Was steht (noch) nicht im Organspendeausweis?

von kinesiana

In der Sendung Frontal 21 vom 28.08.12 wird im Beitrag „Das neue Organspendegesetz“ umfassend aufgeklärt: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/Frontal-21/2942216/24069134/71531d/Das-neue-Organspendegesetz.html

Flotte Werbung und Ansprache des Mitgefühls und der Nächstenliebe sollen jeden Bürger ab 16 Jahren dazu bringen, seine Organe zu spenden. Doch weiß der Bürger wirklich, was er unterschreibt? Frontal 21 klärt vielseitig auf.

Hierbei kommen auch Kontroversen zur Sprache:

Der Transplantationsmediziner Professor Gundolf Gubernatis vertritt die Überzeugung, dass eine vielschichtige und kritische Aufklärung stattfindet. Er befürchtet, dass die einfachen Werbekampagnen das Gegenteil des gewünschten Effenkts bewirken können, da der mündige Bürger sich über den Tisch gezogen fühlen könnte.

Interviewte Menschen zeigen sich ängstlich, dass Kriminalität im Spiel sein könnte und dass sie vielleicht schneller abgeschaltet werden, weil dringend Organe gebraucht werden.

Wissen SIE zum Beispiel, dass ein Kreuz beim JA ohne Einschränkungen bedeutet, dass alle tranplantierbaren Organe, Augenhornhaut und andere Gewebe zum Teil für die klassische Organspende, aber auch die pharmakologische Weiterverarbeitung verwendet werden?

Wissen SIE, dass der Hirntod nicht dasselbe wie der Tod ist? Gehirn- und Atemzentrum fallen zwar aus, aber andere Organe funktionieren noch. Organentahme kann aber nur bei Hirntoten erfolgen, nicht bei Leichen, denn sie müssen frisch sein. Es handelt sich um lebende Menschen, die sich in ihrem Sterbeprozess befinden.

Wissen SIE, dass der Patient noch Stunden bis Tage intensivmedizinisch am Leben gehalten wird? Daher besteht auch ein Widerspruch zur Patientenverfügung, die für einen würdevollen Tod lebenserhaltende Maßnahmen ablehnt. Frau Prof. Manzei sagt hierzu: „Mit einem würdevollen Tod hat das nichts zu tun.“

Wissen SIE, dass der Hirntod als Todesdefinition sowohl national als auch international diskutiert wird?

Wissen Sie, dass auch Ärzte nicht sicher wissen können, was Patienten auf tieferen Ebenen als denen des Wachbewusstseins noch erleben und wahrnehmen?

Wissen Sie, dass auch ein Teil der Juristen den Hirntod sehr kritisch sieht?

Prof. Gubernatis empfiehlt, dass der Tod als gesellschaftliches Thema auch gesellschaftlich diskutiert werden sollte. Einen naturwissenschaftlichen Beweis gebe es nicht!

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