DSO – Schwarzer Peter und Diskussionsstoff…

von kinesiana

Nach einem halben Jahr Unruhen und einer Betriebsprüfung trat nun einer der DSO-Vorstände, Thomas Beck, zurück.

Vier Dienstwagen in sechs Jahren, finanziert von Krankenkassenmitgliedern. Leider ist das nicht das einzige Problem. Man schiebt sich gegenseitig den „schwarzen Peter“ zu, wer denn nun für die sinkende Zahl der Organspender verantwortlich zu machen sei.
Dem medizinischen DSO-Vorstand Günter Kirste wird unterstellt, seine Mitarbeiter mit seinem „Führungsstil nach Gutsherrenart“ zu demotivieren und die Ärzte in den Kliniken abzuschrecken, potentielle Organspender zu melden. Kriste wiederum beschuldigt die Kliniken und macht auch die für die Organentnahme kontraproduktiven Patientenverfügungen verantwortlich, die Intensivmaßnahmen ausschließen.
Wiederholt soll der medizinische DSO-Vorstand in diesem hochsensiblen im ethischen und juristischen Grenzbereich agieren. Laut einem Brief vom 19. März an die Bundestagsfraktion zieht Kirste indirekt in Erwägung, dass die potentiellen – noch nicht hirntoten – Organspender zum Zweck der Organspende (!) beatmet werden sollen.

Der ehemalige geschäftsführende Arzt der DSO Gundolf Gubernatis hält das für völlig inakzeptabel, da die künstliche Beatmung schwere Folgen haben kann. Sollte wider Erwarten kein Hirntod – die Voraussetzung für eine Organspende – eintreten, könnte der Patient dadurch ins Wachkoma fallen und zum Pflegefall werden. Wie Gubernatis sehen auch viele andere Ärzte und Ethiker solche gravierenden Eingriffe bei nicht-hirntoten Patienten als Grenzüberschreitung an.

Nachzulesen: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/organspende-vorstand-der-organspende-stiftung-zurueckgetreten-1.1339223

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