Hirntod als Geschäftsmodell?

von kinesiana

Ein lesenswerter Artikel im Konkret-Magazin: http://www.konkret-magazin.de/aktuelles/aus-aktuellem-anlass/aus-aktuellem-anlass-beitrag/items/geschaeftsmodell-hirntod.html

Was hat es auf sich mit den Skandalen der DSO (Deutsche Stiftung Organtransplantation) und den rückläufigen Spenderzahlen?

Die DSO, Eurotransplant und die Bundesärztekammer sind „nichtstaatliche Akteure“, die darüber entscheiden unter welchen Bedingungen Organe entnommen und nach welchen Richtlinien sie verteilt werden sollen.

In politischen Debatten ist man sich einig: Organentnahmen sind positiv, denn sie können Leben retten. Das scheint einstimmig und einleuchtend, denn die gängige Meinung ist, dass dabei ja nur Nutzen entsteht und niemandem Schaden zugefügt wird, denn der Mensch, dem die Organe entnommen werden, ist schon tot… Hier besteht kein Diskussionsbedarf, da die Sachlage klar ist – oder etwa doch nicht?

Wann ist ein Mensch tot? Tritt der Tod wirklich mit dem Hirntod ein und ist das unumstritten sicher?

Nein, das ist sicher nicht unumstritten, sondern scheint eher als „normative Verabredung“. Ein Mensch, der Organe spendet muss noch leben – er muss durchblutet sein, das Herz muss noch schlagen, er wird bei der Organentnahme weiterhin beatmet. Dabei zeigt er auch noch vegetative Reaktionen, die Stressreaktionen gleichen.  Es ist ein Sterbeprozess, der noch nicht abgeschlossen ist – auch ohne Hirnfunktionen kann das Herz noch weiterschlagen, die Ausscheidungen funktionieren, Kinder können ausgetragen werden usw.

Zitat Bundesärztekammer in einer Anmerkung zu ihren Richtlinien zur Feststellung des Hirntods (3. Fortschreibung 1997):

„Beim Hirntoten können spinale Reflexe und Extremitäten-Bewegungen (z. B.: Lazarus-Zeichen) sowie die Leitfähigkeit des peripheren Abschnittes von Hirnnerven, die periphere Erregbarkeit und spontane Entladungen im Elektromyogramm der Gesichtsmuskeln vorübergehend noch erhalten bleiben oder wiederkehren, solange der Körper-Kreislauf und die Beatmung aufrechterhalten werden.“

Ist die Einwilligung zur Organspende im Sinne der Patientenverfügung, die beinhaltet, dass Menschen nicht durch Apparatemedizin künstlich amLeben erhalten werden möchten?

Nein, die Geräte und Schläuche sind zwingend notwendig, wenn eine Organentnahme stattfindet! Die Vitalfunktionen werden unterstützt und aufrecht gehalten, um die „Frische“ der entnommenen Organe zu gewährleisten. Bis zum Schluss. Das widerspricht der Patientenverfügung, die viele Menschen abgeschlossen und unterzeichnet haben. Die Patientenverfügung wird mit dem Unterzeichnen des Organspendeausweises wirkungslos.

Fest steht, dass es an ehrlicher umfassender Aufklärung mangelt. Wo wird man denn darüber informiert, dass der Hirntote noch Reflexe hat, dass das Herz bei der Explantation noch schlägt und damit sogar die Patientenverfügung unwirksam ist?

Erreicht werden soll nun eine Steigerung der Organspenden – aber um welchen Preis?

Über weitere rechtliche Konsequenzen können Sie sich im Originalartikel informieren.

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