Weitreichende Irrtümer

von kinesiana

Es kann nicht genug auf Einzelfälle hingewiesen werden, die schon für hirntot erklärt wurden, aber noch beatmet und kreislaufstabilisiert wurden, weil sie zur Organspende freigegeben waren.

Hier nun nochmals einige, die aus verlässlichen Quellen bekannt wurden:

  • Dr. Schiel, Neurolog. Uniklinik Dresden, stellte auf der ANIM99 folgenden Fall vor: Ein Neurologe wurde zu einem 63jährigen Patienten gerufen, der ohne Analgosedierung keinerlei Reflexe und keinen Atemantrieb mehr zeigte. Nach der klassischen Hirntoddefinition galt er als tot. In Deutschland genügt es, die von ihm durchgeführte Untersuchung vorzunehmen und diese nach einem vorgegebenen Zeitraum zu wiederholen – Ausnahmen und korrekte Voraussetzungen und Durchführungsrichtlinien sind bitte im TPG nachzulesen. Ein (nicht zwingend zur Hirntoddiagnostik vorgeschriebenes!) EEG machte den Neurologen jedoch stutzig und es wurden daraufhin weitere Untersuchungen vorgenommen und ein fulminant verlaufendes Guillain-Barré-Syndrom diagnostiziert. Der Patient konnte später mit einer inkompletten Tetraparese in die Rehabilitation verlegt werden.
  • Ebenfalls berichtete Dr. Schiel von einer 50jährigen Patientin mit einem komplex-fokalen Status epilepticus, die zunächst narkotisiert wurde und auf eine Dosisreduktion erneut in einen Status epilepticus kam, weswegen sie 3 Tage lang Thiopental erhielt – bis ein Nullinien-EEG auftrat. Die Substanzen waren 4 Tage nach Absetzen nicht mehr in der Serum-Kontrolle nachweisbar und nach 2 weiteren Tagen war die Patientin nach klassischen und EEG-Kriterien hirntot. Zum Glück wurden weder die Apparate abgeschaltet noch eine Explantation vorgenommen, denn nach weiteren 4 Tagen erwachte die Patientin und erholte sich vollkommen von ihrer Erkrankung.

Quelle: http://extranet.medical-tribune.de/volltext/PDF/1999/MT-Klinik/Ht_04/HT04_Seite05.pdf

  • Frau Val Thomas hatte 17 Stunden ein Null-Linien-EEG. Da sie zur Organspende am Leben gehalten wurde, hatten die Angehörigen noch die Gelegenheit sich von ihr zu verabschieden. Die Dame erwachte wieder zum Leben – nachzulesen hier: http://www.foxnews.com/story/0,2933,357463,00.html
  • Diese junge Frau erklärt in einem Leserbrief, dass sie nach ihrer schweren Verletzung zwar (noch) nicht als hirntot diagnostiziert wurde, aber trotzdem schon auf ihren Tod gewartet und an ihrem Bett von ihren „Ersatzteilen“ gesprochen wurde, die eine gute Verwendung fänden. In ihrem Fall verhinderte ihr Mann, der sie nicht alleine ließ, dass ihr die lebensrettenden Maschinen nicht abgestellt wurden. Quelle: http://sonnenstrahl_o.beepworld.de/organentnahme.htm
  • Nicht „nur“ als hirntot, sondern komplett tot diagnostiziert wurde eine 83jährige Dame im polnischen Jabolowo. Gerade noch rechtzeitig im Leichenschauhaus wurde sie wach…: http://www.welt.de/vermischtes/article3919912/Fuer-tot-Erklaerte-wacht-im-Leichenschauhaus-auf.html
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