25. August 2011

Die Würde des Menschen ist unantastbar!

von kinesiana

Auf diesen Seiten möchten wir wissenschaftliche Fakten über das Thema Hirntod und Organspende, aber auch Anregungen und Gedankenanstöße zum Thema Menschenwürde zur Verfügung stellen.

Wir – das sind betroffene Angehörige ebenso wie Ärzte und Wissenschaftler, die mit dieser Thematik Erfahrungen vorweisen und für Aufklärung plädieren.

Zur Einstimmung hier nun ein Interview aus dem Deutschlandradio vom Stuttgarter Kardiologen und Chefarzt Dr. Bavastro, der eine schwangere hirntote Patientin behandelt hat, deren Kind auch durch Kaiserschnitt auf die Welt kommen durfte:

Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen!

Lange Zeit – fast bis dato – war für mich der Organspendeausweis ein Akt der Nächstenliebe. Welche Schattenseiten sich dahinter verbergen, war mir ebenso wenig bewusst wie wohl den allermeisten Mitmenschen auch. Ich dachte, wenn ich tot bin, dann merke ich nichts mehr und somit kann ich ohne eigenes Leid kranken Menschen einen lebensrettenden Dienst erweisen.

Aber:

Wann ist ein Mensch wirklich tot? Wenn bestimmte Areale des Gehirns nicht mehr funktionieren? Wenn das Herz nicht mehr schlägt? Wenn er nicht mehr selbständig atmen kann? Wenn er nicht auf Reize reagieren kann? Wenn das hormonelle System versagt?

Wenn all das als vorübergehender Zustand als akzeptabel toleriert wird: Wie lange darf die Regeneration dauern?

Wann ist ein Leben noch lebenswert? Ab welchem Grad zu erwartender Restschäden wird ein Mensch zur Belastung? Für wen und wer entscheidet das, wenn er nicht mehr ansprechbar ist?

Wie sicher ist die Hirntoddiagnose wirklich und wie hoch ist das zu duldende Restrisiko einer Fehldiagnose?

Wie behandelt man einen Menschen im Koma? Meiner Meinung nach so, als würde er jedes Wort verstehen und jede Berührung wahrnehmen, auch wenn er nicht offensichtlich dazu in der Lage ist, darauf zu reagieren. Doch ist das der Alltag am Krankenbett – der respektvolle sensible Umgang mit schwer kranken Menschen?

Mit diesen Fragen mussten wir uns befassen, da wir knallhart mit der Realität konfrontiert wurden. Teile unserer Geschichte werde ich niederschreiben während ich mich derzeit noch im Verarbeitungsprozess eines schmerzhaften Verlustes befinde.

Kranke Menschen brauchen ihre individuelle Zeit zur Genesung. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die hier mit Quellenangaben veröffentlicht werden, belegen, dass auch schwerst schädel-hirn-traumatisierte Menschen, auch schwere hypoxische Schädigungen, nicht aussichtslos sind, nicht zum Tode verurteilt sein müssen. Wenn kein Hirntod sicher festgestellt wurde, und auch über diese Sicherheit möchten wir diskutieren, besteht die Möglichkeit und der Anspruch – wenn auch nicht die Gewissheit! – auf Frührehabilitation und gezielte intensive Förderung. Auch beatmete Patienten haben den Anspruch und die Chance auf eine solche Rehabilitation. Erst im Laufe der Zeit und unter Beobachtung eines längeren Verlaufes lassen sich die Prognosen sicherer einschätzen.

Liegt nun entweder eine Zustimmung zur Organentnahme vor oder der Patient hat ein gewisses Alter erreicht, werden leider „manchmal“ diese Chancen nicht wahrgenommen und die Schädigungen vorschnell als irreversibel bezeichnet.

Ich bitte jeden Leser uns seine persönlichen Erfahrungen mitzuteilen. Auch wissenschaftliche und medizinische Informationen sind sehr willkommen, denn uns liegt nicht an reißerischen Reportagen aus Profitgründen sondern daran, realistische Aufklärung für Laien, auch für potentielle Organspender, zu erwirken.


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18. Mai 2016

Leben ohne Gehirn!?

von kinesiana

Wie wichtig ist die Größe und Vollständigkeit des Gehirns tatsächlich zum Leben und Überleben? Dieses kurze Video könnte zum Denken anregen. Ob bei einem fast nicht vorhandenen Gehirn ein EEG oder eine Dopplersonographie wie sie bei der Hirntoddiagnostik unter anderem eingesetzt werden „normal“ erscheinen können?

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18. September 2015

Lungen-Transplantation ohne Organspende in Sicht?

von kinesiana

Dieter Schütz / pixelio.de

Dieter Schütz / pixelio.de

Und wieder gibt es Fortschritte im Bereich des Tissue Engeneering! Wissenschaftlern ist es gelungen aus humanen induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS) Blutgefäß-Zellen einer Lunge zu bilden – so berichtet der aus Österreich stammende Harald Ott von der Harvard Medical School im Fachjournal „Nature Biotechnology“. Nicht nur die Blutgefäße, sondern auch die Lungen-Oberfläche könne nun mittels der iPS hergestellt werden, allerdings befinde man sich aber noch in einem frühen Stadium hierzu.

Die Wissenschaftler hoffen nun mit den maßgeschneiderten Zellen künftig ganze Lungen mit maßgeschneiderten Zellen eines Patienten zu besiedeln. Damit würden Nebenwirkungen wie Immunsuppression nach herkömmlicher Transplantation gegen die Abstoßung körperfremden Gewebes überflüssig.

Quelle: http://www.univadis.de/medical-news/173/Biologische-Kunst-Organe-Forscher-stellen-Lungen-Blutgefaesssystem-her?utm_source=newsletter+email&utm_medium=email&utm_campaign=medical+updates+-+daily&utm_content=363854&utm_term=automated_daily

Wer sich weiter über die iPS informieren möchte, kann dies z. B. hier tun: http://www.mpg.de/1022330/Stammzellen

 

6. September 2015

Reanimationsdauer mindestens 35 Minuten

von kinesiana

Gerd Altmann Pixelio.deForscher der Universitätsklinik in Kanazawa (Japan) fanden heraus, dass mit einer Reanimationsdauer bis zu 35 Minuten gute Ergebnisse erzielt werden können!
„Bei 99,1 Prozent der Überlebenden und 99,2 Prozent jener mit gutem neurologischen Zustand hatte binnen 35 Minuten Reanimation der Blutkreislauf wieder spontan eingesetzt.“
Berücksichtigt wurde dabei das Überleben sowie der neurologische Zustand des Patienten.

Quelle: http://www.univadis.de/medical-news/53/Reanimation-ausserhalb-der-Klinik-sollte-ueber-30-Minuten-dauern?u=g7Nnk16ewgsNvJfVfnBrdt4DTS8%2F7GnwicULEMUyos31NliT3Qbos6TxkGKLWOfc

Foto: Gerd Altmann Pixelio.de

11. Juli 2015

Bewusstsein und die Definition des Todesaugenblicks

von kinesiana

„Dr. Klaus Volkamer im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt.

Wann ist ein Mensch wirklich tot? Was hat die Feinstofflichkeit mit Transplantation und Organspende zu tun?

Spannende Sichtweisen vom Wissenschaftler Dr. Klaus Volkamer im Interview mit Michael Friedrich Vogt.

 

14. Juni 2015

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt…

von kinesiana

Foto: Tim Reckmann  / pixelio.de

Foto: Tim Reckmann / pixelio.de

Ein Artikel aus dem Jahr 2004 beschreibt, dass der zur Hirntoddiagnostik erforderliche Apnoe-Test nicht so ungefährlich ist wie es in der Regel dargestellt wird: Bei mehr als 2/3 der Patienten traten Komplikationen auf, bei einigen sogar lebensgefährliche Herzprobleme.

“Clinical problems during the apnea test were detected in more than two thirds of patients, including: arterial hypotension (12%), acidosis (68%), and hypoxemia (23%). Four patients developed major complications, including: pneumothorax, cardiac arrest, bradycardia, atrial fibrillation and myocardial infarction. Conclusion: The apnea test is not an innocuous procedure. Complications during the AT are more common than reported and limit organ procurement for transplantation. Guidelines for performing the AT should be followed in order to avoid clinical complications.”

Quelle: http://www.neurologyindia.com/article.asp?issn=0028-3886;year=2004;volume=52;issue=3;spage=342;epage=345;aulast=Saposnik

19. März 2015

Stellungnahme des deutschen Ethikrates zu Hirntod und Organspende

von kinesiana

Unter diesem Link kann die Stellungnahme des Deutschen Ethikrates komplett gelesen und herunter geladen werden:

http://www.ethikrat.org/dateien/pdf/stellungnahme-hirntod-und-entscheidung-zur-organspende.pdf

 

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13. August 2014

Doku auf Phoenix

von kinesiana

Gerd Altmann Pixelio.de

Gerd Altmann Pixelio

Morgen, am 14.August, kommt bei Phönix – leider sehr spät (23″45) –  noch einmal eine ARD-Dokumentation von 2012:

Wer bestimmt am Lebensende? (Silvia Matthies)
Der Film ist unter anderem deshalb interessant, weil es u.a.  um einen chronischen Hirntod geht. Obwohl  vor allem ein Einzelfall geschildert wird, wirft die Dokumentation grundsätzliche  juristische und ethische Fragen auf.
* Darf ohne Zustimmung des Betreuers eine Hirntoddiagnostik durchgeführt werden?
* Dürfen nach Ablehnung der Organspende durch die Ehefrau die  persönlichen Daten des Patienten an die DSO weitergegeben werden?
* Wenn die Familie nach der Hirntodiagnostik Zweifel an der Qualität der Diagnose hat und verlangt, dass der  Angehörige weiterbeatmet wird – wer kommt dann für die immensen Kosten auf, die auf der Intensivstation entstehen?
Das Strafverfahren wurde letzte Woche (teilweise wegen Geringfügigkeit) eingestellt, das Zivilverfahren läuft.
2. April 2014

Koma und Bewusstsein – neue Studie

von kinesiana

Bei der tDCS, der transcranialen Gleichstromstimulation, wird ein leichter Strom durch die Schädeldecke ins Gehirn geleitet und verändert dort die Ladung. Bekannt ist das Verfahren als Therapieansatz gegen Schmerzen und Depressionen.

Nun liegen die Ergebnisse einer Studie vor, in der Patienten mit schweren Hirnschäden und Bewusstseinsstörungen untersucht und stimuliert wurden. Es stellte sich heraus, dass durch die Stimulierung durch tDCS auch lange Zeit nach Eintritt des Komas signifikante Verbesserungen erreicht werden konnten.

Der Gedanke liegt nahe, dass hier weiter geforscht werden sollte und diese Stimulationstherapie möglicherweise ein hervorragender Ansatz zur Verbesserung der Prognose bei Komapatienten darstellen könnte.

Die Studie wurde durchgeführt von

  1. Aurore Thibaut , MSc ,
  2. Marie-Aurélie Bruno , PhD ,
  3. Didier Ledoux , MD, PhD ,
  4. Athena Demertzi , PhD und
  5. Steven Laureys , MD, PhD

und erschien in der Zeitschrift Neurology 2014

Quelle: http://www.neurology.org/content/early/2014/02/26/WNL.0000000000000260 

 

 

19. März 2014

Noch ein Bericht einer Hirntod-Fehldiagnose in Deutschland

von kinesiana

Eine Krankenschwester berichtet von einem jungen Mann, der ihr übergeben wurde um für die Organspende vorbereitet zu werden:

25. Februar 2014

Eine Hirntod-Fehldiagnose aus Deutschland

von kinesiana

In diesem kurzen eindrücklichen Video erzählt ein junger Mann, der angeblich hirntot war, wie gerne er lebt. Er ist seinen Eltern dankbar, dass sie trotz der gestellten Diagnose Hirntod für seine weitere Behandlung gekämpft haben. Seine Mutter berichtet, dass sie schon darum gebeten wurde, einer Organentnahme zuzustimmen und der Arzt auch nicht davor zurückscheute ihr vorzuhalten wie viel Geld ihr Sohn kostet, der bestenfalls sowieso schwerst behindert wird. Unfassbar.

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