für überholt. Nach dem noch gültigen Konzept soll der Mensch, dessen Gehirn vollständig abgestorben ist, tot – hirntot – sein. Für einige Ärzte sind Hirntote Sterbende und werden durch die Organentnahme erst getötet. Dr. Jürgen in der Schmitten, Institut für Allgemeinmedizin der Universität Düsseldorf, schlägt einen offenen Umgang mit der Thematik vor. Patienten, bei denen der Hirntod festgestellt wurde, sollten nicht für tot erklärt werden, sondern stattdessen gesetzlich verankert werden, dass der Tod im Operationssaal bei einer Organentnahme erst eintritt. Vom ehrlichen Umgang mit der umstrittenen Thematik erhofft sich in der Schmitten eine steigende Akzeptanz in der Bevölkerung.

Zweifel werden laut: Man könne nicht sicher sein, dass im Falle des Hirntodes wirklich alles im Gehirn abgestorben ist – so Dr. Tanja Krones, leitende Ärztin für Klinische Ethik am Universitätsspital Zürich.

Irritierende Berichte über Reaktionen von Hirntoten lassen Zweifel aufkommen. Bei Organentnahmen soll es vorkommen, dass Blutdruck und Herzfrequenz sprunghaft ansteigen. Sind das Nervenreflexe oder vielleicht doch noch Schmerzempfinden? 

In Deutschland bestehe Sorge darüber, dass Menschen die Organspende ablehnen könnten, wenn man über diese Problematik öffentlich spricht. Es gibt hier keine Vollnarkose zur Explantation, Schmerzen und Empfindungen werden offiziell abgestritten. Anders in der Schweiz, dort ist eine Vollnarkose zur Organentnahme Pflicht.

Die Debatte ums Hirntodkonzept ist nicht mehr im stillen Kämmerlein zu halten und wird international geführt. Es ist auch von Hirntod-Fehldiagnosen die Rede wie vor Kurzem bei der 40jährigen Patientin in den USA. Sie hatte eine Überdosis von muskelentspannenden Medikamenten und ihre Pupillen zeigten keine Reaktion. Auch in den weiteren Tests zeigte die Frau keinerlei Reaktion. So wurde die Patienten als hirntot diagnostiziert und für die Organentnahme vorbereitet. Am 5. Tag nach Einnahme der Medikamente bewegte sich die „Hirntote“ und überlebte ohne bleibende Nervenschäden.

Solche Fehlentscheidungen, aber auch die Diskussion um den tatsächlichen Eintritt des Todes zeigen uns, dass in der Diskussion um den Hirntod noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/2265762/

1. Juli 2013

Wahrnehmungen im Koma!

von kinesiana

PatienthoertIch möchte einige Worte zitieren, die eine Ehefrau im erwähnten Blog berichtet:

„Ja, ich weiß. Ich war tot –  aber noch nicht richtig. Da war ein Prof, der hat sich ganz arg für mich eingesetzt und sehr viel für mich getan, und auch noch viele andere Leute haben sich für mich eingesetzt und mir geholfen. Deshalb bin ich wieder da, wo ich bin.“
Er sprach weiter uns sagte zu mir: „Es war nicht schlimm, es war in Ordnung, für mich war das okay. Das war wirklich nicht schlimm für mich, nur für Dich und die anderen war es schlimm.“

Er sprach noch weiter über Dinge, die sich während seines tiefen Komas in der Klinik und auch zu Hause ereignet hatten. Er konnte über Krankenschwestern berichten die Ihn während des Komas gepflegt hatten usw., er sprach mich auf verschiedene sehr persönliche Bereiche an, die mich während seiner Komazeit beschäftigten.
Es hat mich sehr erstaunt, da ja sein Kurzzeit- und sein Langzeitgedächtnis nicht mehr vorhanden waren, dass so plötzlich diese Erinnerungen an seine Komazeit kamen.

Jetzt hatte ich die Bestätigung: Es war richtig, dass ich an seinem Krankenbett nicht erlaubte belastende und ängstigende Gespräche zu führen, mögliche schwere therapeutische / operative Eingriffe und Prognosen über den weiteren Krankheitsverlauf zu besprechen.

http://hypoxischer-hirnschaden.blogspot.de/search/label/Reanimation

 

Dieser Bericht zeigt ein weiteres Mal, dass jeder Arzt, jede Schwester, jeder Angehörige – einfach jeder Mensch, der mit einem Komapatienten zu tun hat, sich immer und ausnahmslos so verhalten muss, dass alles was gesagt und getan wird auch vom Patienten gehört werden kann. Es MUSS zwingend davon ausgegangen werden, dass bewusstlose Patienten Wahrnehmungen besitzen und sich im Nachhinein auch teilweise daran erinnern können!

Niemand darf sich anmaßen am Bett des Patienten Dinge zu sagen, die ihn beängstigen könnten oder herablassende Bemerkungen über ihn machen. Es darf auch nicht wortlos an ihm herumgezerrt werden beim Betten und der Körperpflege.

Die Würde des Menschen ist unantastbar! Immer!

 

1. Juli 2013

Organspende für den Lebensunterhalt

von kinesiana

„Wenn jemand existenziell bedroht ist, sollte er die Möglichkeit haben, sich und seine Familie durch den Verkauf von Organen zu finanzieren“, so Volkswirtschaftswissenschaftler Peter Oberender, Professor der Uni Bayreuth, im Blick auf Bezieher von Hartz IV-Leistungen. Wenn dieser Vorschlag Anwendung finden sollte, wird der Gedanke an Zwangsentnahmen von Organen bei finanziell verschuldeten Menschen bald keine Utopie mehr sein. Wie schnell es nämlich vorbei sein kann mit Ethik und Moral, zeigt unter anderem das Beispiel Euthanasie in Holland: Nach einer kurzen „Einführungszeit“, wo im Krankenhaus jeder Schwerkranke selber wählen konnte, ob er weiterleben oder lieber sterben wollte, trauten sich schon bald Patienten und alte Menschen kaum noch ins Spital. Sie konnten nicht mehr sicher sein, ob man sie nicht gegen ihren Willen tötet. Da so schnell durch den Faktor Geld aus „Gesundheitsökonomie“ eine Krankheits- und Todeskultur werden kann, braucht es unser aller Wachsamkeit und gründliches Aufdecken jeder Fehlentwicklung.

28. Juni 2013

Wann ist ein Mensch tot?

von kinesiana

Ein interessanter Beitrag aus „Leonardo – Wissenschaft und mehr“ von WDR5:
http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Leonardo/2010/11/Manuskripte/ms101124Wannistmantot.pdf

Teilnehmer:

  • Prof. Eckhard Nagel, ärztlicher Direktor des Uniklinikums Essen und Mitglied im Deutschen Ethikrat
  • Stephan Sahm, Arzt und Medizinethiker
  • Dr. Sabine Müller, Charite Berlin

Erwähnt wird in diesem Artikel u.a., dass der US-amerikanische Bioethikrat 2008 zu dem Schluss kam, dass eine naturwissenschaftliche Begründung des Hirntodes nicht mehr gerechtfertigt sei.

175 dokumentierte Fälle sollen laut diesem Bericht belegen, dass hirntote künstlich beatmete Patienten noch zwischen 1 Woche bis zu 14 Jahre überlebt haben. Hiermit habe sich die Behauptung, der Hirntod sei der Tod des Menschen, als unhaltbar erwiesen.

Die vormals naturwissenschaftlich-biologische Frage nach dem Hirntod wird nun verwandelt in die philosophische Fragestellung, was denn das Leben ausmacht.

5. Mai 2013

Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand

von kinesiana

Der Organmangel wächst – es braucht neue Lösungen für das Dilemma. Nicht zum ersten Mal soll nun deswegen laut Focus über die Einführung des Herz-Kreislauf-Stillstands als Kriterium zur Organentnahme diskutiert werden. Wenn der Kreislauf ca. 10 Minuten stillsteht, dürften in diesem Fall Organe entnommen werden.

Hier spricht man also vom NHBD – non heart beating donor – die postmortale Organspende nach Herzstillstand ist in einigen Ländern bereits erlaubt. In Deutschland war bisher einzig der sogenannte Hirntod Voraussetzung für eine postmortale Organentnahme.

Im Medizin-Forum ist nachzulesen, dass sich im Zeitraum von 5-20 Minuten eine Wiederherstellungsrate von 50% ergibt, nach 25 Minuten immerhin noch 40%. Es gibt Berichte von Menschen, die nach langen Reanimationszeiten wieder ein normales Leben führen konnten.

Auch Prof. Nagel, Arzt und Medizinethiker sprach sich gegen die NHBD-Variante aus, da es sich beim Herzstillstand eben nicht um ein sicheres, sondern um ein unsicheres Todeszeichen handle. Ebenso erkannte die Bundesärztekammer bereits 1998 die Todesfeststellung nach Herz-Kreislauf-Stillstand nach 10 Minuten nicht an.

Es muss jeder für sich selbst entscheiden, ob er den Stillstand des Herzens als gegeben hinnehmen möchte oder ob er eine Reanimation wünscht um ein Weiterleben zu ermöglichen – gegebenenfalls das Weiterleben eines anderen Menschen.

Quellen:

http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus-19-2013-ethikrat-befasst-sich-mit-todesfeststellung-bei-organspende_aid_980513.html

http://www.medizin-forum.de/index.php?option=com_content&task=view&id=68&Itemid=141

http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Herzstillstand.pdf

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/1889782/

30. April 2013

Darf man einen Organspender bei aussichtsloser Prognose anders behandeln als man es ohne die geplante Spende täte?

von kinesiana

Stellen Sie sich bitte vor, dass ein junger Mann mit schweren Schädelverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wird. Dort werden mit CT-Aufnahmen Hirnblutungen festgestellt, bei einer Kontrollaufnahme einige Stunden später haben diese sich noch ausgeweitet. Der Blutdruck ist stabil, der Hirnstamm also noch teilweise aktiv, da der Kreislauf dort reguliert wird. Die Pupillen zeigen keine Reaktionen mehr auf Lichteinstrahlung. Durch die fortschreitende Blutung ist die Diagnose infaust und die Eltern gehen davon aus, dass ihr Sohn unter diesen Umständen nicht weiter am Leben gehalten werden möchte.

Doch was ist in diesem Fall zu tun? Eigentlich möchte der Sohn nach Aussage der Eltern unter den aussichtslosen Bedingungen sterben, einen Organspendeausweis besitzt er nicht. Sollen sie zustimmen, dass er so lange weiter beatmet wird, bis der Hirntod getestet werden kann, damit er Organe spenden kann?

Darf man einen potentiellen Organspender anders behandeln als man es ohne die Option der Organentnahme getan würde?

Weiter gedacht: Dürfte man einen Organspender im Falle eines Herzversagens sogar reanimieren, auch wenn seine Prognose völlig hoffnungslos ist und die Wiederbelebung nur der Ermöglichung der Organentnahme dient?

Hier geht es zum Positionspapier: http://campus.uni-muenster.de/fileadmin/einrichtung/egtm/pbsurvey/GTE/WS_2011/BSS_ST_red_27.09.Schoene-Seifert_et_al.Positiospapier.pdf