Archive for Mai, 2012

25. Mai 2012

Umfrage zur Hirntod-Diagnostik

von kinesiana

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25. Mai 2012

„Der Hirntod ist nicht der Tod“ – Dr. Paolo Bavastro vastro

von kinesiana

Der Mediziner Paolo Bavastro kritisiert die Formulierung im Organspendeausweis, dass Menschen nach ihrem Tod spenden.

Auch wenn laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu lesen ist, dass der Hirntod ein sicheres Zeichen sei, wird in Fachkreisen debattiert, ob der Hirntod wirklich mit dem Tod des Menschen gleichzusetzen ist.

Dr. Bavastro plädiert für den Begriff „Hirnversagen“. Bei Nieren, die ihre Funktion einstellen redet man auch nicht vom „Nierentod“…

Menschen mit Hirnversagen leben noch, sie sind, wenn die Diagose stimmt, Sterbende, aber keinesfalls tot! Daher ist Vollnarkose in einigen Ländern auch Pflicht, denn diese Menschen empfinden (unbewussten) Schmerz, was daraus hervor geht, dass Blutdruck und Stresshormone ansteigen wie bei jedem anderen Patienten auch, wenn das Skalpell angesetzt wird.

Für Dr. Bavastro ist eine Organtransplantation eine Tötung, sollte aber möglich sein und straffrei bleiben. Voraussetzung ist seiner Meinung nach allerdings der Satz im Organspendeausweis:

„Ich bin bereit, Organe zu spenden, obwohl ich nicht tot, sondern ein im Hirnversagen Sterbender bin.“

Quelle: „Der Hirntod ist nicht der Tod“ – Kölner Stadt-Anzeiger.

25. Mai 2012

Organspende: Was Hirntod eigentlich bedeutet

von kinesiana

Zur Definition des Hirntodes und der Diagnose:

Kann es sein, dass ein Mensch tot ist, obwohl sein Körper noch warm ist, schwitzt und Stressreaktionen zeigt?

Handelt es sich um einen toten oder um einen sterbenden Menschen?

Wie sicher ist die Hirntod-Diagnostik wirklich?

Die American Academy of Neurology bescheinigte der von ihr selbst vorgeschriebenen Hirntoddiagnostik aus dem jahre 1995 eine mangelnde wissenschaftliche Fundierung: es gebe weder

  • ausreichende Nachweise für die notwendige Beobachtungszeit um die Unumkehrbarkeit des Hirntodes sicher festzustellen noch
  • sei die Zuverlässigkeit der Atemstillstandstests und der verschiedenen apparativen Verfahren – die in Deutschland nicht in jedem Fall durchgeführt werden müssen! – zweifelsfrei bewiesen

Heiner Lauterbach beruhigt jedoch den deutschen Bürger: „Der Hirntod kommt einer Enthauptung gleich“. Daher müsse sich niemand davor fürchten als Ersatzteillager missbraucht zu werden.

Denke jeder was er will – mir wird es dabei grummelig im Bauch…

Quelle: Organspende: Was Hirntod eigentlich bedeutet | Politik – Frankfurter Rundschau.

 

25. Mai 2012

Gibt es Transparenz und Gerechtigkeit bei der Organverteilung?

von kinesiana

Den Tätigkeitsberichten der Bundesärztekammer hat ein hierfür verantwortliches Gremium den offiziellen Auftrag Auffälligkeiten bei der Organverteilung zu untersuchen. Bei stichprobenartigen Untersuchungen seit 2000 seien bis zum letzten Bericht 2011 119 „klärungsbedürftige Vorgänge“ bekannt geworden. Leider erfährt die Bevölkerung nichts darüber, was genau geschehen ist und ob dies Konsequenzen nach sich zog.

Auch die jüngst durch die Presse verbreitete DSO-Kritik (Nov 2011)  findet im Bericht Beachtung. Die DSO sei von zuständigen Kontrolleuren besucht worden. Nähere Informationen zu Unregelmäßigkeiten tauchen im BÄK-Bericht leider nicht auf.

Aufgabe der BÄK sei auch die Definition, nach welchen Kriterien die knappen Organe schwer Kranken zugeteilt werden.

Da die DSO lediglich „Berichtspflichten“ habe und angehalten ist am Jahresende einen Jahresabschluss vorzulegen, ist eine Überwachung durch die Kommission nicht in vollem Umfang möglich. Die DSO müsse auf Aufforderung nur Dokumente freigeben, die als „erforderlich“ gelten. Das wiederum ist auslegungsfähig. Sowohl bei der DSO als auch bei Eurotransplant sei man im Wesentlichen auf die Kooperationsbereitschaft der Institutionen angewiesen.

In der Schweiz sei das Bundesamt für Gesundheit damit beauftragt, die Einhaltung der Vorgaben des TPG zu überprüfen. Auch unangemeldet dürfen dort Betriebe usw. untersucht werden.

Laut Lilie fanden dort Beschlagnahmungen von Körperteilen und Schließungen von Transplantationszentren statt. Dies würde er in Deutschland nicht befürworten, wohl aber wünscht der Jurist eine Erweiterung der Befugnisse zur Überprüfung durch Kommissionen.

 

Quelle: http://www.taz.de/Transplantationen-ohne-wirksame-Kontrolle/!93559/

 

25. Mai 2012

Organspende-Reform – wirklich alles klar?

von kinesiana

Weder die Bürger noch die Wissenschaftler noch die Politiker sind sich einig, aber die Organspende-Reform ist abgeschlossen.

Einige Punkte sind:

  • Jede für die Organentnahme in Frage kommende Klinik erhält einen Transplantationsbeauftragten
  • Jeder Bürger ab 16 Jahren wird angeschrieben und bekommt einen Organspendeausweis beigelegt. Aufklärende Broschüren soll er sowohl von Krankenkassen als auch von Ämtern, die Pässe und Führerscheine ausgehändigt bekommen
  • Die DSO soll von Spitzenorganisationen der Ärzte, Kassen und Krankenhäusern überwacht werden, aber nicht wie auch gefordert wurde von der Regierung und dem Parlament
  • Speicherung auf der Gesundheitskarte geplant
  • Entscheidungslösung – den Bürgern darf auf die Pelle gerückt werden (Steinmeier)
  • Alle zur Organentnahme in Frage kommenden Krankenhäuser bekommen einen Transplantationsbeauftragten
  • Die Krankenversicherung des Organempfängers soll für die dem Lebendspender entstehenden Kosten aufkommen
  • Personenbezogene Daten dürfen unter bestimmten Umständen an Pharmafirmen im Forschungsinteresse weiter gegeben werden

Quellen:

Transplantationsgesetz: Der Bundestag regelt die Organspende neu – Politik – FAZ

Die Taz schreibt hierzu

Organspende: Ethisch abwegig – Debatten – FAZ

Änderungsantrag der Grünen

Änderungsantrag der Linken

 

Kritische Ärzte und Wissenschaftler hadern allerdings, hier ihre Gründe:

  • Der Hirntod ist nicht der Tod
  • Bürger werden nicht vollständig aufgeklärt über die Hirntod-Untersuchung (Viele Bürger sind davon überzeugt, dass immer ergänzende Untersuchungen durchgeführt werden. Das ist nicht immer der Fall und auch nicht vorgeschrieben) und den Organentnahme-Ablauf (Organe müssen einem lebenden Organismus entnommen werden, sonst sind sie unbrauchbar)
  • Warum werden Risiken der Organtransplantation nur selten erwähnt und Alternativen nicht verstärkt gefördert?
  • mangelnde Transparenz bei der Organvergabe
  • moralischer Druck auf Bürger Suggestivfragen: „War Ihr Sohn ein sozialer Mensch?“
  • Es gibt Fehldiagnosen
  • mehr davon auf diesen Seiten…

 

16. Mai 2012

Dr. jur. Georg Meinecke: 27 Thesen zur Organspende

von kinesiana

Organspende JA oder NEIN, eine Entscheidungshilfe

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11. Mai 2012

DSO-Kritik führt zu Reformen

von kinesiana

Der Stiftungsrag traf sich in einer außerordentlichen Sitzung am Mittwochabend um über Reformen „für die weitere Entwicklung der DSO in der unmittelbaren Zukunft“ zu beraten.

Kompetenzen des Vorstandes sollen überprüft werden, die Führungs- und Organisationskultur optimiert und der medizinische Bereich stärker vom kaufmännischen Bereich getrennt werden. Diese und noch mehr Punkte sollen das Vertrauen in die DSO stärken.

Immerhin sanken die Organspender-Zahlen nach den schweren Vorwürfen gegen den zweiköpfigen Vorstand Krankenkassengelder zu verschwenden im vergangenen Jahr um ca. 8%.  Das erstellte Gutachten entlastete den Vorstand nur zum Teil und brachte einen „teilweise sorglosen Umgang“ mit den ca. 44 Millionen Euro, die Deutschlands Bürger über ihre Krankenkassen finanzieren, ans Licht bzw. aufs Papier. Der kaufmännische Vorstand der DSO Thomas Beck trat daher im April zurück.

Einen Anlass zur Vermutung, dass etwas bei der DSO grundsätzlich falsch laufe, gebe es laut dem Stiftungsratchef Wolf Otto Bechstein jeoch nicht, wie er dem Tagesspiegel berichtete.

Quelle: http://www.tagesspiegel.de/politik/nach-kritik-deutsche-stiftung-organtransplantation-reformiert-sich/6617188.html

 

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10. Mai 2012

Herzinfarktschäden mit Bindegewebe repariert

von kinesiana

Und wieder gibt es neue Ansätze. Da zu wenig gespendete Organe zur Verfügung stehen, lohnt es sich möglicherweise, über diesen Ansatz nachzudenken: http://www.g-o.de/wissen-aktuell-14679-2012-04-19.html

In der lebenden Maus entstehen aus Bindegewebe Herzmuskelzellen. So reparieren die Forscher Schäden eines Herzinfarktes mit Stammzelltherapie. Bei den Versuchstieren ließ sich auf diese Weise nach einem induzierten Herzinfarkt eine deutliche Verbesserung der Herzfunktion erzielen. Lässt sich vielleicht in mehreren Jahren die eine oder andere Herztransplantation vermeiden, wenn diesen Ansätzen verstärkt nachgegangen wird und auch diese Entwicklungen unterstützt werden?

 

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10. Mai 2012

Bündnis90/Die Grünen fragen, die Bundesregierung antwortet

von kinesiana

Antwort auf die Fragen der Grünen nach NLP-Gesprächsführung bei Angehörigengesprächen zur Organspende, zur Finanzierung der DSO-Schulungsprogramme und vieles mehr…
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/093/1709334.pdf

10. Mai 2012

DSO – Vorwürfe

von kinesiana

Um die Deutsche Stiftung Organtransplantation gibt es jede Menge Wirbel…

Vorwürfe gegen die Deutsche Stiftung Organspende machen Schlagzeilen. Die Zahl der Organspender soll steigen, allerdings sorgt die für die Koordination zuständige DSO nicht gerade für Vertrauen in dieser hochsensiblen Angelegenheit.

Die Bundesärztekammer gibt in ihren Richtlinien vor, dass das Hirntodprotokoll zwei mal von je 2 voneinander unabhängigen Ärzten nach bestimmten Kriterien durchgeführt werden muss, bevor eine Organentnahme stattfinden darf.

Trotz immer wieder gegenteiligen Aussagen ist es leider keine Selbstverständlichkeit, dass sorgfältig gearbeitet und beide Untersuchungen durchgeführt und dokumentiert werden bevor der Spender in den OP geschoben wird.

Bereits 2005 wurde ein Fall bekannt, bei dem das 2. Hirntodprotokoll fehlte, die Irreversibilität der Hirnfunktionen wurde nicht nachgewiesen wie dies das Transplantationsgesetz fordert.

Das bedeutet eine Sicherheitslücke. Dennoch wurde die Explantation unter der Billigung des DSO-Vorstandes Günter Kirste durchgeführt und die Organe der Stiftung Eurotransplant zur Verfügung gestellt.

Der Vorgesetzten des jungen Mannes, dem das fehlende Protokoll aufgefallen war und die eine Aufklärung wünschte, wurde noch in der gleichen Nacht gekündigt.

Noch im Mai 2012 will das Parlament eine Reform des Transplantationsgesetzes ohne Anhörung vornehmen und der DSO Richtlinienkompetenz übertragen, die bisher der Bundesärztekammer unterlag. Obwohl die gesetzlichen Krankenkassen, die Deutsche Krankenhausgesellschaft sowie die Bundesärztekammer Auftraggeber der DSO sind, haben weder sie noch das Parlament Kontroll- oder Sanktionsrechte. Allein der Stiftungsrat berät und entscheidet. Der Vorstand Günter Kirste wird von der TAZ als „Monopolist für Leichenorgane“ bezeichnet.

Mehr über die DSO und weitere Anklagen finden Sie in diesem Artikel: http://www.taz.de/Stiftung-Organtransplantation-in-der-Kritik/!92935/