Organe aus der Retorte – Das Ende der klassischen Organtransplantation | Radiofeuilleton – Wissenschaft und Technik | Deutschlandradio Kultur

von kinesiana

Organe aus der Retorte – Das Ende der klassischen Organtransplantation | Radiofeuilleton – Wissenschaft und Technik |Deutschlandradio Kultur.

In diesem hochinteressanten Bericht geht es um alternative Möglichkeiten, die mittel- bis langfristig die Organtransplantation ersetzen könnten.

Zum Einen handelt es sich um die Xenotransplantation, in der Schweine als Organspender dienen, was umstritten ist, jedoch laut Befragung bei Betoffenen zu 90% angenommen würde. Abstoßungsreaktionen sollen mit genetischen Manipulationen in den Griff bekommen werden laut Prof. Heiner Niemann.

Die nächste Alternative, mit dem Mangel an Spenderorganen umzugehen, sei laut Prof. Christopher Baum, Forschungsdekan der Medizinischen Hochschule Hannover,  den Degenerationsprozess über Medikamente rechtzeitig zu stoppen und als zweiten Schritt zelluläre Therapien einzusetzen, also Zellen einzubringen, die die Regeneration unterstützen, um nicht mehr lebensfähige Organe zu unterstützen. Dies sei schon in den nächsten 5 Jahren denkbar und Transplantationen könnten so verzögert oder verhindert werden.

Der Leberexperte Prof. Ott arbeitet an der Leberzelltherapie, die ursprünglich als „Brückenbehandlung“ dienen sollte. Sie ist so erfolgreich, dass Eltern der so behandelten Kinder schon die Wahl haben, ob sie überhaupt noch transplantieren möchten oder sich weiterhin auf das Zelltransplantat setzen.  Weiter Forschungen und klinische Studien sind nötig.

Auch nachbauen kann man Organe schon teilweise, was mit LIFT (Laser Induced Forward Transfer) beim Herzen bereits gelungen ist. Dr. Robert Koch erklärt, dass ein Gel mit lebenden Herzmuskelzellen auf einen Glasträger aufgetragen wird, auf den ein Laserstrahl gerichtet wird. Eine durch den Laserstrahl erzeugte mikroskopisch kleine Dampfblase befördert die Herzmuskelzelle auf einen gegenüber liegenden Glasträger. Über dieses Verfahren ist ein schichtweiser dreidimensionaler Aufbau auf der zweitern Platte möglich.

Im Tierversuch mit Ratten ist das so produzierte Herzgewebe problemlos eingewachsen und begann auch selbst zu schlagen – im gleichen Takt wie das restliche Herzgewebe.

Sobald dieses Vorgehen auf  Menschen übertragbar ist, können alle Menschen mit Herzinfarkt vor einer Transplantation bewahrt werden.

Noch steckt die Entwicklung in den Kinderschuhen, doch Dr. Tobias Cantz ist optimistisch, dass es in den nächsten Jahren viele Möglichkeiten geben wird, auf Transplantationen zu verzichten, indem man kranke Organe wirkungsvoll unterstützt.

Quelle: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/wissenschaft/1501118/

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