Krebskranke Organe als Notlösung?

von kinesiana

341195_web_R_by_Hartmut910_pixelio.deImmer weniger Menschen sind Organspender. Die zur Organspende zugelassenen Organe müssen bestimmten Kriterien entsprechen, um die Sicherheit des Organempfängers zu gewährleisten. Der zunehmenden Knappheit an Spenderorganen begegnet man nun mit einer Anpassung der Zulassungskriterien.
Was noch vor einigen Jahren undenkbar war ist nun legitim. Entgegen der landläufigen Meinung, dass alte Menschen keine Organe mehr spenden können, gibt es keine Altersgrenze. Auch mit 95 darf man noch seine Organe verschenken, wenn denn die Bedingungen eine Organentnahme zulassen. Nieren sind auch dann für die Spende zugelassen, wenn ihre Leistung eingeschränkt ist. Wie dem Bericht der Ärztezeitung zu entnehmen ist, werden auch Nieren mit erhöhtem Serumkreatinin und bösartigen Tumoren verpflanzt.

Zum Serumkreatinin hier die Erklärung:

„Es kommt erst dann zu einem Anstieg des Serumkreatinins, wenn die glomuläre Filtrationsrate auf 50% oder weniger reduziert ist. Geringere Nierenfunktionseinschränkungen sind daher am Serumkreatininwert nicht zu erkennen.“Quelle: http://flexikon.doccheck.com/de/Serumkreatinin

Wenn also geringe Nierenfunktionseinschränkungen nicht zu erkennen sind an diesem Wert, aber auch bei erhöhten Werten die Nieren noch transplantationstauglich sind, dann bekommt der Empfänger hiermit ein „neues“ in der Funktion bereits eingeeschränktes Organ eingesetzt.

Doch das ist eben noch nicht alles! Auch bösartige Tumoren, sogar mit Lymphknotenmetastasen, sind für einige Transplantationszentren kein Hinderungsgrund. Laut DSO-Daten von 2006-2011 hatten jedoch 248 von 7483 Spendern bösartige Tumore jeglicher Art zum Zeitpunkt der Organentnahme in sich und verschenkten 702 Organe (Herzen, Nieren, Lebern und Bauchspeicheldrüsen) an 648 Empfänger. Das geschah in den meisten Fällen mit wissender Zustimmung der Transplanteure – nur bei 8,7 % der gespendeten Organe wurde das Vorhandensein bösartiger Tumore erst nach der Transplantation erkannt.

Wegen der notwendigen Unterdrückung des Immunsystems nach einer Transplantation ist es außerdem möglich, dass vorher okkulte, also versteckte, Krebserkrankungen im Empfänger zu Tumoren anwachsen und metastasieren.

Tröstlich, dass mit dem Wissen auf Tumore die Nachsorge intensiviert ist und Nieren in einigen Fällen auch wieder ausgebaut werden können. Ein ungeschriebenes Gesetz besagt, dass 10 Jahre zwischen der Entfernung tumorerkrankter Organe und der Spende liegen sollten. 

Diese und weitere Informationen entstammen folgender Quelle:

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/urologische-krankheiten/niereninsuffizienz/article/847576/organmangel-notloesung-krebskranke-spender.html#.UngnrKTqYKw.facebook

 

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