Organspendeausweis – Ja oder nein

von kinesiana

Seit Jahren sehen wir uns einer groß angelegten und aufwendig betriebenen Werbung für Organspende ausgesetzt. Eine außergewöhnliche Werbeaktion ist vor Jahren schon in Berlin angelaufen. Sog. Streetworker sprechen die Leute auf der Straße an und werben für die Bereitschaft, Organe zu spenden. (Man sagt, sie hielten sich vorwiegend in Motorradfahrer-Kreisen auf.)18
So bieten Krankenkassen, u. a. die Barmer Ersatzkasse, einen Gesundheitspaß mit Organspendeausweis an.19
Sportler, wie Franz Beckenbauer, Jürgen Kliensmann, Steffi Graf, Franziska v. Almsik, Reinhold Messner, Jens Weißflog und ganze Nationalmannschaften werben mit einer Initiative „Sportler für Organspende“. 20
Da gehen CDU-Politiker auf die Straße und werben für sich und für Organspenderausweise. 21
Bürger erhalten auf den Gemeinden mit ihren Ausweispapieren einen Organspenderausweis. 22
Aber wer weiß schon, was er da wirklich tut, was er da unterschreibt?
Mit Appellen wie: „Lebensrettung für viele Menschen“, „Organspende bewahrt Leben“, „Organspende – ein Akt der Nächstenliebe“ wird für Organspende geworben.
Eine Broschüre „Organspende bewahrt Leben“, herausgegeben vom „Arbeitskreis Organspende“, zeigt auf der Titelseite das Profil eines Puzzlemenschen, dem ein Puzzleteil in Herznähe entnommen ist. (Wurde zwischenzeitlich
geändert.) Am Ende des Heftes findet der Leser einen Organspendeausweis.
Aber worin hat jemand eingewilligt, der einen solchen Ausweis bei sich trägt, oder als Verwandter eines Unfallopfers seine Zustimmung zur Organspende gibt?

Bei Zustimmung zur Organentnahme gilt in der Regel, daß man einer Multiorganentnahme zustimmt. Das heißt, es werden gleichzeitig alle „verwertbaren Organe“, Nieren, Lunge, Herz, Bauchspeicheldrüse, Leber, Milz, Magen, Dünndarm (nicht so häufig), Gehörknöchelchen, Augenhornhäute, Knochenmark, Bänder, evtl. auch Hirnhaut und Haut entnommen.
Der Mensch wird fast komplett „recycelt“!
Bei einer Multiorganentnahme können bis zu 20 Ärzte an dem beatmeten, narkotisierten Patienten tätig werden.
„Die Hautlappen werden so gehalten, daß eine ‚Wanne‘ entsteht, die mit bis zu 15 Liter eiskaltem Wasser gefüllt wird. Die Organe werden mit eiskalter Perfusionslösung durchspült, das Blut wird abgesaugt. Erst wenn das Herz mit
Kühlflüssigkeit durchspült wird, tritt der Herzstillstand ein.“23 Der sog. „hirntote“ Patient stirbt also an der Perfussionslösung!
Über den Vorgang im OP bei der Organentnahme äußern OP-Pleger:
„Wie die Sau am Trog.“ „Für einige Beteiligte schien er nicht mehr als ein Ersatzteillager zu sein“.24 Man spricht auch vom „Abernten“ von Organen, im englischsprachigen Raum heißt es meist „to harvest“. Für das OP-Personal ist diese Situation oft sehr belastend. Sie fühlen sich, als hätten sie den Patienten im Stich gelassen. So verwundert es auch nicht, daß nach einer Umfrage von Putz25 sich zirka 60 % des Pflege- und OP-Personals eher ablehnend gegenüber der Organentnahme geäußert haben.
Eine Schweizer Pharmafirma, die mit einem Medikament zur Unterdrückung der Abstoßreaktion jährlich 1,4 Milliarden Umsatz macht, veranstaltet PR-Maßnahmen, um die Bereitschaft des Personals zu steigern.
M. Grosser beschreibt im oben erwähnten Buch seine Gefühle als OPPfleger wie folgt: „Ich werde nach Hause gehen, mich schlafen legen, und dann werde ich im Traum noch einmal das Ganze erleben. Ich werde diesen Toten sehen,
der erst sein eigenes, dann das Gesicht eines mir nahestehenden Menschen und schließlich mein Gesicht tragen wird. Alles Verdrängte, Verschluckte, ein Hexenkessel voller Gefühle wird aufbrechen. Sie werden ihr grausames Spiel mit
mir treiben – ungehindert, ungebremst, sich austoben bis zum Exzeß. Erst dann wird diese Entnahme für mich vorbei sein.“26
Die Mutter eines „Organspenders“ erklärt: „Unsere Kinder sind mit nicht mehr funktionierendem Gehirn, aber doch bei lebendigem Leib auseinandergenommen
und verteilt worden. Diese Vorstellung, daß der noch lebende Leib ihrer Kinder zerteilt wird, im hilflosesten Zustand, zu einem Zeitpunkt, als sie hätten beschützt werden müssen, macht Mütter krank, so krank, daß sich viele von ihnen in psychiatrische Behandlung begeben müssen.“27
Und weiter: „Keiner, der die Organspende befürwortet, denkt daran, daß ein Mensch sterbend auf einen Operationstisch geschnallt wurde, damit er Spender von lebenden Organen sein konnte“.28
So ergibt sich aus vielen Berichten einer Initiative „Verwaister Eltern“, „wie ungeheuer heilsam es ist, wenn sie ihr Kind wenigstens im Sterben begleiten konnten und genügend Zeit zum Abschied vom toten Kind hatten. Viele kennen
den unguten ‘Rat’, daß sie doch das Kind so in Erinnerung behalten sollten, wie es gelebt habe. Statt dessen wäre es dringend notwendig gewesen, den Eltern den Abschied von ihrem verstorbenen Kind zu ermöglichen, sie zu ermutigen, es noch einmal zu sehen, es zu waschen und anzuziehen, es nach Hause zu holen und es dort aufzubahren. Andernfalls leiden die Eltern ein Leben lang unter dem fehlenden Abschied und dem versäumten letzten Liebesdienst.
… Statt auf die Bedürfnisse des Sterbenden und seiner Angehörigen, die ihr Kind als lebenden Menschen wahrnehmen, Rücksicht zu nehmen, werden Eltern mit der Verantwortung für einen kranken, völlig unbekannten Dritten belastet.
… Eltern leben schlecht mit dem Wissen, daß die Organe nicht nach dem Abstellen der Apparate entnommen werden, wie sie vielleicht ursprünglich gedacht hatten, sondern daß dies bei Aufrechterhaltung der Beatmung geschieht.
… Wie wichtig ist es dann, daß wir ermutigt werden, ein sterbendes Kind nicht zu verlassen, ihm die Hand zu halten, einfach da zu sein bis zum letzten Atemzug und darüber hinaus.“29
Und aus christlicher Sicht wäre hinzuzufügen: Auch mit dem Sterbenden zu beten und ihm durch einen Priester die „Letzte Ölung“ spenden zu lassen.
Der OP-Pfleger Volker Pache schreibt in dem Buch: „Organspende – Kritische Ansichten zur Organtransplantation“, daß bei der Multiorganentnahme ein Schnitt von der Kehle bis zum Schambein durchgeführt wird – und wörtlich – „der Vergleich zum Ausweiden drängt sich auf“.30
Nicht wenige Hinterbliebene, die im ersten Schock in der Klinik einer Organentnahme zustimmten, sind hernach im Zweifel und werden von Schuldgefühlen geplagt.
So fragt eine betroffene Mutter: „Mit welchem Recht entscheidet die Transplantationsmedizin darüber, einerseits das Leben von einigen Menschen zu erhalten oder zu verbessern – nämlich das der Organempfänger – und andererseits das
Leben von unwissenden, uninformierten, aber beteiligten Menschen, nämlich das der Hinterbliebenen, so zu belasten, daß langwährende seelische Krankheit und Trauer folgen?“31

23 Jürgen und Gisela Meyer, Verwaiste Eltern, Kritische Aufklärung Organtransplantation (KAO)
24 Volker Pache, Ebd.
25 Nach Volker Pache
26 M. Grosser, nach Volker Pache
27 Renate Greinert, Gisela Wuttke, in: Organspende – nie wieder, in: Organspende – Kritische Ansichten zur Transplantationsmedizin, Lamuv-Verlag, Göttingen 1993
28 M. Grosser, nach Volker Pache.
29 Jürgen und Gisela Meyer, Verwaiste Eltern, Kritische Aufklärung Organtransplantation (KAO)

Quelle: http://www.aktion-leben-fulda.de/html/img/pool/213_organspende.pdf

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