Archive for September, 2013

26. September 2013

Hirntod = Tod?

von kinesiana

Den für eine Organspende erforderlichen Hirntod mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen ist längst nicht mehr unumstritten.

In diesem spannenden Hörfunkbeitrag kommen Dr. Jürgen in der Schmitten, Dr. Tanja Krones und Prof. Dieter Birnbacher zu Wort.

Nicht wenige Ärzte halten das derzeit bestehende Hirntodkonzept für überholt. Nach dem noch gültigen Konzept soll der Mensch, dessen Gehirn vollständig abgestorben ist, tot – hirntot – sein. Für einige Ärzte sind Hirntote Sterbende und werden durch die Organentnahme erst getötet. Dr. Jürgen in der Schmitten, Institut für Allgemeinmedizin der Universität Düsseldorf, schlägt einen offenen Umgang mit der Thematik vor. Patienten, bei denen der Hirntod festgestellt wurde, sollten nicht für tot erklärt werden, sondern stattdessen gesetzlich verankert werden, dass der Tod im Operationssaal bei einer Organentnahme erst eintritt. Vom ehrlichen Umgang mit der umstrittenen Thematik erhofft sich in der Schmitten eine steigende Akzeptanz in der Bevölkerung.

Zweifel werden laut: Man könne nicht sicher sein, dass im Falle des Hirntodes wirklich alles im Gehirn abgestorben ist – so Dr. Tanja Krones, leitende Ärztin für Klinische Ethik am Universitätsspital Zürich.

Irritierende Berichte über Reaktionen von Hirntoten lassen Zweifel aufkommen. Bei Organentnahmen soll es vorkommen, dass Blutdruck und Herzfrequenz sprunghaft ansteigen. Sind das Nervenreflexe oder vielleicht doch noch Schmerzempfinden? 

In Deutschland bestehe Sorge darüber, dass Menschen die Organspende ablehnen könnten, wenn man über diese Problematik öffentlich spricht. Es gibt hier keine Vollnarkose zur Explantation, Schmerzen und Empfindungen werden offiziell abgestritten. Anders in der Schweiz, dort ist eine Vollnarkose zur Organentnahme Pflicht.

Die Debatte ums Hirntodkonzept ist nicht mehr im stillen Kämmerlein zu halten und wird international geführt. Es ist auch von Hirntod-Fehldiagnosen die Rede wie vor Kurzem bei der 40jährigen Patientin in den USA. Sie hatte eine Überdosis von muskelentspannenden Medikamenten und ihre Pupillen zeigten keine Reaktion. Auch in den weiteren Tests zeigte die Frau keinerlei Reaktion. So wurde die Patienten als hirntot diagnostiziert und für die Organentnahme vorbereitet. Am 5. Tag nach Einnahme der Medikamente bewegte sich die „Hirntote“ und überlebte ohne bleibende Nervenschäden.

Solche Fehlentscheidungen, aber auch die Diskussion um den tatsächlichen Eintritt des Todes zeigen uns, dass in der Diskussion um den Hirntod noch lange nicht das letzte Wort gesprochen ist.

Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/2265762/

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19. September 2013

Witzig?

von kinesiana

Der neue Kino- und TV-Spot der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) zur Organspende mit dem Comedian Ralf Schmitz

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17. September 2013

Deutschlandfunk – Die Reise des Lazarus

von kinesiana

Martin Büdenbender www.Pixelio.de

Martin Büdenbender http://www.Pixelio.de

In diesem Beitrag, die Sie sowohl nachhören als auch lesen können, begleitet der Autor einen Patienten, der am Vormittag des Tages für hirntot erklärt wurde von der Intensivstation bis in den OP. Der Hörer (Leser) erlebt über den Autor Kai-Uwe Kohlschmidt den Ablauf einer Explantatation und die vorausgehenden Vorbereitungen mit.

Der Patient hatte nach einem Sturz eine Woche zuvor schwere Hirnverletzungen mit noch verhalten vorhandenen Stammhirnreflexen. Daher wurde zunächst eine Operation diskutiert, wegen fulminanter Verschlechterung jedoch nicht durchgeführt. Daraufhin wurde der Patient „konditioniert“, so dass er nun „freigegeben“ werden konnte.

Nach abgeschlossener Hirntoddiagnostik und der Zustimmung der Angehörigen treffen die DSO und das Explantationsteam ein und der ehemalige Patient, jetzt laut Gesetz hirntoter Verstorbener, tritt seinen Weg von der Intensivstation über Untersuchungsräume in den OP an. Dabei beobachtet der Autor zu seiner Überraschung auch, dass er sich bewegt – er nennt ihn deswegen Lazarus – und dass das Herz plötzlich schneller schlägt. Der Herzchirurg Prof. Hetzer und der DSO-Koordinator erklären diese bei Hirntoten vorkommenden Phänomene.

Gleichzeitig wird im Beitrag erläutert wie es den auf Spenderorgane angewiesenen Organempfängern geht und welche Aufgaben die DSO und Eutotransplant übernehmen.

Hier ist der Beitrag zum Hören http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/09/12/drk_20130912_1930_5f27ef06.mp3

und zum Lesen http://www.dradio.de/download/205476/

17. September 2013

Köpfen für Organspende

von kinesiana

Als Sensibilisierung für das Thema Organspende hat sich das Variete Schichtl fürs Oktoberfest 2013 etwas Besonderes einfallen lassen. Bekannt wurde der traditionelle Schichtl durch „die Enthauptung einer lebenden Person mittels Guillotine“. Viele Prominente haben diesen „Spaß“ in der Vergangenheit schon mitgemacht.

Da die Spenderzahlen rückläufig und die Wartelisten lang sind, erhält nun jeder, der sich auf der Wiesn in diesem Jahr köpfen lässt als Quittung, einen Organspenderausweis. Wer sich nicht traut, kann ihn sich am Eingang zum Schichtl abholen.

Durch diese ausgefallene Oktoberfest-Aktion soll die Spendenbereitschaft erhöht werden. Der Inhaber Schauer hofft, dass alle 400 „Opfer“ den Ausweis ausfüllen.

http://mobil.wochenblatt.de/nachrichten/erding/ueberregionales/art5566,200233

 

17. September 2013

Angehörigenbefragung zur Organspende – Timing wichtig

von kinesiana

Ob Angehörige einer Organspende nach möglichem Hirntod zustimmen oder nicht hängt maßgeblich vom Zeitpunkt der Befragung und einem guten Verhältnis zum Personal der Intensivstation ab wie die DSO nun in einer Befragung von 139 Spenderfamilien feststellte.

Es wurden 29,5 % der Befragten bereits beim 1. Kontakt (!) auf der Station auf die Möglichkeit einer Organspende angesprochen, bei 43,7 % wurde die Frage gestellt als der Hirntod zwar vermutet, aber noch nicht bestätigt wurde. Einige brachten das Thema selbst zur Sprache, andere wurden erst nach der Hirntodfeststellung befragt.

Verständlicherweise fanden 34 % der Angehörigen, die bereits beim Erstkontakt auf das Thema Organspende aufmerksam gemacht wurden zu früh, 18% empfanden die Frage als schockierend.

Weitere Zahlen sind hier nachzulesen:

http://www.pabst-publishers.de/aktuelles/20130916-2.htm

 

17. September 2013

Neuer Ansatz zur Behandlung chronischer Nierenerkrankungen

von kinesiana

2 bis 4 Millionen Menschen sind in Deutschland von chronischen Nierenerkrankungen betroffen – Tendenz steigend. Die Folge sind häufig Dialyse und letztendlich Transplantation.

Wenn die Ursache fehlgeleitete Immunantworten gegen die Nierenkörperchen, Bluthochdruck oder Diabetes mellitus sind, könnte ein neuer Therapieansatz, den Wissenschaftler des Universitätsklinikums Bonn entdeckt haben, segensreich sein.

Um eine Nierenentzündung aufrecht zu erhalten brauchen die Immunzellen das Molekül Fraktalinrezeptor (CX3CR1). Fehlt bei Versuchsmäusen dieses Molekül sind sie weitgehend vor einer fehlgeleiteten Immunantwort gegen die Nierenkörperchen geschützt. Dieser bisher nur im Tierversuch erfolgreich getestete Therapieansatz liegt nun in Hemmstoffen gegen diesen Rezeptor, der sich spezifisch auf die Nieren auswirkt wobei andere Organe nicht beeinflusst werden.

Weitere Forschungen finden statt.

Genaue Informationen sind hier nachzulesen:

http://idw-online.de/de/news551549

 

 

13. September 2013

Umfassende Aufklärung zu Hirntod und Organspende

von kinesiana

Dieser umfassende offene Brief informiert über Hirntod und Organspende. Die Entstehung der Diagnose wird ebenso erklärt wie die Durchführung der Hirntoddiagnostik.

Dieser Brief beinhaltet Informationen, die in keiner Aufklärung zur Organspende fehlen dürfen!

 

Offener Brief über die dunkle Seite der Organspende

 

„Zur Zeit ist ein Thema mal wieder in aller Munde: Die Organspende. Krankenkassen schicken uns Aufklärungsmaterial und Ausweise zu, die Schulen werben darum und Prominente aller Couleur  machen in mehr oder weniger witzigen Werbespots auf dieses Thema aufmerksam.

Was ist los und was ist dran an diesem Hype?

Zunächst einmal hängt er mit dem neuen Organspendegesetz zusammen, das im vergangenen Herbst in Kraft getreten ist. Von der Politik unseres Landes gewollt, sollen sich die Menschen mit der Organspende auseinandersetzen und dazu Stellung beziehen. Eine Pflicht zur Entscheidung oder zum Ausfüllen des Ausweises besteht nicht.

Aber warum ist das Thema gerade jetzt so brisant?

Weil mit dieser Werbeaktion unsere Spendenbereitschaft wieder gesteigert werden soll. Die hatte durch die Klinikskandale der letzten Zeit erheblich gelitten. Man lässt sich das auch einiges kosten: Viele schöne bunte Broschüren und witzige Fernsehspots sollen Lust darauf machen, seine Organe einem anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. Ja, man bekommt schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn man sie nach seinem Tode für sich behalten will!

Nach seinem Tode…  Damit geht es auch schon los. Ihr seid nämlich noch gar nicht tot, wenn die Organe entnommen werden. Wusstet Ihr das? Ihr seid zu Tode definiert und das ist ein Riesenunterschied. …“

 

Bitte hier weiter lesen:

http://www.diagnose-hirntod.de/?page_id=391