Archive for November, 2012

25. November 2012

Stellungnahme der Grünen/Bayern zur Organspende

von kinesiana

Christliche Pflicht oder Zumutung?

http://lak.gruene-bayern.de/blog/archives/2462#more-2462

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25. November 2012

Infobrief zum Hirntodkonzept

von kinesiana

Makrodecher Pixelio.de

Der wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages veröffentlichte eine kritische Betrachtung des Hirntodkonzepts unter medizinischen, juristischen und ethischen Aspekten:

http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2012/Hirntod.pdf

22. November 2012

Tabuthema Hirntod thematisiert in Report München

von kinesiana

Gibt es berechtigte Zweifel an der Qualität der Hirntoddiagnostik in Deutschland?

Nach gründlichen Recherchen wird nun berichtet, dass Informationen über zweifelhafte Hirntoddiagnosen nicht selten zurückgehalten worden seien.

Zunächst wird das aktuelle Beispiel der Carina Melchior aus Dänemark erläutert. Die Familie des Mädchens wurde bereits gefragt, ob sie bereit sei Organe zu spenden, da Carina angeblich nicht mehr geholfen werden könne. Weil die Angehörigen einer Organspende zustimmen, wird Carina am Leben erhalten – und beginnt wieder selbstständig zu atmen. Sie erwachte aus dem Koma und ist jetzt bis auf kleine Einschränkungen wieder hergestellt.

Es stellt sich die Frage, ob dies auch in Deutschland passieren könnte. Auch wenn dies bisher verneint wurde, lässt eine Studie des Neurologen Dr. Deutschmann Zweifel aufkommen. Dr. Deutschmann untersuchte als ehemaliger Leiter eines Bereitschaftsteams der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) von 2000 bis 2005 230 Fälle im Raum Niedersachsen. Das Ergebnis überrascht: nach seinen Aussagen wurde das Team relativ häufig zu Patienten gerufen, bei denen der Hirntod vorgelegen haben soll, aber nach Überprüfung der DSO-Mitarbeiter noch garnicht eingetreten war. Er berichtet von 30% vergeblicher Einsätze, teilweise wegen Dokumentationsfehlern, zum Teil aber auch um falsch gestellte Diagnosen. Dies zeigt ihm, dass das Thema Hirntoddiagnostik noch nicht bei allen Ärzten und Intensivmedizinern angekommen sei.

Mit dieser Ansicht steht Dr. Deutschmann nicht allein. Auch der Transplantationsmedizinier Prof. Gundolf Gubernatis kritisiert die mangelnde Ausbildung der Ärzte in diesem hochsensiblen Bereich. Er benennt die Mindeststandards, die er sich im Notfall für sich wünschen würde:

  • Ein Arzt sollte diese Untersuchung schon gesehen haben
  • Er sollte sie auch unter Anleitung durchgeführt haben und
  • Der untersuchende Arzt sollte Kenntnis der besonderen im Gesetz vorgegebenen Umstände besitzen

Der Hirntod kann z. B.  durch verschiedene Medikamente vorgetäuscht werden, weshalb Prof. Gubernatis und Dr. Deutschmann eine umfangreiche Labordiagnostik für unerlässlich halten. Die beiden Ärzte fordern eine zertifizierte Ausbildung für Hirntoddiagnostik nach Richtlinien der Bundesärztekammer, um Fehleinschätzungen zu vermeiden.

Dr. Deutschmann begründet das auch mit einem Beispiel. Er selbst erlebte, dass bei einem Kind eine Nullinie im EEG befundet worden sei, er aber einen wesentlichen Ausschlag feststellen konnte und auch niemals eine Nulllinie vorgelegen habe. Außerdem habe das Kind bei der klinischen Untersuchung noch geatmet. Hiermit sei der Hirntod eindeutig auszuschließen. Zugrunde lag eine fehlerhafte Bewertung einer technischen Untersuchung.

Bisher wurden strittige Fälle „wie heiße Kartoffeln jahrelang in den Gremien weitergereicht“ – so heißt es in dieser Reportage.

Das aktuellste Beispiel ist nun aus der Presse bekannt. Eine Mitarbeiterin der DSO hatte bereits 2008 als sie in einer Sitzung von einer zweifelhaften Organentnahme in 2005, bei der angeblich nicht alle Protokolle vorgelegen haben, erfuhr den Fall der Überwachungskommission der Bundesärztekammer gemeldet. Bei den Nachforschungen habe es Widersprüche unter den Beteiligten gegeben. Obwohl der Bericht nun seit 2010 vorlag, wurde er erst vor Kurzem herausgegeben.

Auch Prof. Hans-Fred Weiser, der Präsident der leitenden Krankenhausärzte, bekam den Bericht erst jetzt vorgelegt. Er äußert sich, dass – sollten die Fakten so sein wie sie im Prüfbericht erscheinen – sofort und unverzüglich eine Meldung an die Staatsanwaltschaft hätte erfolgen müssen.

Er ist überzeugt davon, dass Durchführung und Kontrolle der Transplantationsmedizin nicht weiter in einer Hand liegen sollten, sondern die Kontrollen von Fachexperten durchgeführt werden müssen, die nicht Teil des Systems selber sind.

Ob wohl mit einer staatlichen Aufsicht das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen ist?

 

 

 

 

 

 

20. November 2012

Hörfunkbeitrag von SWR2 – Wann endet das Leben?

von kinesiana

Teilnehmer:

Prof. Dr. Walter Haupt – Leitender Oberarzt der Neurologie an der Universitätsklinik Köln

Prof. Dr. Alexandra Manzei – Pflegewissenschaftlerin, Berlin

Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff – Ethikrat, Theologische Fakultät der Universität Freiburg

 

http://swrmediathek.de/player.htm?show=64d881d0-baf5-11e1-99fe-0026b975f2e6

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15. November 2012

Strafanzeige gegen DSO-Chef Kirste wegen Falschaussage

von kinesiana

Sowohl der amtierende Vorsitzende Günter Kirste als auch ein weiterer Mitarbeiter der DSO – Deutsche Stiftung Organtransplantation – sollen eine falsche eidesstattliche Versicherung abgegeben haben. 

http://taz.de/taz-stellt-Strafanzeige-gegen-DSO-Chef/!105617/

12. November 2012

How to save lives of brain injured persons

von kinesiana

Eine Präsentation von Cicero Galli Coimbra, MD, PHD
Associate Professor of Neurology and Neuroscience Federal University of São Paulo – UNIFESP, Brazil

http://www.diagnose-hirntod.de/?p=281

 

11. November 2012

Regenerative Medizin

von kinesiana

Eine sehr interessante Broschüre mit Methoden, die Organschäden möglicherweise verhindern und regenerieren können gibt es beim Bundesministerium für Bildung und Forschung zum Download:

https://www.bmbf.de/pub/BMBF_RegenerativeMedizin_2012r.pdf

Diese Entwicklungen sind hochinteressant, gerade im Hinblick auf den weltweit vorherrschenden Spendermangel und die länger werdenden Listen der Menschen, die auf lebensrettende Organe warten!

Beschrieben werden innovative Methoden aus der Regenerativen Medizin, die die Selbstheilungskräfte des Körpers nutzen.

Gerade jetzt ist es wichtig, sich über diese Forschungen zu informieren, die künftig erfolgversprechende Alternativen sein können.

11. November 2012

Physikalische Todesdefinition

von kinesiana

Einen Ausschnitt aus einem sehr interessanten Vortrag von Dr. Paolo Bavastro möchte ich hier vorstellen.

„Ich möchte die Frage von einer anderen Seite beleuchten: hören wir dazu Ausführungen eines Physikers. E. Schrödinger, der Vater der Quantenmechanik, hatte 1944 die Frage gestellt „Wie lassen sich die Vorgänge in Raum und Zeit, welche innerhalb der räumlichen Begrenzung eines lebenden Organismus vor sich gehen, durch die Physik und die Chemie erklären?“ „Was ist das Kennzeichen des Lebens?“ Seine Antwort: „Wenn es fortwährend etwas tut, sich bewegt, mit der Umwelt Stoffliches austauscht usw. und zwar während eines viel längeren Zeit, als wir unter gleichen Bedingungen von einem unbelebten Stück Materie erwarten, dass es in Bewegung bleibe. Damit verschwindet die ganze Körperhaftigkeit, und übrig bleibt ein totes, träges Stück Materie… Der Physiker nennt dies den thermo-dynamischen Gleichgewichtszustand oder den Zustand maximaler Entropie“ Das „Kennzeichen des Lebens“ sei der Widerstand, den es dem Niedergang entgegensetzt – nicht seine Fähigkeit, sich zu reproduzieren, zu wachsen, sich zu entwickeln, sondern dass es in der Lage ist, für eine so lange Zeit „in Bewegung zu bleiben“. Der Kunstgriff, den Tod des Individuums abzuwehren, liegt nach Schrödinger in der „eigentümlichen Anordnung der Moleküle, für die die gewöhnlichen Gesetze der Physik nicht gelten“, begründete (24). Solange ein Mensch, ein Organismus lebt, gelten für ihn die gewöhnlichen Gesetze der Physik nicht; er entzieht sich dem Zerfall, er befreit sich von der Entropie, er entzieht sich dem Gleichgewicht mit der Umgebung: Erst im Tod, nach „Abschluss“ des Sterbeprozesses gelten die Gesetze der Physik, der Entropie: Der Organismus zerfällt, die Organe lösen sich auf, ein thermodynamisches Gleichgewicht wird angestrebt.

Nach dem zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, also unter rein physikalischen Betrachtungen, ist der Mensch im Hirnversagen ein Lebender! Wir können Organe eines Menschen im Hirnversagen deshalb funktionsfähig transplantieren, weil sich ein solcher Spender noch nicht dem Zustand der Entropie „verfallen“ ist, also noch lebt!

Halten wir also an dieser Stelle in aller Deutlichkeit fest: Es handelt sich bei den sogenannten „Hirntoten“ biologisch, phänomenologisch, physikalisch und nicht zuletzt sprachlich um lebende Menschen! Es sind schwerstkranke, sterbende Menschen, ein Sterbender ist aber ein noch lebender Mensch. Der Zustand ist medizinisch korrekt zu beschreiben als irreversibles, nekrotisierendes Ganzhirnversagen: diese Patienten sterben trotz intensiv-medizinischer Behandlung in Stunden oder Tagen.“

24 – Fox Keller, Das Leben neu denken, 1998; Schrödinger, Mein Leben, meine Weltansicht, 1989; Schrödinger, Was ist Leben, 1987.

 

gefunden: http://www.initiative-kao.de/vortrag-p-bavastro-01-12-07-organspende-ethische-diskussion.html

10. November 2012

Bioethisches Kolloquium in Ludwigshafen am 13.11.12 zur Organspende

von kinesiana

Das zweite Bioethische Kolloquium zum Thema „Organspende – Zwischen Nächstenliebe und ethischer Herausforderung“ will die kritischen Anfragen gemeinsam mit Experten aus Theologie, Medizinethik, Rechtswissenschaft und Politik aufgreifen.

Referenten

Prof. Dr. Axel W. Bauer, Professor für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg; bis April 2012 Mitglied des Deutschen Ethikrates

Hirntod, Organentnahme, Tod: Das beschwiegene Dilemma im Transplantationsgesetz

Prof. Dr. Gerhard Höver, Inhaber des Lehrstuhls für Moraltheologie der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Universität Bonn

Organtransplantation und Organspende aus Sicht christlicher Ethik. Die Kontroverse hinter der Transplantationsmedizin

Prof. Dr. Wolfram Höfling, Direktor des Instituts für Staatsrecht der Universität Köln; Lehrstuhl für Staats-, Verwaltungs- und Finanzrecht; Leiter der Forschungsstelle für das Recht im Gesundheitswesen

Hirntod als Kriterium bei der Organentnahme aus rechtlicher Sicht

PD Dr. med. Stephan Sahm, Chefarzt der Med. Klinik I des Offenbacher Ketteler-Krankenhauses, Leiter des Offenbacher DarmCentrums, publiziert regelmäßig zu Fragen
der biomedizinischen Ethik

Hora incerta: Ist der Hirntod zu retten?

Prof. Dr. Ralf Stoecker, Professor für Philosophie an der Universität Potsdam mit Schwerpunkt in Angewandter Ethik und Medizinethik. Mitglied im Vorstand der Akademie für Ethik in der Medizin

Der Tod als Voraussetzung der Organspende?

Flyer: http://www.ksz.de/fileadmin/user_upload/Flyer/HPH_Tagung_Organspende.pdf

7. November 2012

Video – Bewusstsein ohne Gehirnaktivität ist möglich

von kinesiana

Der Psychiater und Neurowissenschaftler Professor Bruce Greyson widmete über 25 Jahre der Nahtod-Forschung. In diesem Video berichtet er darüber, dass Menschen ohne Gehirnaktivität, also mit einem Null-Linien-EEG Bewusstsein besitzen können.
Prof. Greyson sprach mit vielen Menschen, die eine Nahtod-Erfahrung erlebt haben und fragt sich nun, wie man auf die verrückte Idee kommen kann, dass alle Denkprozesse im Gehirn stattfinden.
Seine Erklärung: Die Newton´schen Gesetze sind im Alltagsleben richtig, aber nicht in Extremfällen anwendbar, wie z. B. wenn die Teilchen extrem klein sind oder extrem schnell. In diesen Fällen braucht man, um korrekte Ergebnisse zu erhalten, die Relativitätstheorie. Vergleichbar scheinen in Extremfällen Verstand und Gehirn nicht mehr identisch zu sein, auch wenn das im Alltagsleben der Fall zu sein scheint.
Im Falle eines Nahtod-Erlebnisses berichteten Menschen glaubhaft und überprüfbar, dass sie klarer denken konnten als je zuvor in ihrem Leben – obwohl sie klinisch tot waren und keinerlei Gehirnaktivität mehr besaßen. Er berichtet von Menschen mit Demenz oder schwerer Geisteskrankheit, die unmittelbar vor ihrem Tod in zusammenhängenden Sätzen sprechen, ihre Angehörigen wieder erkennen und völlig klar denken. Eine materialistische Erklärung gibt es hierfür nicht! Eine denkbare Erklärung wäre, dass in einer Verschlechterung des Zustands sich Verstand und Gehirn trennen.