Archive for August, 2011

31. August 2011

Entstehung neuer Tode – Auszüge/Prof. Dr. med. Zieger

von kinesiana

Im folgenden nun ein Auszug aus dem Folienvortrag von Prof. Dr. med. Andreas Zieger „Die Todespolitik der modernen Medizin“. Wer diesen komplett lesen möchte, findet ihn hier.

Entstehung neuer Tode

Durch kontrollierte Beatmung und Intensivmedizin können seit 50-60er Jahren
• reanimierte Menschen, deren Herzfunktion wiedergekehrt ist, selbst nach schwerster Hirnschädigung, weiterleben:
• „Coma dépassé“, „Ultrakoma“ (Mollaret & Goulon 1959)
• „Falsch Lebende“ (faux vivans), „Untote“
• „Dissoziierter Hirntod“ „Ganzhirntod“, „Teilhirntod“, „kortikaler Tod“
1968 Einführung des „Hirntodkonzepts“ welches von einer Adhoc-Kommission aus Theologen, Juristen und Medizinern der Harvard Medical School zum Zweck der Erarbeitung eines neuen Todeskriteriums formuliert wurde:
„Unser primäres Anliegen ist, das irreversible Koma (Coma dépassé) als neues Todeskriterium zu definieren…“
„Hirntod“ = Zeitpunkt der Unumkehrbarkeit des Sterbeprozesses

Gründe für neues Todeskriterium:
1.) Eine schwere Last ruht auf den Patienten… auf ihren Familien, auf den Krankenhäusern und auf solchen Patienten, die auf von diesen komatösen Patienten belegte Krankenhausbetten angewiesen sind.
2.) Überholte Kriterien für die Definition des Todes können zu Kontroversen bei der Beschaffung von Organen zur
Transplantation führen.“
Beecher et al 1968

Aktuelle Entwicklung (USA)
Widerlegung der wissenschaftlichen Grundlagen der Begründung des Hirntodkonzepts (Verheijde et al 2009):
• Das Gehirn steuert und integriert nicht alle Lebensvorgänge im Organismus.
• Neuroendokrine Funktionen, Wachstum von Haaren, Nägeln etc., Schmerzreaktionen bleiben erhalten (Narkose!)
• Restfunktion von Zellen im Hirnstamm mit Erholungsfähigkeit unter Therapie!

Neues „Todes“konzept
Non Heart-Beating Organ Donation bzw.
Organspende nach „Herztod“ (USA, Spanien):
• Reanimation bei Herzattacke oder Unfall
• Unter Reanimationspause: Herzstillstand (EKG-Nulllinie) von 2 bis 5 Minuten, dann
• „Reanimation“ bis zum Anschluss des Patienten an die Herzlungenmaschine … (Martina Keller, in: GEO 2011)
Rascher Wandel vom „Unfallopfer“ zum „Reanimationsbedürftigen“ zum „Explantierten“
Verabschiedung vom Hirntodkonzept!
Verabschiedung von der „Tote-Spender“-Regel!

Konsequenzen:
• Erlaubter Zeitpunkt zur Organentnahme als „Leben machender Tod“?
• Tötung von Sterbenden?
• Ausweitung der Organentnahme?
• Änderung der gesetzlichen Grundlagen?

„Es gibt nicht nur einen Tod:
• Der Tod, der mich ins Jenseits führt, ist ein anderer als der Tod, der erlaubt, meine Organe zu entnehmen.“
Claudia Wiesemann (2006)

„Todeskonzept“ (1)
Für Kranke und Sterbliche, die ins „Jenseits“ eingehen wollen:
• Bewusste palliative und hospizliche Begleitung und Hinwendung zum Schwerkranken, Schwachen und Sterbenden
• Ermöglichung eines Sterbens in Würde ohne technische Eingriffe.
„Todeskonzept“ (2)
Für Kranke und Sterbliche zum Zwecke der Explantation:
• Verabredung eines definierten Entnahmezeitpunktes
• Informierte Zustimmung?
• Ärztliche Assistenz?
• Rechtliche Grundlagen?
Kultur des Sterbens durch Organentnahme
(Todespolitik?)
Stöcker: Der Hirntod (1999/2010, S. 340)
„Richtig wäre … ein anderer Weg gewesen, die strikte Abkoppelung der Zulässigkeit von Explantationen von der Frage, wann ein Mensch tot ist … keine Festlegung des Todeszeitpunktes, sondern eine echte Ethik der Organverpflanzungen … eine philosophische Forschung …, die genuin ethische Fragen in den Mittelpunkt rückt.“
„Plädoyer für eine Reanimation der Hirntoddebatte“
(Stöcker 2009)

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31. August 2011

ZENIT – USA: Gehirntod – Pro und Contra machen Schlagzeilen.

von kinesiana

ZENIT – USA: Gehirntod – Pro und Contra machen Schlagzeilen..

Immer wieder gibt es Berichte, dass Menschen, bei denen der Hirntod diagnostiziert wurde, wieder erwachen!

Hier der Bericht einer kanadischen Zeitung über eine 76-jährige Dame, die sich beim Essen verschluckte, reanimiert wurde und im Koma lag. Angehörige wurden über den festgestellten Hirntod informiert – es bestehe keine Hoffnung auf Regeneration…!

Die Ärzte warteten auf Freigabe zur Organspende.

(Übrigens: Bei Ablehnung der Orgganspende seitens der Angehörigen hätte man wohl postwendend die Beatmung abgestellt und keine weiteren Maßnahmen aufrecht erhalten. Tote werden nicht mehr behandelt…)

Den Bitten der Angehörigen nach weiteren Untersuchungen wurde stattgegeben, so hatte die totgesagte Dame Zeit über Nacht zu erwachen…Morgens frühstückte sie ihren Yoghurt und konnte auch später wieder laufen und am Leben teilnehmen.

Ohne diesen Aufschub wäre die Dame unweigerlich getötet worden – sei es nun bei der Explantation selbst oder durch Abstellen der Geräte.

Weiterhin wird in diesem Artikel erwähnt, dass die Hälfte der schwedischen Intensiv-Krankenschwestern die Kriterien und Methoden der Befunderhebung „Hirntod“ anzweifeln.

Das sind die Menschen, die die meiste Zeit mit den Patienten verbringen, die sie pflegen, waschen usw. – spüren sie vielleicht das Leben in den totgesagten Menschen mehr als andere, die nur auf Geräte schauen und wenige Minuten Zeit mit den Schwerkranken verbringen?

 

 

 

 

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31. August 2011

Zwischen Leben und Tod – Der Hirntod in der Diskussion | Forschung und Gesellschaft | Deutschlandradio Kultur

von kinesiana

Zwischen Leben und Tod – Der Hirntod in der Diskussion | Forschung und Gesellschaft | Deutschlandradio Kultur.

In dieser Diskussion wird diskutiert, wie haltbar die derzeitige Praxis der Hirntod-Diagnostik ist. Einige Fachleute sprechen davon, dass der Hirntod wissenschaftlich nicht mehr zu halten ist.

Aber auch Fragen wie:

  • Wer darf über Leben und Tod entscheiden?
  • Wo genau verläuft die Grenze zwischen Leben und Tod?

werden erörtert.

30. August 2011

Hirntod ist nicht Tod!

von kinesiana

Eine kritische Betrachtung der Hirntoddiagnose aus philosophischer und medizinischer Sicht.
Ein interessanter Teil des Textes handelt vom umstrittenen Apnea-Test, der für die rechtskräftige und somit für die Explantation notwendige Feststellung des Hirntods zwingende Voraussetzung ist.
Dr. Cicero Coimbra, klinischer Neurologe aus Brasilien vertritt die Meinung, dass mit dieser Untersuchung sogar den Tod des Patienten auslösen kann, indem er zu einem unwiderruflichen intra-cranialen Kollaps oder zu Herzstillstand führen kann. Er führt aus, dass viele Patienten – auch schwerst Hirnverletzte – wieder gesund werden können, da ihr Nervengewebe nur aufgrund verringerter Durchblutung ruht und nicht irreversibel geschädigt sein muss.

http://www.aktion-leben-fulda.de/html/img/pool/217_Hirntod.

30. August 2011

Her mit den Organen

von Wasserwerk

Bei meiner Recherche im Internet bin ich auf folgendes PDF gestossen.

http://www.mags.nrw.de/08_PDF/002/Handlungsempfehlungen_Organspende.pdf

Überschrift:
Handlungsempfehlungen zur Förderung der Organspende in Nordrhein-Westfalen –
zu finden beim Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Darin finden sich auszugsweise folgende Worte:

Ziel Organspenderzahlen auf mind. 20 / Monat zu steigern.

Krankenhäusern bekommen Auszeichnungen, die sich besonders um die Organspende verdient gemacht haben

Die Organspende gehört zur Unternehmensphilosophie des Krankenhauses

Die DSO kann als Dienstleister in Anspruch genommen werden

Ein Meldeverfahren von Verstorbenen mit primärer und sekundärer Hirnschädigung auf Intensivstationen wird eingeführt. – Anmerkung: Verstorbene mit Hirnschädigung ???

Aufklärung der Bevölkerung
– die Bevölkerung soll überzeugt werden
– viele Angehörige entscheiden sich im Zweifelsfall gegen eine Organentnahme

Anmerkung:
Genau diese berechtigten Zweifel scheinen im Keim erstickt werden zu sollen, weil das eben nicht zur Unternehmensphilosophie eines Dienstleisters gehört.

29. August 2011

Organspenden von Toten: Neue Zweifel am Hirntod – taz.de

von kinesiana

Organspenden von Toten: Neue Zweifel am Hirntod – taz.de.

Experten melden Zweifel an…

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29. August 2011

Willst du dein Herz mir schenken? GralsTV

von kinesiana

Die Or­gan­trans­plan­ta­ti­on gilt heute als Meis­ter­leis­tung der Chir­ur­gie und als le­bens­ret­tend für viele Men­schen, die auf Spen­der­or­ga­ne an­ge­wie­sen sind. Doch Trans­plan­ta­tio­nen haben Schat­ten­sei­ten, über die meist nicht ge­spro­chen wird. Die­ser Film­bei­trag be­leuch­tet sie und zeigt alar­mie­ren­de Fak­ten.

26. August 2011

Linus Geisler warnt vor Tabubruch

von kinesiana

Hirntote sind Menschen, bei denen 97 Prozent ihres Körpers leben, nur drei Prozent – ihr Gehirn – ist tot, „hirntot“. Hirntot bedeutet, ihr Gehirn ist irreversibel so schwer geschädigt, dass sie ohne intensivmedizinische Maßnahmen, wie zum Beispiel künstliche Beatmung, in kurzer Zeit sterben würden. Nach den Kriterien einer 1968 in Harvard tagenden Ethik-Kommission (Harvard-Commission) sind sie als Tote anzusehen und können als solche behandelt werden: Lebenserhaltende Maßnahmen dürfen beendet, vor allem aber können ihre Organe für Transplantationszwecke entnommen werden.

In seinem Beitrag „Die Lebenden und die Toten“ beschreibt Prof. Dr. Linus Geisler, langjähriger Chefarzt am St. Barbara Hospital Gladbeck und Sachverständiger derEnquete-Kommission „Ethik und Recht der modernen Medizin“, dass hier zum ersten Mal in der Medizingeschichte in dieser zivilisierten Welt Ärzte den Tod eines Menschen herbeiführen dürfen, um ihn zur Therapie eines anderen Menschen zu instrumentalisieren.

Der ganze Artikel ist hier zu lesen.

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26. August 2011

Umfrage: Wann ist ein Mensch wirklich tot?

von kinesiana

26. August 2011

Zweifel am Hirntod

von kinesiana

Sind für „hirntot“erklärte Menschen wirklich tot? Am 19. Februar 2009 fand in Rom der Kongress „Signs of life“ statt. Wissenschaftler aus aller Welt stellten das Hirntodkonzept in Frage.

Eine Aussage des Chefarztes der Neurologie / Univ. Sao Paulo Prof. Cicero Coimbra lautet:

Zuerst möchte ich glasklar sagen, dass einige Patienten, die für hirntot erklärt wurden, wieder gesund werden und ein normales Leben führen könnten, wenn sie nicht dem Apnoe-Test ausgesetzt würden und wenn sie eine richtige Behandlung bekommen würden.