Archive for Oktober, 2012

31. Oktober 2012

Hirntoddiagnose als Todesurteil? Ein Artikel von Andreas Kirchmeier

von kinesiana

Andreas Kirchmeier arbeitet als Unternehmensberater in der Steiermark und war Vorsitzender eines österreichischen Patientenvereins. Seit drei Jahren befasst er sich nun mit den Themen Lebensschutz und Organentnahmen.

Eine persönliche Erfahrung teilt er mit uns: als sein Cousin vor ca. 30 Jahren als junger Mann einen Unfall hatte, wurde er – ungefragt – explantiert. Seine Mutter und seine Tante, die Mutter des Opfers, werden den Anblick, der sich Ihnen zeigte nie vergessen: der junge Mann war vergreist.

Herr Kirchmeier berichtet, dass weltweit immer mehr Fachleute das Organlagerkonzept als verwerflich betrachten, da die Spender nicht tot, sondern am Leben seien.

Er bezeichnet die Hirntoddiagnose als Todesurteil ohne Berufungsmöglichkeit.

Quelle: http://derstandard.at/1350259866056/Der-hohe-Preis-der-Transplantationsmedizin

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31. Oktober 2012

Ist die Organspende eine „gerechtfertigte Tötung“?

von kinesiana

Ab 1. November soll jeder Mensch ab 16 Jahren von seiner Krankenkasse regelmäßig an die Möglichkeit einer Organspende erinnert werden. Hiermit soll die Spendebereitschaft in Deutschland gefördert werden.

Steinmeier und Kauder sind der Meinung, es gäbe mehr wartende Empfänger als Spender, weil bisher nicht genug Werbung gemacht wurde, daher soll den Bürgern nun auf die Pelle gerückt werden, so Steinmeier. Die Menschen sollen zum Ja-sagen motiviert werden. Hierzu werden Informationen und der Organspendeausweis beigelegt, so dass es keine Mühe mehr macht, sich diese selbst zu besorgen.

Dennoch wird von einer „ergebnisoffenen Information“ gesprochen.

Herr Kauder jedoch rät zu mehr Transparenz, um die vorangegangenen Skandale bei der Organvergabe nicht unnötig ins Licht der Öffentlichkeit zu stellen – daher wollen mehrere Kassen erst einmal Gras darüber wachsen lassen.

Aufklärungsarbeit leiste man im Übrigen schon seit mehreren Jahren, z. B. mit „Organspende macht Schule“, in der der Rapper Flo Bauer junge Menschen motiviert, doch lieber ihre Niere zu verschenken als ihren Arsch zu verkaufen.

Dass Menschen mit der Hirntoddiagnose tot im klassischen Sinne sind, ist schon lange umstritten und wir berichteten bereits mehrfach darüber, dass ihr Herz noch schlägt und auch Bewegungen stattfinden können während des Spendevorgangs. Der Organspendebefürworter Robert Truog von der Harvard University jedoch steht nicht für die Gleichsetzung des Hirntodes mit dem Tod: er bezeichnet die Organentnahmeprozedur als „gerechtfertigte Tötung“.

Ob in den unterschiedlichen Aufklärungsschriften der Krankenkassen jedoch hiervon die Rede sein wird, bleibt abzuwarten.

Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/organspende-nur-mit-dem-neuen-herzen-sieht-man-gut-11944896.html

28. Oktober 2012

Not dead yet

von kinesiana

In diesem englischsprachigen Artikel werden einige Menschen vorgestellt, die hirntot gewesen sein sollen, aber alle noch leben. Zum Glück hatten sie die Chance dazu!

  • Carina Melchior
  • Steven Thorpe
  • Sam Schmid
  • Gloria Cruz
  • Zach Dunlap
  • Madeleine Gauron
  • Rae Kupferschmidt
  • Val Thomas
  • Rom Houben
  • French man
  • Terry Wallis

http://www.organfacts.net/notdead/

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24. Oktober 2012

Berichterstattung des Deutschen Bundestags vom 12. Mai 2012

von kinesiana

 

Makrodepecher Pixelio

http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/17/17182.pdf

(als Tagesordnungspunkt 35 wird das Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes diskutiert)

24. Oktober 2012

Hier tot, dort nicht…???

von kinesiana

Wann ist ein Mensch denn nun tot?

Vorab ein Beispiel: in manchen Ländern ist ein Null-Linien-EEG Pflicht bei der Hirntoddiagnostik. In Deutschland ist dies nicht zwingend der Fall nach den Richtlinien der Bundesärztekammer (Ausnahmen s. hier: http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Hirntodpdf.pdf). Die Grenzwerte zur Definition des Hirntodes beim Apnoe-Test sind unterschiedlich hoch angesetzt, die Anzahl der mindestens beteiligten Ärzte an der Diagnosestellung ist ebenfalls von Land zu Land verschieden. Auch ob nun der Ganzhirntod oder nur ein Teilhirntod den Hirntod bedeuten, ist nicht einheitlich geregelt. Nicht einmal in der EU gelten einheitliche Kriterien für die Diagnose Hirntod.

Die Hirntodkriterien sind verbreitet akzeptiert, doch wer hier „hirntot“ diagnostiziert wird, kann im Nachbarland noch leben. Unterschiedliche Kriterien in unterschiedlichen Ländern sowohl in der Durchführung als auch in der Beurteilung der Hirntoddiagnostik. Aber lesen Sie bitte selbst: (engl.)

https://www.hods.org/pdf/brain%20death%20world%20wide%5B1%5D.pdf

24. Oktober 2012

Nachweis des Bewusstseins mit neuer Testmethode

von kinesiana

Melany Boly von der Belgian National Fund for Research in Liege entdeckte eine neue Methode die Diagnose Hirntod sowie den Bewusstseinsstatus im Allgemeinen sicherer und sichtbar zu machen: Mit einem kurzen elektrischen Impuls und gleichzeitiger Überwachung der Hirnaktivität wurden die unterschiedlichen Reaktionen von wachen, schlafenden, aber auch komatösen Patienten getestet.

Wache Personen zeigten auf die Stimulation hin eine über das Gehirn verteilte Aktivität.

Schlafende Personen zeigten die gleiche Reaktion, aber kürzer.

Menschen im vegetativen Status zeigten die gleiche Reaktion wie die schlafenden gesunden Testpersonen.

Je wacher und bewusster ein Mensch ist, desto komplexer ist also die Antwort des Gehirns.

Bisher wird diese Untersuchung zur Feststellung des Hirntodes laut Richtlinien der Bundesärztekammer nicht angewandt.

Quelle: http://vr-zone.com/articles/new-test-could-determine-consciousness-in-brain-injured-patients/17463.html

Hier noch ein ausführlicher Videovortrag in englisch:

http://bcbt.upf.edu/bcbt10/node/633

24. Oktober 2012

Durchbruch: Funktionierendes Nierengewebe aus dem Reagenzglas

von kinesiana

Carsten Jünger Pixelio

Einem internationalen Forscherteam ist es erstmals gelungen funktionierendes Nierengewebe im Reagenzglas zu erzeugen – ein wichtiger Schritt für die Wissenschaftler auf dem Weg zu künstlichen Ersatznieren zur Transplantation, um den Spendermangel künftig auszugleichen – so Christodoulos Xinaris vom Mario Negri Institut für pharmazeutische Forschung in Bergamo / Italien.

Das Nierengewebe besitzt ein eigenständiges Filtergewebe und versorgende Blutgefäße. In Tierversuchen konnte bereits bestätigt werden, dass injizierte Testmoleküle durch die künstlich erzeugte Niere aus dem Blut entfernt wurden.

Bisher war es zwar gelungen, unreifes Nierengewebe im Labor zu züchten, doch seien noch nicht ausreichend fein verästelte Blutgefäße vorhanden gewesen, somit sei das Gewebe nicht funktionsfähig gewesen. Durch Zugabe von Wachstumsfaktoren jedoch nahm die Dichte der Blutgefäße zu und die Filterleistung setzte ein. Bereits nach 3 Wochen entfernte das künstlich erzeuge Nierengewebe Abfallstoffe aus dem Blut der Ratten.

Nun muss weiter geforscht werden wie diese funktionstüchtigen Organoide mit den Harnleitern und dem Ausscheidungssystem verbunden werden können.

Quelle: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-15244-2012-10-22.html?utm_source=feedburner&utm_medium=feed&utm_campaign=Feed%3A+scinexx+%28scinexx+|+Das+Wissensmagazin%29

s. auch: http://scinexx.de/dossier-detail-526-8.html

23. Oktober 2012

Infobrief des Deutschen Bundestages zum Hirntod

von kinesiana

Eine ethische, medizinische und juristische Betrachtung mit vielen Links zum Nachforschen:

http://www.bundestag.de/dokumente/analysen/2012/Hirntod.pdf

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20. Oktober 2012

von kinesiana

Eigentlich ist es nicht möglich, was dieses Kind kann und wie dieses Kind lebt. Dieses Video zeigt, dass die Wissenschaft der Hirnforschung noch längst nicht alles erforscht hat und erst recht keine sicheren Prognosen über die Funktionsfähigkeit des menschlichen Gehirns abgeben kann.

Bei diesem Kind handelt es sich trotz fehlenden Teilen des Gehirns (Kleinhirn und Pons/Brücke) streng genommen nicht um die Diagnose Anencephalie, mit der die Lebenserwartung nur einige Tage beträgt. Anencephale Kinder kommen möglicherweise als Organspender in Frage – nicht aber bisher in Deutschland und der Schweiz. (http://bioethics.georgetown.edu/publications/scopenotes/sn12.pdf)

http://www.anencephalie-info.org/d/faq.php#14 Überschrift: Kann ein Kind in Anencephalie Organspender werden?

In den Niederlanden und Belgien aber dürften Kinder unter diesen Bedingungen Sterbehilfe bekommen.

Quelle: http://www.cbc-network.org/2011/02/child-with-missing-cerebellum-shows-power-of-human-spirit/

 

 

20. Oktober 2012

Richter Beckmann: Der „Hirntod“ – Die unsicherste Diagnose der Welt

von kinesiana

http://www.organspende-aufklärung.de/wp-content/uploads/2012/01/Beckmann-Hirntod-ZfL-4-2011.pdf

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